Sex, Drugs und Zahnseide

29 02 2008

Wie der eine oder andere aus zuverlässiger Quelle weiß, hatte ich die Tage bisserl Zahnweh. Ich geb zu, ich hab sowohl das Schwindelgefühl, das Fieber und auch die Ohrenschmerzen verschwiegen (sogar vor mir selbst), aber heut war ich soweit und bin zum Zahnarzt… ganz von alleine und ganz alleine… wer mich kennt weiß, dass ich da nicht wirklich der Held bin, insbesondere seit ein paar eher nicht so erbaulichen Operationen im Kiefer flenne ich quasi schon los, wenn der Zahnarzt nur „Also Ivy, … “ sagt.

Und er hat heut ganz arg oft „Also Ivy, …“ gesagt.

Und jetzt bekomme ich Antibiotika und muss am Dienstag, ausgerechnet an Herrn Hases Geburtstag, samt Einverständniserklärung antreten, damit meine wirklich extrem fiese Kieferhöhlenentzündung eliminiert werden kann. Das einzige „Also Ivy, …“ bei dem ich nicht völlig aufgelöst war, war als der Zahnarzt sagte ich darf soviel Drogen Schmerzmittel einwerfen wie ich will – es sind eben doch die kleinen runden Dinge, die das Leben angenehm gestalten…





Play it again, Sam…

29 02 2008

Waren das nicht schöne Zeiten… damals als man sich morgens im Büro völlig entspannt über „Sex and the city“ unterhalten konnte und nicht versuchen musste so zu tun als hätte man verstanden worum es bei „Lost“ eigentlich geht… das mein Charakter dem vom Samantha ähnelt ist natürlich nur reiner Zufall… und Lost… was soll man dazu schon sagen ausser: Tzä – Lost sucks…

.




Jurassic Roar

28 02 2008




Bright Colored Memories

27 02 2008

Bei Coffeetalk hab ich mich an ein Gespräch mit einem Patienten erinnert:

.

XXX: Ivy?
Ivy: Hm?
XXX: Wieso nennt man es „über die Regenbogenbrücke gehen“ wenn Tiere sterben?

Ivy: Keine Ahnung… Wieso?
XXX: Ach nur so…

XXX:…

XXX: Ivy?
Ivy: Hm?
XXX: Wenn ich dann sterbe, muss ich unbedingt ins Licht gehen?
Ivy: Hast du einen besseren Plan?
XXX: Ich würde lieber über die Regenbogenbrücke gehen.

XXX: …

XXX: Ob das die Tiere wohl stört?
Ivy: Ich denk nicht… Tiere sind nicht so kleinlich wie wir.
XXX: Sowas ähnliches dachte ich grad auch.
Ivy: Magst du Tiere ?
XXX: Ja schon, aber ich hab eine Tierhaarallergie.
Ivy: Ähm.
XXX: Ich weiß schon… wenn ich tot bin dürfte das mein kleinstes Problem sein.

.

Rainbow




Schwäbisches Sendungsbewußtsein

26 02 2008

Simone, das arme Ding, kommt aus Norddeutschland… die logische und erschreckende Konsequenz: Sie kann keine Spätzle machen. Das ist natürlich fatal und völlig inakzeptabel, deswegen habe ich mich heute zu der wohl wichtigsten Mission meines bisherigen Bloggerlebens aufgemacht und beschlossen ihr und auch dem bedauernswerten GFS und allen anderen, die glauben gekaufte Spätzle seien ein Lebensmittel, die wahren Werte des Südens zu vermitteln…

Kinners, heute lernt ihr fürs Leben…

Schritt 1:

Spätzle-ZutatenAls Allererstes sammeln wir uns, atmen einmal tief durch und bereiten dann folgende Zutaten vor:

  • Mehl,
  • Eier,
  • Öl und
  • Salz.

Pro Person etwa 100g Mehl und ein Ei… Mathematische Genies erkennen sofort: Ivy macht Spätzle von 300g Mehl. Pro 100g Mehl etwa einen Eßlöffel Öl und soviel Salz wie ich denk. Ein wichtiges Accessoire ist der Holzlöffel, besser noch ist der mit Loch drin, aber der ist ja bedauerlicherweise bei einer meiner letzten Aktionen verschieden.

Schritt 2:

Spätzle-TeigWichtigster Schritt der Mission „Spätzle für Norddeutschland“ ist eindeutig die Produktion des Teiges. Man gibt also alle Zutaten in eine Schüssel und dann rührt man erst gelangweilt ein wenig drin rum, hat man das Gefühl das der Teig zu fest ist gibt man noch ein Ei oder einen Schluck Wasser rein. Wenn sich die Zutaten verbinden und in etwa die Konsistenz von angerührtem Moltofil haben beginnt man den Teig zu schlagen – man hebt quasi mit dem Kochlöffel Luft unter den Teig und das tut man mit etwas Gewalt und IMMER von Hand, sonst wird das nix. Küchenmaschinen sind bei der Spätzlezubereitung grundsätzlich Pfui-Bah. Wenn der Teig anfängt Blasen zu schlagen und beginnt zu glänzen ist er soweit fertig. Meist ist das der Fall sobald der Schmerz in der Hand nachlässt und man dafür das Gefühl hat, dass der Ellbogen orthopädische Hilfe braucht. Marilyn Manson ist eine wirkungsvolle Unterstützung in diesem Teil des Prozesses.

Schritt 3:

Spätzle-TasseWir stellen den Teig zur Seite, kochen uns ein beruhigendes Tässchen Kaffee (Fortgeschrittene dürfen auch ein Glas Lemberger trinken) und lassen den Teig nach einigen hasserfüllten Blicken und einer Handmassage etwas ruhen. In der Zeit sammeln wir uns, lauschen andächtig etwas beruhigender Musik – jetzt vielleicht Dixie Chicks – und überlegen uns, was wir für den nächsten Schritt brauchen. Hier der Standardaufbau mit großem Wassertopf und viel, viel Salzwasser, Spätzlemaschine eigener Wahl, Schaumsieb und Spätzleauffanggefäß:

Spätzle-Anordnung

Schritt 4:

Spätzle-Geburt

Sobald das Wasser… und das ist jetzt wichtig… sprudelnd kocht – also nicht so ein bisschen larifari vor sich hinköchelt, sondern richtig motiviert wallend wirkt – füllt man den Teig in die Spätzlemaschine der Wahl, hier der gute alte Spätzleschwob und drückt, hobelt oder schabt die Spätzle ins kochende Wasser. Es ist soweit, wir werden jetzt stolze Eltern brandneuer selbstgeschaffener Spätzle…

Der Topf mit dem kochenden Wasser und den noch jungen Spätzle wird mit Argusaugen überwacht: Nur Spätzle, die von alleine an die Oberfläche steigen dürfen den Topf verlassen und werden mit dem Schaumlöffel an Land gezogen, alles andere bleibt im Topf… auch die Hundehaare. Diesen Vorgang wiederholt man, bis der Teig gar (alle, zuende, babbela) ist.

Spätzle-Abschöpfen

4. Schritt:

Sofortiges Abspülen aller verdächtigen spätzleteigverklebten Elemente !!!

Spätzle-Abspülen

5. Schritt:

Bewundern der fertigen Spätzle und falls nötig Wiederaufwärmen derselben in einer Pfanne mit Butter oder in der Mikrowelle, natürlich ebenfalls ausschließlich mit echter Butter – alles andere ist ein Sakrileg, also denkt nicht mal drüber nach. So werden Männerträume wahr. Abschließend dürfen sich auch die Anfänger einen schnuckeligen Lemberger gönnen, während sie mit Tränen in den Augen ihre ersten gelungenen selbstgemachten Spätzle bewundern.

Spätzle




Mangelnde Selbstkontrolle

25 02 2008

Ich gehöre nicht unbedingt zu den Leuten, die aus ihrem Herzen… noch viel weniger aus ihrem Denken… eine Mördergrube machen. Mir wegen fremder Befindlichkeiten die Zunge zu verrenken ist halt nicht meins, trotzdem haftet mir der Ruch einer gewissen Sensibilität an. Sei’s drum… ich kann mich (entgegen anders lautender Meldungen) in der Öffentlichkeit benehmen und bemühe mich zumeist um angepasstes Verhalten – wirklich wahr.

Aber irgendwie ist meine Selbstkontrolle heute völlig entgleist. Ich stand am Glascontainer und sortierte ordnungsgemäß den Flaschenmüll nach Farben, damit irgendein Hilfsarbeiter das später alles wieder zusammenkloppen kann, da ging eine junge Frau an mir vorbei. Offensichtlich eine Büroangestellte in der Mittagspause. Angetan mit einer dieser superkurzen Jacken und einer entsetzlich schlecht geschnittenen Stoffhose.

Ich dachte: „Wie kann man sich denn eine Hose kaufen, die so scheiße an einem aussieht?“ Sowas denk ja öfters, dass ist völlig normal, aber als sich die junge Frau umgedreht hat, wurde mir klar, dass ich das tatsächlich laut gesagt habe. Unbewusst. Ohne es zu wollen. Leider hat sich die Erde nicht aufgetan um mich zu verschlucken. Vermutlich weil ich die Wahrheit gesagt habe. Autsch. Hoffentlich wird sie die Hose verbrennen. Und hoffentlich überprüft sie, ob ihre beste Freundin wirklich die kompetenteste Modeberaterin ist, die sie finden kann. Und hoffentlich vergisst sie mich ganz schnell – zumindest würde das den Hauch von schlechtem Gewissen beruhigen, den ich jetzt habe.





Classical Geographic – Iberian Peninsula

24 02 2008

or: Meet Hemingway… while I practise on the cello

Spanien, Land der heißen Mittagssonne und der ausgesetzten Hunde. Gibt mir nicht viel, zu warm für meine Bedürfnisse, aber es existiert trotzdem ganz offensichtlich und hat einen festen Platz im Ringelreihen des Wettbewerbes um den besten Opernsänger der Welt. Ansonsten… tja, ansonsten. Ach ja, der Flamenco, der Habanera… große Tänzer und leidenschaftliche Musik, aber leider das falsche Genre. Im Nachbarland, dass ich seltsamerweise sehr schätze – Portugal – empfehle ich jedem den Besuch (und das langsame Betrinken) in einer Fado-Bar… göttlicher Schmelz, Sehnsucht in allen Poren und ein viel hemingwayeskeres Gefühl als in Spanien.

Komponistentechnisch hat die Halbinsel nichts gerissen, erwähnenswert Fernando Sor, der Beethoven der Gitarre… kennen vermutlich aber nur eingefleischte Fans, Albéniz hat ein paar herausragende Stücke geschrieben, und ein besonderes Schmankerl ist Pau Casals, ein wirklich begnadeter Cellist – und mal ehrlich… Cellisten kennt man sonst ja fast nie.

Die Sänger… allen voran Montserrat Caballé, die man nicht nur aus der rockigen Hymne Barcelona mit Freddie Mercury kennt (schon wieder Sport), sondern sie hat auch José Carreras entdeckt. Ein weiteres unverzichtbares spanisches Produkt ist Plácido Domingo, dem wir jede Menge publikumswerbend gesungene Klassik mit den drei Tenören, Carreras, Domingo und Pavarotti verdanken.

Asturias von I. Albeniz, Gitarrenumsetzung die mich erblassen lässt… so klingt Spanien

Einmal, nur einmal möcht ich so spielen können: Pau Casals – Bach Suite #1

Barcelona – Freddie Mercurys letztes Konzert mit Monserrat Caballé

Lehrreiches: Gibraltar und Andorra kann man trotz Max Frischs Bemühungen eher vernachlässigen. Neben Paella und Mallorca hat Spanien einen eher geringen Mehrwert, regelmässige Hundeimporte lassen Böses ahnen. Es gibt kaum große Cellisten, ich werd wohl auch keine werden, aber dafür hat es wunderbare Bars in Portugal in denen ich diese Tatsache beweinen kann.

Reiseroute
<<< France … England>>>




Ja! Ja! Ja!

24 02 2008
.
.
3
Das Leben kann so schön sein……..




Ivys Haushaltstipps #5

21 02 2008

Einen Holzkochlöffel von Spätzleteigresten befreien zu wollen ist ehrenhaft – dies mit einem scharfen Messer und ohne vorangegangenen VHS-Schnitzkurs zu tun ist dämlich, aber künstlerisch wertvoll…





Fette Beute

20 02 2008

Ein typischer Zwischenfall beim Shoppen mit meiner Mum, ihres Zeichens Spezialistin für die öffentliche Demütigung Anverwandter, ereignete sich in ihrer Lieblingsklitsche, dem Breuninger (Schwaben wissen was das für ein Laden ist).

Mum probiert „Jäckchen“ an, während die gelangweilte Ivy durch die Gänge schlendert und schliesslich ein absolut unglaubliches T-Shirt findet, dass original so aussieht als hätte man es in den 70ern aus einer grüngemusterten Tapete geschneidert. Hinreißend schräg, sogar für die diesjährige Modesaison fernab der Normalität. Ivy schleppt ihre Entdeckung entzückt zu Mum, die dazu meint: „Dein Geschmack war schon immer eigenwillig, damit hab ich gelernt zu leben, aber diesmal übertriffst du dich sogar selbst.“ sagts und dreht sich zu der geknechteten Verkäuferin um, die für Mum die Zofe gibt und setzt zu einem ihrer berüchtigten Monologe an:

„Wissen Sie, das Kind wollte ja nie was Modisches anziehen als sie noch klein war – ach, sie war ja so ein hübsches Kind – aber schwierig. Und sie wollte nie das anziehen, was ich ihr ausgesucht habe. Auch nichts das einfach nur normal war. Oder etwas das ich geschneidert habe ? Niemals. Wissen Sie, ich war mal Schneiderin. Berufsschullehrerin in Heilbronn sogar.“

Wechsel in ein neues Jäckchen.

Tapete_1„Wenn wir einkaufen waren und sie sollte was anprobieren, dass ihr nicht gefiel, hat sie sich einfach auf den Boden gelegt und solange die Luft angehalten, bis sie blau angelaufen ist. Sie sollte es ja nur versuchen, aber nein, dieses Kind doch nicht. Die Verkäuferinnen haben sogar mal wegen dem Kind den Notarzt ins Kaufhaus gerufen. Furchtbar, wirklich… „

Neues Jäckchen wird diensteifrig angedient.

„Nein das nicht… Was die Verkäuferinnen damals wohl gedacht haben. Vermutlich, dass das Kind völlig durchgeknallt ist. Einmal, da hat sie sich in einem Kleiderrondell versteckt, weil ihr ein ganz reizender Hosenanzug nicht gefiel. Das ganze Shoppingcenter hat das Kind gesucht, sogar die Sicherheitsbeamten. Und das Kind sitzt…“

„Mum, das _Kind_ ist Mitte 30, steht hinter dir und hört was du sagst“

„Es war aber doch so. Du sahst zwar aus wie ein kleiner Engel, aber ehrlich, du warst so ein borstiges kleines Wesen.“ Zur Verkäuferin:“Haben Sie das auch einen Ton dunkler?“ Verkäuferin nickt und hält ein neues Jäckchen hoch wie eine Trophäe.

„Erinnern Sie sich noch an den Breuni-Kindergarten, der war doch früher oben im dritten Stock, da konnte man die Kinder abgeben damit man in Ruhe einkaufen kann“ Nicken seitens der Einkaufshilfe. „Das waren ja immer so nette Betreuerinnen und die konnten ja so gut mit den Kleinen, wirklich furchtbar nett. Das ganze Personal hier ist immer so freundlich und geduldig. Meine Tochter sagt zur Begrüßung zu der Kindergärtnerin – kennen Sie die noch, die große Blonde.“ Kopfschütteln. „So eine nette Person… aber das Kind geht hin und sagt zu der Frau, als die ihr so einen Breunibär in die Hand drücken will: ‘Sparen Sie sich ihr Eititei doch für Kinder , die Ihnen intellektuell näher stehen.’ Unglaublich peinlich. Da war das Kind grade mal 4. Ich sag Ihnen… ja die Farbe ist prima… also mit dem Kind wars nie einfach, da hat der Wahnsinn ganz fette Beute gemacht.“

Ivy halluziniert vom Muttermord, bricht aber stattdessen lachend samt einem Kleiderständer zusammen, als die Verkäuferin nach einem kritischen Blick auf Mum samt Jäckchen meint: „Naja, irgendwo muss das Kind die Gene wohl her haben.“