Agnes Maria

25 04 2008

Früher dachte ich immer mein Lieblingsname Agnes, respektive in Südtirol als Kosename Neas geläufig, sei etwas eigenwillig… ich dachte sogar eine Zeitlang man könnte ein Mädchen auch Shenandoah nennen, bis mir auffiel, dass ein Kind seinen eigenen Namen vor Beendigung der 11.Klasse auch selber schreiben können sollte…

Aber dann ist mir diese Variante begegnet: Amy-Cheyenne und Lennox-Romeo… alternativ war auch Liam Lennox in der Diskussion, aber ein glücklicher Stern konnte dieses Schicksal wohl abwenden.

Existierende Kinder, deutsch wohlgemerkt, Geschwister selbstverständlich… Vornamen, die die beiden vermutlich ein Leben lang nicht richtig schreiben können… allein die Vorstellung, dass ein anderes, fremdes Kind versucht eine Geburtstagskarte zu schreiben… erinnert ihr euch noch an diese Dramen? Wiederholte Versuche, die Karten wenigstens ansatzweise in einer der Muttersprache ähnlichen Sprache zu verfassen… Tränen über Tränen.

Vielleicht ist das auch so etwas wie eine vorweggenommene Strafe für in der Pubertät zu begehende Übertretungen… eine Art lebenslänglicher Hausarrest im eigenen Namen… Nur mal so nachgedacht, es gibt auch eine positive Seite, so bietet der Name Amy-Cheyenne durchaus die Grundlage für eine gewisse berufliche Prädisposition.

Andererseits… es könnte noch schlimmer sein: Babyforen.de





Micropachycephalosaurus

24 04 2008

Sockel Turm LindenfelsManchmal… wenn ich beim Besichtigen einer Burg kreische: „Herr Hase, hier gehts zu den Kasematten… den KASEMATTEN… hörst du“ und ich seinen peinlich berührten und dezent ratlosen Blick sehe, dann wird mir ganz kurz bewußt, dass ich eine ähnliche Begeisterung an den Tag lege wie damals… damals als ich vierjährig und altklug meinen Vater mit dem schrillen Gilfen von Begriffen wie Micropachycephalosaurus hongtuyanensis beglückt habe.

Genauso wenig, wie mein Vater wusste, was ein Microdingsbums ist, weiß Herr Hase worin genau der Unterschied zwischen Kasematte und französischem Ziegenkäse liegt. Er kriecht auch nicht gerne in muffigschwadende Löcher… um ehrlich zu sein… er kriegt schon das Kotzen, wenn er mir zusieht, wenn ich auf einem Sims balanciere und mich an 700 Jahre alten Fensterkreuzen festhalte, um einen Weg auf einen halbverrotteten Turm zu finden. Für Herrn Hase ist auch nur marginal spannend, ob ein Loch in der Wand nun von einer Kugel oder einem steinfressenden Hamster stammt.

Fenster FreudenbergUnd trotzdem gebe ich nicht auf… unermüdlich mit bildreichen Worten beschreibe ich, was ich in einer Burg sehe… wie es aussah, welche Tiere im Hof herumliefen, was die Menschen trugen, was sie für Aufgaben hatten, welche Pflanzen im Garten gepflanzt wurden und was die Menschen aßen und tranken, wie sie lebten, feierten und zu Herrn Hases Freude… alles was ich über Liebe und Lust im Mittelalter jemals gelesen habe.

Nicht das ihm das meine Neigung zur Vergangenheit wirklich näher bringt… oder gar sein tiefes Bedauern angesichts verschreckter Touristen behebt, die zufällig Zeugen meiner sehr lebhaften… und gelegentlich etwas zu detaillierten… Beschreibungen mittelalterlichen Schlachtengetümmels werden, aber immerhin bin ich schon aus der frühen Kreidezeit im nachchristlichen Europa angekommen. Es besteht Hoffnung, dass ich in nicht allzu ferner Zukunft ein echtes Interesse am Tagesgeschehen entwickle… auch wenn ich bezweifle, dass ich jemals meine Vorliebe für Folterkammern verliere.





Bühnenreif

23 04 2008

Gelegentlich schreibe ich auch andere Dinge… Geschichten, Aufarbeitungen, Fantasien… ganz fies auch das eine oder andere Experiment mit Sprache oder Emotion… Stücke, die ich bestenfalls mit Freunden teile… eher aber für mich behalte. Emotionaler Eigenbrötler der ich bin.

Durch einen seltenen, vermutlich aber durchaus glücklichen Zufall hat es sich ergeben, dass einer meiner Texte tatsächlich den Weg auf eine richtige Bühne… vor echtes, wildfremdes und vermutlich auch noch bezahlendes Publikum geschafft hat. Ohne mich. Aber mit jemandem, dessen Interpretation meines Eigenwillen ich schätze.

Eigenartig… jetzt haben Menschen, die mich nicht kennen, einen Einblick in meine private innere und gelegentlich perfide Welt bekommen, die ich nicht mal immer mit denen teile, die dieses Leben mit mir leben…





The Colors of Geocaching

22 04 2008

Erstaunlich welch eigenwillig schillernden Farben der menschliche Körper annehmen kann, wenn man ihn einen schlammigen Abhang runterrutschen, die Aussenmauer einer Burg hochklettern und einen Weg durch ein Geröllfeld suchen lässt…

Felsenmeer





Eigenwillige Zaungäste

21 04 2008

Seit einiger Zeit beobachte ich mit Erstaunen meine Suchanfragen… kann es Zufall sein, dass jeden Tag genau einmal der Begriff „Ficken im Krankenhaus“ einen Menschen zu meinem Blog führt? Oder ist es eher so, dass mich ein bestimmter Mensch konsequent über dieses Suchwort aufruft? Ich neige dazu an Letzteres zu glauben… eine Frage statistischer Wahrscheinlichkeiten.





Killing Fields

20 04 2008

Irgendwo zwischen bockbeuteliger Bauernschläue und jagdlicher Aufrüstung:

Jägerstand
Der fahrbare Jägerstand




Let’s do some Tourism

19 04 2008

Zugegeben, nicht alle Menschen betrachten handschriftliche Auzeichnungen der Kreuzzugslyrik im Minnesang, längst vergessene Grabsteine auf halbverrotteten jüdischen Friedhöfen oder die Grundrisse winziger Eremitagen aus dem 12. Jahrhundert als touristisches Highlight… aber für mich ist das aufregend… und über Stunden fesselnd. So sehr, dass sich Herr Hase zum Spezialisten für die Entdeckung abgelegener Parkbänke entwickelt. Alternativ fotografiert er auch gerne.

Steinbruch vor RothenburgWie in Rothenburg… während ich mich in historischer Bausubstanz und Überlegungen zu deren statischer Entwicklung verliere… treibt er sich in der nur Zentimeter neben mir entlanggetriebenen Herde internationaler Touristen herum. Wie ein Wolf unter ahnungslosen Schafen. Während diese in fassungslosem Staunen ein Glockenspiel fotografieren, fotografiert Herr Hase die Menge… und deren Besonderheiten. Die blonde pagenbeschnittene Amerikanerin, die zu einem folkloristisch angehauchten Rock ausgefallene Pelzstiefel, einen seltenen interessanten Bolero und wirklich originelle Ohrringe trug… In einer eigenwillig schillernden Kombination aus Lila, Beige und Rot. Feuerrotem Lippenstift.

Wir haben ja auch das „Mittelalterliche Kriminalmuseum“ besucht. Ich im Treppenhaus… Manesse-Handschrift gucken. Herr Hase bei den Keuschheitsgürteln. Kleine Galgen bewundert, über mögliche Verwendungen für drehbare Käfige nachgedacht, eine hocherotische Skizze im Keller entdeckt. Und eine längere Diskussion über das Verhältnis von Richtschwertern und meiner Körpergröße geführt.

Hartgesottene Touristen eben, wie alle anderen auch.





Intellectual Mindfuck

18 04 2008

Um die… „Fantasie“… eines Mannes anzuregen, bedarf es meist nur einiger weniger dezenter und eindeutig sexisitischer Hinweise, ich muss gestehen, als Frau braucht man dafür weder ein ausuferndes Talent noch eine explizite Improvisationsgabe… schlichte körperliche Reize und einige gezielt eingesetzte Schlüsselwörter sind in der Regel mehr als genug. Gut für mich, noch besser für die Männer. Niemand will sie schliesslich überfordern.

Umgekehrt braucht es heutzutage einiges mehr um eine Frau wirklich mit einem gediegenen sexuell anregendem Spruch zu beeindrucken. Machochistische Frauenfeindlichkeit zieht schon lange nicht mehr, Holzhammererotik reizt Frauen eher zum Lachen… also was tun?

Bringt uns doch mal zum Nachdenken… beispielsweise mit diesem erlesenen Stück ausgefeilter Autobahntoilettenhäuschenlyrik… Frau stellt sich spontan einige Fragen: Heute? Also welches Heute meint der Mann. Heute heute, oder ist das Heute bereits von gestern? Eventuell sogar schon von vorvorgestern? Und wenn ja… gilt sein Angebot noch? Und wenn heute… wann heute? Wie heute? Und wo soll heute stattfinden? Interessant – intellektuell gesehen.

Blasen oder Ficken… reden wir hier wirklich über ein ausschliessendes ODER oder kann ich eventuell doch beides bekommen? Ist hier eigentlich die grammatikalische Form korrekt gewählt? Müsste es nicht heißen „Suche Frau, die mir einen bläst?“… oder möchte der unbekannte Dichter etwa mir… Nein, eher nicht… sonst würde er ja auch wollen, das ich die Sache mit dem Ficken übernehme, aber erfahrungsgemäß schätzen das nicht wirklich alle Männer… leider… denn das könnte durchaus erregend sein. Sucht er vielleicht eine Frau, die er zwar, die aber ihm…

Und schon ist Frau gefangen in diesem perfiden Konstrukt sexueller Gedanken… das meine Herren ist wahre Erotik, das ist Mindfuck vom Allerfeinsten.





The Love Kills Theory

18 04 2008

Das bedient sowohl meinen Musikgeschmack wie auch meine Vorliebe für Zofenkostüme aufs Wunderbarste:

„The Love Kills Theory“ featuring „The French Maids“

via and with a curtsey to „The Art of Pain“





Ivys Haushaltstipps #6

18 04 2008

Wenn auf einer Süssigkeitenverpackung vermerkt ist: „Der Verzehr dieses Produkts kann abführend wirken“ ist es ausgesprochen idiotisch zwei Schachteln davon zu essen… auch wenn sie dolle lecker sind.