Tierärztliche Pragmatik

31 07 2008

Merlin, das zarte Hundchen, war nach Ansicht Herrn Hases so schwer krank, dass er dringend seinem Tierarzt vorgestellt werden musste, denn das liebe Tierchen (der Hund, nicht der Hase) musste immer wieder dolle schlimm niesen…

Nach kurzer Wartezeit zwischen einer wirklich jämmerlich aussehenden Katze und einem Meerschwein durfte Musterhund Merlin ins Sprechzimmer. Niemand hievt ein 50-Kilo-Pony unnütz auf einen Untersuchungstisch, also haben wir uns alle mal auf den Boden gesetzt und nach Schilderung des Problems wurde Merlins Nase beleuchtet, zugehalten, bepustet und was es sonst noch an wissenschaftlichen Untersuchungsmethoden aufzubieten gibt. Nach einer halben Stunde und der Verordnung von hundegerechten Merz-Spezial-Dragees für ein schöneres Fell, frage ich bei der Verabschiedung dann doch:

Ivy:Und? Diagnose?
Arzt:Ach ja… Also, der Hund niest.
Ivy: Und was mach mer deswegen?
Arzt: Warten bis er aufhört?





Sommerferienprogramm – Portugal

30 07 2008

Heute haben wir im Sommerferienprogramm ein echtes Highlight zu bieten… Portugal. Meiner Meinung nach immer eine Reise wert, des Fados wegen und einer ergreifend schönen Küste zu Liebe. Besonders empfehlenswert sind Reisen im Frühsommer und gemeinsam mit einer wundervollen Frau. In meinem Fall eine, die nicht nur ein absolut indigniertes Popowackeln an den Tag legen konnte, sondern auch jede Menge geist- und körperreicher Unterhaltung zu bieten hatte. Anbetungswürdig. Die Frau. Und ihr Hintern.

Fern jedweder Touristenhochburgen erinnere ich mich an eine traumhafte Landschaft, viele Gespräche bei schwerem Rotwein, diverse Fahrten mit Eselskarren, Küsse im Sonnenschein, kartonweise Ziegenkäse, eine Hühnerbraterei kurz vor dem Niemandsland und unendlich viele Fotos… Fotos von Füßen:

Meine Füße, ihre Füße. Unsere Füße auf einer Burg, ihre Füße im Schilf, meine Füße auf der Terrasse einer Fado-Bar. Unsere Füße am südöstlichsten Punkt Europas, mit und ohne Wasser. Ihre Füße beim Fisch kaufen in pinkfarbenen Sandalen, meine Füße in grünen Turnschuhen in Lissabon. Ihre nackten Füße voller Sand und meine nackten Füße auf dem dreckigen Fußboden eines Provinzflughafens.

Ich verbringe eine atemberaubende Zeit in einem wunderschönen Land mit unfassbar einfallsloser Küche: “Möchten die Damen Fisch oder Tintenfisch?”… mit einer sensationellen Frau, die Haare hat wie ein pink-orange-gestreiftes Eichhörnchen und alles was mich dran erinnert, sind die Fotos unserer Füße…

Es gab nur sehr wenig Denkwürdigeres in der Ära vor der Digicam.





Sommerferienprogramm – Hitzefrei

29 07 2008

Heute könnte man die Luft in Würfel schneiden, deswegen hat das Sommerferienprogramm heute hitzfrei… oder will etwa wirklich bei diesem Wetter jemand etwas über meinen Urlaub in der Vorhölle New Mexico lesen?

Nein?

Ich auch nicht…





Sommerferienprogramm – Langnese

28 07 2008

An einem Tag wie heute, an dem ich mir ernsthaft ein Sommerhäuschen in Grönland wünsche, versuche ich mich daran zu erinnern, was ich denn früher so toll fand am Sommer. Waren die Sommer weniger schwül? Liegt es daran, dass es mal eine Zeit gab in der ich wochenlang nur in Bikinihöschen rum gerannt bin… natürlich nur bis zum dritten Lebensjahr, anschließend hab ich das Dame-sein für mich entdeckt. Wieso wirken Sommer im Rückblick immer schöner als der Sommer unter dessen Hitze man aktuell leidet?

Im Rückblick erscheint der Kern jeder selig-verzückten Erinnerung an die Sommer meines Lebens drei Dinge zu enthalten… Männer, Alkohol und Eiscreme. Nicht unbedingt in dieser Reihenfolge. Aber… um zumindest diesen Punkt abzuhaken, reden wir heute über Eis… Ich liebe Eis. Ich erinnere mich nur zu gut an das selbstgemachte sahnig-fluffige Pfirsich-Eis von meinem Onkel Winston… und natürlich auch an die vermutlich sexuell unterschwelligst anzüglichste Eiswerbung der Welt:

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Nogger dir einen





Sommerferienprogramm – Deutschland

27 07 2008

Es ist Sommer, es ist heiß, es ist langweilig. Die andere Hälfte des Internets ist im Urlaub und ich versuche mir mit sensationell niedriger Postingdichte mein kultiviertes Desinteresse nicht allzu sehr anmerken zu lassen… Aber während ich so im kühlen Schatten räkle und von einem exorbitant gutgebauten Mann träume, der mir Caipirinhas im Unverstand mixt, erinnere ich mich gerne an früher… an die Sommerferien… sehnlichst erwartet, ewig lang und retrospektiv betrachtet auch nicht spektakulärer als heute, denn damals war auch mindestens die Hälfte der Freunde nicht da… Ich meist auch nicht, denn ich hab meine Sommer entweder bei meiner italienischen, meiner jugoslawischen oder meiner deutsch-österreichischen Familie verbracht.

Damals erstes Mittel der Wahl gegen Langeweile und Schlägereien mit meinem Cousin: Das Ferienprogramm der öffentlich-rechtlichen Sender (damals gabs ja auch noch keine anderen). Jeden Nachmittag, ich glaube so gegen 15.00 Uhr, begann das Sommerferienprogramm. Ich kann mich an Highlights wie “Pippi in Takatukaland” und “Michel von Lönneberga” erinnern, aber auch an sehr Aufregendes, quasi erotisches für vorpubertierende Mädchen wie der unvergessene “Sandokan”. Das war noch ein Mann. Vermutlich sogar einer der mich für alle Zeit auf den Piratentypus geprägt hat… zumindest würde das meine fast schon idiotisch zu nennende Verehrung von Captain Jack Sparrow erklären.

Und.. es gab da noch die weich-warme Stimme mit dem entzückenden bayrischen Akzent von Hansi Fischer, die von mir angebetete Moderatorin. Nicht nur weil sie im Fernsehen war, sondern weil sie einen Jungennamen hatte. Einen Jungennamen und lange blonde Haare. Ich hab kein Wort verstanden.. aber sie war anbetungswürdig. Ebenso wie Oma Helenes Zwetschgenknödel, von denen einer immer noch unter der Couch in ihrem alten Haus liegen dürfte. Und für meine Sommer in Deutschland mindestens genauso wichtig war seltsamerweise Clarence, der schielende Löwe aus Daktari. Unvergessen.

Schalten sie auch morgen wieder ein, wenn wir in einem weiteren sinnfreien Posting über andere langweilige Sommer aus dem Leben der Ivy Becker berichten….





Mahna Mahna

21 07 2008

Jaha… ich nutze das Sommerloch weidlich aus. Echt jetzt: Ich wollte dieses Vid wirklich schon länger posten, aus kulturwissenschaftlichen Gründen… man kennt ja meinen notorischen Anspruch an die klassische Bildung… heute aber begrüßen wir mit diesem wundervollem Eintrag eine neue Leserin, die bereits anhand des Titels erkennen dürfte, dass sie mich an dieses Lied erinnert hat.^^

Neben der sicherlich exorbitanten Bedeutung für die Entwicklung des Menschen ist dieses Lied eine meiner liebsten Kindheitserinnerung. Mal ehrlich, jeder kennt Mahna Mahna… aber wer weiß schon, dass es drei Versionen davon gab? Hmm?

Bevor einer was dazu sagt… Diese Version ist aus der Muppetshow im Jahre 1976, meine Kindheitserinnerungen beziehen sich ausschließlich darauf und nicht auf die Version aus der Sesamstrasse von 1969. Net das hier mal wieder einer der üblichen Verdächtigen aufschlägt und meint er müsste mich auf mein prähistorisches Alter ansprechen.

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(Memorised by Tröte, via YouTube)





Mrs. Ivy Alienkiller

17 07 2008

Ach ja… es ist Sommerloch und außer das Merlin den Papiermüll in mühevoller Kleinarbeit in mikroskopisch kleine Teile zerlegt hat, tobt der Bär wohl grade woanders. Vermutlich irgendwo weit weg… wo es lecker Essen gibt und ein feines Weinchen… in der Emilia Romana vielleicht. Jedenfalls ohne mich.

Aber heute hat mich Frau von Sternenberg an eine alte Liebe erinnert, die hier früher desöfteren gebloggt wurde und ein wenig in Vergessenheit geriet, angesichts meines ach so aufregenden Lebens zwischen Waschmaschine, Zahnarztbesuchen und Männer verhauen: Der völlig sinnfreie Psychotest.

Früher… also in der Prä-Internet-Zeit… hab ich die Tests in den Mädchenzeitschriften gerne angekreuzt. Heimlich unter der Bank und vorzugsweise im Religionsunterricht. In Physik hatte ich keine Zeit, da war ja unsere Skatrunde. Und da schuldet mir ein gewisser Jemand noch 2 Mark und 18 Pfennige… und wenn der ehemals junge Mann – heute eine alte Liebe – die nicht rausrückt… dann wird er mich mal ganz anders kennenlernen. Weil ich… so sagt mein heldenhafter Psychotest… bin eine Heldin von der Art Ellen Ripleys… und wie wir alle wissen: Frauen wie wir belieben nicht zu scherzen… Nie.
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Ellen Ripley (Alien) : 79%
Trinity (Matrix) : 78%
Beatrix Kidow (Kill Bill) : 74%
Michelle (American pie) : 67%
Jean Grey (Xmen) : 67%
Leeloo (The fifth élément) : 65%
Vivian Ward (Pretty woman) : 63%
Baby (Dirty dancing) : 62%
Catherine Tramell (Basic instinct) : 62%
Bridget Jones : 59%

Zum Heldinnentest

Zum Heldentest





Wonderful Wildlife

13 07 2008

Poppende Schweine, libidöse Schafe, tote Katzen… dieses Blog fühlt sich der Tradition des Discovery-Channel wirklich tief verpflichtet. Aber statt knallharter Reportage aus dem grausamen Alltag der domestizierten Tiere stell ich heute ein eher beschauliches, eigentlich romantisches Lehrstück aus dem Leben wilder Tiere vor… der Kampf um die Liebste, der Sieg und letztlich auch… ja… auch der Preis der Mühen.

Ist die Welt nicht voller Wunder?

(via blogotronic)





It’s not easy being green

11 07 2008

Manchmal, wenn auch nicht allzu oft, bin ich ein unglücklicher kleiner Frosch. So wie heute… wo mir alles ein bisschen zuviel ist und ich einfach wieder gerne das kleine Mädchen wäre, die Freitags abends extra früher ins Bett ist, damit sie am Samstag morgen ganz früh schon die Kindersendungen gucken konnte… die Jetsons, die Feuersteins, Bugs Bunny, Roadrunner und natürlich die Muppetshow. Eingekuschelt auf dem vor dem Fernseher, auf meinem großen Schildkrötenkissen, mit meinem Schmusefrosch, meinen Crayola-Stiften und dem heimlich aus dem Schrank geholten Instantpulver für Orangensaft, dass sich auch prima ohne Löffel und vor allem ohne Wasser essen ließ…

Manchmal ist es wirklich nicht einfach Grün zu sein…

Kermit – It’s not easy being green





Wikipedias Wilde Weiber

8 07 2008

Als Frau in der Wikipedia sollte man sich bewusst sein… die Wikipedia ist kein Ponyhof. Natürlich, ich schreibe in Themenbereichen in denen man sich von Haus aus keine Freunde schafft… Der Bereich BDSM ist für Löschanträge prädestiniert und Bereiche wie Militärgeschichte und Wein sind doch eher männlich dominiert. Was könnte ich schon wissen, was die Männerwelt nicht weiß… ja, ist klar – ich bin selber schuld, was interessiere ich mich auch dafür und ich erwarte in diesem Zusammenhang auch kein Verständnis.

Aber was ich momentan wikipediaweit beobachte, ist eine Form unterschwelliger Diskriminierung von Frauen, die allgemein wortlos toleriert wird. Es werden Löschanträge auf Begriffe wie Göttin oder Kategorien wie Benutzerin gestellt… Themen aus dem Bereich der Gender Studies werden als Theoriefindung oder bestenfalls Blödsinn abgetan… and so on. Das tut mir, die ich in der Wikipedia oft dank meiner eigenen Themen oft ordentlich eine vor den Latz geknallt bekomme, richtig weh.

In der Wikipedia gibt es vermutlich tausende Artikel zu Pornosternchen… aber der Begriff Göttin hat keinen Platz? Hunderte von Eisenbahnstrecken zwischen Apfelbaum und nirgendwo sind in aller Detailverliebtheit beschrieben… aber wichtige, wenn auch idiotische feministische Theorien sollen verschwinden? Jedes Automodell ist inklusive Sonderausstattung vertreten, aber die Liste weiblicher Gottheiten soll gelöscht werden? Und jeden Tag werden es weniger Frauen, die Lust haben mitzuarbeiten.

Frauen machen nur 10 Prozent der Wikipedia aus und die Diskriminierung von Frauen ist ein Problem, dass die Wikipedia das Wertvollste kostet, das sie kennt – Wissen. Es sitzen hunderttausende interessierter gebildeter Frauen nach ihrem Studium zuhause und langweilen sich in ihrer Familienpause mit Richterin Salesch durch den Tag… sie hätten was beizutragen… und die Wikipedia ist nicht in der Lage ein Umfeld zu schaffen, dass diese Frauen anlockt und zur dauerhaften Mitarbeit motiviert. Statt dessen spielt mann gerne jeden Tag Kindergarten im Metabereich und übt weiterhin eine zum Teil grauenhafte Diskussionskultur, die viele Frauen nicht bereit sind hinzunehmen… sie gehen, samt ihrem Wissen.

Trotzdem, ich mag die Wikipedia und ich möchte mich bei all jenen Männern in der Wikipedia bedanken, die mich bestärken, hart aber fair diskutieren, mich als Autorin respektieren wie jeden anderen Mann, mich korrigieren, zum Lachen bringen und mir gelegentlich auch in den Popo treten. Einer von ihnen hat mit geraten: “Liebes, meld dich einfach unter einem Männernamen an und es wird alles viel einfacher für dich.” Ich werde das nicht tun, jedenfalls noch nicht… Ich werde brav weiterhin mein kleines rosanes Fähnchen hochzuhalten und auf verlorenem Posten auf die durch und durch weibliche Kavallerie warten.








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