Teppanyaki – Deutsche Version

12 10 2008

Heute waren wir in einem wirklich außergewöhnlich guten und großen Restaurant: Das Asia World in Fellbach. Ich weiß auch, dass das eher klingt wie ein thailändischer Stripschuppen, aber dort kann man trotzdem lecker essen, auch wenn mich die eine oder andere Stripperin statt des Meerwasseraquariums nicht gestört hätte…

Okonomiyaki

Am Büffet, an dem man seinen Rohzutaten fürs Teppanyaki zusammensammeln darf, stand ein kleines Mädchen… den Tränen nah. Ihr Vater, ebenfalls nicht mehr ganz Herr seiner Emotionen, versuchte der kleinen Dame die Absurditäten rohen Fischs und undefinierbarer farbenfroher Kombinationen von Hühnern und Morcheln nahe zu bringen. Mit erstaunlich wenig Erfolg, was mich angesichts der ausgewählten Köstlichkeiten auch nicht wirklich verwundert hat…

Nach ein paar Minuten des verzweifelten guten Zuredens und weiteren Blicken aus großen, feuchten, blauen Kleinmädchenaugen schnappt sich Papa einen Teller, schöpft vom Büffet Pommes, addiert noch zwei Gabeln voll gebackenen Hühnchen und einen Klecks rotleuchtender Chilisoße… und präsentiert der jungen Frau den Teller mit den Worten: „Hier… Schnitzel mit Pommes und Ketchup… und jetzt setz dich hin und hör auf zu nörgeln.“

Und morgen wird sie im Kindergarten stolz erzählen, dass sie asiatisch essen war… und das so ein bisschen schmeckt wie Schnitzel…





Männer, Matisse und Ersatzbefriedigungen

11 10 2008

Meine Eltern haben reichlich in den Versuch investiert mir eine humanistische Bildung angedeihen zu lassen. Als zweifelhaftes Ergebnis dieser Bemühungen um meine Sozialisation kann ich zumindest eine eine zynische Weltsicht, eine fatale Vorliebe für männliche Hinterteile und weibliche Zofen, ein Gespür für klassische Musik vorweisen… und… ich mag Matisse. Angesichts der Investitionssumme eine eher magere Ausbeute, aber realstisch betrachtet, ist das schon mehr als meine Lehrer erwartet haben…

Matisse… für die denen dieser Name kein Begriff sein sollte… war ein Künstler, genauer gesagt ein Maler. Ein Franzose, aber dafür kann er ja nix. Genauso wenig, wie er was dafür kann, dass ich seine Bilder mag. Ich mag auch noch andere Künstler, aber Matisse war einer der ersten, mit dessen Kunst ich mich wirklich auseinandergesetzt habe. Und jetzt ist in Stuttgart… der Weltstadt überhaupt… eine Matisse-Ausstellung.

Ich geh nicht gerne alleine in Austellungen, ich will die Dinge die ich sehe ja auch mitteilen… sprich, ich rede gern und viel… und hab mich deshalb gestern Abend auf die Suche nach einer Begleitung gemacht. Ich hab quasi meine gesamte Kontaktliste mit meinem Anliegen belästigt, aber… zu meinem Erstaunen… keiner will mit mir dahin gehen. Mehr als einmal bin ich nach Berlin, New York oder eine andere Stadt geflogen, nur wegen einer Ausstellung und es gibt niemanden unter meinen Menschen, der bis nach Stuttgart fährt? Ein ganzer Tag mit mir und großer Kunst? Nein?

Aber… als Ergebnis meiner Suche habe ich einige Dinge angeboten bekommen, mit denen Mann versucht hat, sich von dem Besuch der Matisse-Ausstellung freizukaufen. Darunter war eine Einladung ins Kino, das Angebot selbstgemachte Tagliatelle mit Ruccola gekocht zu bekommen, einer ist bereit stattdessen nackt meine Wohnung zu putzen, Indisches Essen, zur Not auch thailändisch. Einer mag lieber mit mir in die Oper als in eine Ausstellung und ist auch bereit für meine Unkosten (ein neues Kleid!) aufzukommen, einer will mich lieber an den Genfer See entführen, ein anderer bietet mir einen Flug und ein Wellness-WE in Berlin an.

Ehrlich… das sind zwar alles nur Ersatzbefriedigungen und selbst wenn ich letztlich alleine zu Matisse gehen muß… ich wär doch blöd, wenn ich diesen unbefriedigenden Freikaufversuche nicht mit einem gnädigen Lächeln akzeptieren würde… Und Jungs, sobald wir mit den aktuellen Angeboten durch sind, werd ich mit Sicherheit eine weitere Ausstellung finden, zu der ich einen Begeiter suchen werde… und glaubt mir… sich zu drücken wird ganz sicher nicht billiger werden…

Und falls doch jemand mit zu Matisse will… Ich zahl auch den Kaffee…





Two In The Morning

10 10 2008

Nachdem ich seit Tagen an Schlaflosigkeit leide, besänftigt dieses wundervolle und textschöne Lied von Jennifer Brown, das mir ein sehr netter Mann vor langer Zeit geschickt hat, meinen dominanten und aktuell eher unruhigen Verstand…

Ausnahmsweise nur als Link

Lyrics:

I want to be the girl who makes it under your skin so you can’t sleep
I want to be the one who makes your body stiff and your conscience weak
Youre gonna leave your senses and your confidences

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