Alles für den Hund

22 02 2009

So ein klein bisschen mach ich mich schon über die Besitzer dieser winzigen Hunde lustig, die Merlin mal eben als Zwischenmahlzeit verdrücken könnte… wenn er nicht soviel Angst vor diesen hochgezüchteten Meerschweinchen hätte… er ist ein wenig eigenwillig in solchen Dingen. Ich weniger… ich amüsiere mich über die älteren Damen, die ihrem Hundchen Schokodrops kaufen, die wohlhabenden Herrschaften, die ihn mit einem Halsband aus Swarowski zu Weihnachten überraschen und die wohlmeinenden Frauchen, die ihr zitterndes Bündel Fell in ein farblich passendes Jäckchen hüllen, damit die kleine Pupswurst nicht friert.

Bei mir ist das selbstverständlich alles ganz anders… mein Hund, der auch aussieht wie ein Hund… braucht natürlich unbedingt ein biologisch wertvolles Futter mit Barbarie-Ente, Neuseeland-Lamm und Menharden-Hering, er hats ja ein bisschen mit dem Bauch. Und es ist ja wohl absolut verständlich, dass Merlin mit seinem knochigem Arsch nicht auf den harten Fliesen liegen kann und überall in der Wohnung Decken und Kissen hat, um sich Merlinangemessen hinlegen zu können. Unnötig zu sagen, dass es sich nicht um irgendwelche Kisselchen handelt, sondern um schöne große, weiche und flauschige Kissen. Niemals würde Herr Hase den Hund verwöhnen, es war einfach nur unumgänglich seinetwegen einen Geschäftspartner anzuschreiben, weil dessen als Werbegeschenke verteilten Schaumgummibälle nun mal Merlins Lieblingsspielzeug sind… der Partner hatte glücklicherweise Verständnis und hat dem Flohbeutel eine kleine Auswahl entsprechender Bälle zukommen lassen.

Das Merlin… in seinem fortgeschrittenen Alter… ab und an mal ein paar Schuppen hat und vielleicht auch ein paar Haare verliert, liegt logischerweise am Futter, selbstverständlich bekommt er ein entsprechendes  Futterzusatzmittel in Ölform – vollgestopft mit Vitaminen und Omegasäuren unbekannter Anzahl…. allem Anschein schmeckt das auch noch ausgesprochen lecker. Und da ja keiner will, dass das zarte Tier ein Ziepen am Hals verspurt, wenn er beim Spaziergang versucht Frauchens Arm auszukugeln, ist ein gelgepolstertes Hi-Tech-Halsband ja wohl mehr als angemessen… ich geb zu, es hätte nicht rot sein müssen, aber das eine Warnfarbe den Hund schützt und rein zufällig ziemlich gut zu schwarzem Fell aussieht, dafür kann ja keiner was…

Nein, mit meinem Hund und mir ist das alles ganz anders…





Magische Worte

19 02 2009

Fast auf den Tag genau vor sieben Jahren hab ich mir bei einem Unterrichtsbesuch auf einer Intensivstation ein paar Methicillin-resistente Staphylokkoken im Mundraum eingefangen. Heute… nach Antibiosen, drei Operationen,  zerfetzen Kuscheltieren, ungezählten Zahnarztbesuchen, zwei verlorenen Zähnen, einigen Wurzelresektionen, komplett sanierten Zähnen, ein paar Spüldrainagen, einem ruinierten Mp3-Player und unendlich vielen Tränen inklusive der dazu passenden Panikattacken… sagte mein Kieferchirurg mit einem breiten Grinsen die magischen Worte:

„Das wars…“

Ich hab zwar ein paar Minuten gebraucht um das zu verstehen, aber ich denk es passiert ihm nicht oft, dass ihm eine Patienten um den Hals fällt und ihn abknutscht. Ich glaube, er wird mich vermissen…






Ivys Haushaltstipps #9

13 02 2009

Wenn man die Wahl zwischen der Orientierung mittels eines 6 Jahre alten Navis oder der Ortskenntnis der liebsten aller Freundinnen hat, sollte man sich unter allen Umständen für das Navi entscheiden… es sei denn, man möchte die Schönheit kleiner Gehöfte auf der Ostalb im Mondschein für sich entdecken…





U can’t touch this

10 02 2009

Schon als Kind mochte ich es nicht, wenn mir Menschen – und damit meine ich ganz dezidiert auch meine Mutter samt Spucke bewehrtem Taschentuch – ins Gesicht oder in die Haare fassen. Generell akzeptiere ich es nicht, wenn Menschen, die mir nicht vertraut sind, mich anfassen. Leider bin ich mit der Optik und Aura eines überaus flauschigen Plüschkaninchens gestraft… was regelmäßig für Verwirrung sorgt, wenn sich herausstellt, das das kleine Häschen, das man nur mal streicheln wollte, nicht nur sehr kehlig knurren kann, sondern auch über eine ganze Reihe überaus spitzer Zähnchen verfügt…

Normalerweise stellt sich das Problem im Alltagsleben ja nicht… aber gerade beim Friseur kollidiert meine Aversion gegen Berührungen überproportional häufig mit den beruflichen Bedürfnissen desselben. Glücklicherweise hat der Mann einen Narren an mir gefressen… Nach einigen Besuchen, durch die Gegend geflogenen Haare-aus-dem-Gesicht-wisch-Pinseln und etlichen sehr heftigen Diskussionen mit wohlmeinenden Azubis, die grade die Kopfmassage üben, sind mein Friseur und ich in eine Art Waffenstillstand getreten. Vor allem deshalb, weil er sich angewöhnt hat, meine Haare mit einer Art Non-Touch-Technik zu schneiden und mich mit Keksen vollzustopfen, damit das Knurren aufhört.

Aber heute hat er sich tatsächlich selbst übertroffen… neben Sekt, Kaffee und den obligatorischen Ivy-Keksen hat er eine CD aufgenommen… nur für mich… und als er mit einem entzückenden Arschwackeln und seiner Schere fuchtelnd zu den Tönen von  „U can’t touch this“ auf mich zuhüpfte, war ich vor Lachen so abgelenkt, dass er mir diesmal tatsächlich die Haare machen konnte, ohne auch nur ansatzweise um sein Leben zu fürchten…

Als kleine Rache hat er mir einen ziemlich kurzen Pagenkopf geschnitten… in kirschrot… bei dem meine Haare noch plüschiger wirken als sonst. Wie er zugibt, in der Hoffnung, dass ich nicht so bald wieder komme, weil meine Haare mindestens drei Monate brauchen werden um nachzuwachsen. Aber ganz ehrlich… diese kleine Gehässigkeit hat er sich nach 2 Jahren wirklich redlich verdient…

Es wächst ja wieder. Leider.

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Für dich, M. – den besten und geduldigsten Friseur der Welt





Black guys are better lovers…

9 02 2009

In der Lobby meiner arbeitgebenden Einrichtung… ein wenig plaudern, ein Käffchen mit den Mädels… Real-Life-Social-Networking. Während  B. (96), S. (81) und C. (72) sich in Belanglosigkeiten ergehen, kuschel ich mich in die Sitzecke und folge dem Gespräch – das in Wirklichkeit in breitem Schwäbisch stattfand – mit einer gewissen geistigen Abwesenheit… bis… ja bis unser indischer Servicehelfer an unserem Kaffeekränzchen vorbeischlendert…

C.: Ach… so ‘nen Schwarzen hätte ich auch gerne mal.
Ivy: Das ist ein Inder.
C.: Nee, also ein Inder wär nix für mich. Aber ein Schwarzer schon.
Ivy: Ähm..?
S.: Ach Kindchen, nun stell dich nicht blöde, du weißt doch was man über schwarze Männer sagt.
<Die Damen kichern>
C.: Ja… sowas hätt ich schon mal gern gehabt. Ivy, kannst du uns nicht mal einen schwarzen Zivi besorgen?
Ivy: Ihr hab doch den kleinen Inder, was ist mit dem verkehrt?
B.: Für diese indischen Liebesspielchen bin ich zu alt.
Ivy: Aber für einen 17jährigen Schwarzen nicht?
B.: Ich kann zwar keine Gymnastik mehr machen, aber die Beine krieg ich noch auseinander.

Haltloses Kleinmädchengelächter während ich fassungslos schweige… Nachdem sich die Damen beruhigt haben, setzt S. mit nachdenklicher Stimme an:

S.: Aber schwarze Männer sollen ja schwer erziehbar sein.
Ivy: Erziehbar?
C.: Schätzchen… man kann sich jeden Mann passend machen.

Mein Gesichtsausdruck muss wohl etwas fragend wirken, als ich langsam nicke und animiert B. zu einer Erklärung

B.: Einfach die Zügel straff halten, zeigen wo es lang geht und ab und zu ein Zuckerle.
S.: Und hart einreiten!
B.: Mit Gerte und Sporen.

Enthemmtes  Schulmädchenkichern, während ich meine Hände ins Sofakissen kralle:

Ivy: Ich glaub so genau will ichs gar nicht wissen…
C.: Papperlapapp, irgendwann musst du das lernen. Das ist das Geheimnis einer guten Ehe.

Reihum bestätigendes Nicken während ich meine Augen verdrehe und ein stummes Gebet an den Gott der Dementen richte… B. tätschelt begütigend meinen Schenkel…

B.: Sei nicht traurig, Kindchen. Überlass einfach den erfahrenen Frauen die schwarzen Männer. Du bist einfach zu  jung und zu gutherzig um einen Mann richtig hart ran zu nehmen, aber mach dir nichts draus – es gibt sicher irgendwo einen netten Burschen, der gern so ein zurückhaltendes Mädchen wie dich hätte.





Großer Tag…

6 02 2009

Heute war der Tag einer bedeutsamen Unterschrift… und ich krieg das Grinsen nicht aus dem Gesicht…





Bondage in the morning…

5 02 2009

Keine Frage, es macht einen deutlichen Unterschied im Spannungsbogen, ob man ein erotisches Szenario mit Schlagermusik oder Ravel unterlegt… aber wieso nicht mal handgemachte Musik mit nachvollziehbaren Texten versuchen? Alternatives gibts von  Go Cat Dave… den ich nicht nur SMlern wärmstens an Herz legen möchte… Fuck conformity.

Cut out my circulation? – Yessir!





Paradigmenwechsel

5 02 2009

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Bislang ging ich davon aus, das Leben sei einfach nur ein gewöhnliches Adventure mit einer saugeilen Grafik…

jimbo jonesnelson muntz…aber seit an der Schule gegenüber ein Junge mit der originalgetreuen Lache von Nelson interniert wurde, der zufällig einen dürren Freund mit Überbiss hat, der ständig eine blaue Mütze trägt, gerät mein Weltbild ernsthaft ins Wanken…





Heiße Nächte…

4 02 2009

Nachdem ich mich heute dabei erwischt habe, ein Lied der EAV vor mich hinzusingen, kann ich eigentlich nicht umhin, mich an damals zu erinnern… und eine Geschichte, die ich bis heute wohlweislich für mich behalten habe. Ich stand damals – Mitte der 80er – nicht nur auf volleyballspielende FliegerSebastian behauptet zumindest, die seien Flieger gewesen… sondern auch auf Österreicher, vor allem auf die schmähtriefenden Helden des Austropop mit ihren anbetungswürdigen Austriazismen. Falco, Fendrich und allen, wirklich allen voran Thomas Spitzer.

Mehr als das… denn erst jetzt kommt der wirklich der peinliche Part: Das erste Bild, dass ich je verkauft habe, ist durch das Lied „Heiße Nächte in Palermo“ inspiriert worden. Es sah auch entsprechend aus… wie eine fleckige Tischdecke aus einer kleinen sizilianischen Kaschemme am Meer… inklusive der auf dem Tisch verendeten Meeresfrüchte… aber hey… jemand wollte es haben und 20 Mark waren im Hochsommer des Jahres 1986 viel Geld. Zumindest für uns, die wir uns von diesem Geld und etwas Flaschenpfand ein fürstliches Besäufnis und ganz vielleicht auch eine leicht chemisch induzierte Kicherei geleistet haben… in dieser einen wunderbaren Nacht im Sommer… zu der auch ein inzwischen legendärer Raubzug durch unsere Schule gehörte.

Keiner von uns hat je zugegeben es gewesen zu sein… weder die endlosen Schaumwolken, die wochenlang aus dem Wandbrunnen in der Eingangshalle waberten, noch die Wasserschäden an erbeuteten Klassikern aus der Bibliothek, die wir uns in Schwimmbad treibend gegenseitig vorlasen… Und mit den farbenfrohen Explosionen im Chemiesaal, die zudem beinahe das ganze Schloss gesprengt hätten,  hatte auch nie einer von uns zu tun. Natürlich hat auch keiner je erfahren, wer Brechts  „Über die Verführung von Engeln“ mit grünem Lackstift auf den Handlauf des Geländers geschrieben hat… drei Stockwerke lang…

Wir sind alt geworden… Der damalige Sprengmeister arbeitet heute beruhigenderweise in einem Kernforschungszentrum…die wassergeschädigten Bücher wurden ein weiteres Mal gestohlen und schmücken heute das Büro eines sehr eigenartigen Professors in Prag… und ich… ich schreibe immer noch Texte und male ab und an grauenhafte Bildchen. Aber in uns steckt immer noch dieser kleine Sizilianer, der schallend lacht, wenn er dieses Lied hört… und sich an eine außergewöhnliche Freundschaft erinnert.

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Geheime Leidenschaft

3 02 2009

Nein, es geht heute nicht um meine latent vorhandene Vorliebe für die submissive Rolle, sondern um etwas noch viel, viel Geheimeres: Meine im Verborgenen gehegte Leidenschaft für Hustensaft. Aber bitte schön nicht irgendein Hustensaft, sondern ausschließlich ein Sirup mit rein natürlichen Zutaten…

Teetassen

Das fing alles schon vor vielen Jahren an, eine Nachtschicht in der Psychiatrie, mitten im Winter… es war eiskalt und meinem Kollegen Johannes und mir fiel nichts ein um diesen Zustand zu ändern, als kochend heißen Tee zu trinken. Angesichts der beginnenden Erkältung hatten wir den Geistesblitz den ziemlich öde schmeckenden Tee mit etwas Hustensaft aufzupeppen…

Zwei Kannen Tee und drei Flaschen Hustensaft später war uns angenehm warm… Was wir nicht bedacht hatten, war der Alkoholanteil – von wegen nur Thymiankraut und Primelwurzel – entsprechend waren wir beide beim Schichtwechsel um 6 Uhr von einer… ähm… etwas unangemessenen Fröhlichkeit.

Ich kann mir das einfach nicht abgewöhnen… Winter, Kälte und Tee mit diesem speziellen Hustensaft sind untrennbar miteinander verbunden… weder Honigmet, warmer Amaretto mit Sahne noch Heidelbeerglühwein haben ansatzweise den selben wunderbar wohligen und kuscheligen Geschmack…

Ich sollte nur aufhören, das Zeug direkt aus der Flasche zu trinken…