Ein einfaches Leben…

21 07 2009

Vermutlich gibt es für jeden Menschen einige prägende Gestalten in seiner persönlichen Vita… Nein, ich meine nicht die Idole aus Teenagerzeiten um derenwillen man seine Haare verunstaltet oder die eher historischen Vorbilder, die man sich sucht in dem unbewussten Wissen, deren überragende Bedeutung in dem kleinen Leben das man lebt niemals erreichen zu können. Die Menschen die uns prägen, eine Bedeutung für unser alltägliches Dasein haben, uns Werte vorleben, die unser Handeln und unsere Art zu erleben beeinflußen… sie sind meistens keine  politischen oder ideologischen Lichtgestalten, keine schriftstellerischen Genies oder herausragende Nobelpreisträger…

Neas. Eine Frau, die ihr ganzes Leben in einem kleinen Bergdorf verbracht, die ein extrem einfaches, arbeitsreiches und erfülltes Leben gelebt hat. Tief religiös mit hohen moralischen Normen und dennoch von einer unglaublichen Neugier und Toleranz allem Neuen, Anderen und Fremden gegenüber. Ihr Glaube hat sie nie dazu veranlasst, das Leben anderer zu ver- oder beurteilen – ein Maß an Akzeptanz, das mir zum Vorbild wurde. Und dennoch habe ich nie eine Frau getroffen, die mit soviel Leidenschaft beim Kartenspielen geschummelt hat wie sie – und dabei auch noch so gut war.

PeitlerkofelWenn ich an Neas denke, fallen mir die vielen kleinen Dinge ein, die ich bei ihr gelernt habe. Das Fleisch nicht aus Supermarktregalen stammt, sondern von dem entzückenden kleinen Schwein, das ich gefüttert und gekrault habe. Sie hat mir gezeigt, wie man eine Kuh melkt, wie man die Hühner des Nachbarn verscheucht und wie man Schüttelbrot und Speck macht. Ich habe von ihr gelernt, das Rotwein auch aus schlichten Gläsern hervorragend schmeckt, wenn die Gesellschaft stimmt und eine Stunde auf der Treppe vor dem Haus mit Blick auf die Berge Frieden definiert. Aber… müßige Hände sind des Teufels Spießgesellen – ein Glaube, den sie zu meinem gelegentlichen Leidwesen mit einer der anderen wichtigen Frauen meines Lebens, Sr. M. Consulatrix, geteilt hat.

Ich erinnere mich an den Geruch des Holzfeuers in der Küche und höre ihre Stimme in dem eigenartigen Dialekt des Dorfes. Viele Wörter sind mir heute fremd geworden, aber ich sehe sie vor mir, wie sie mit Nähzeug in der Hand voller Faszination mit einem Enkel auf dem Schoß David Hasselhoffs Abenteuer in der Serie K.I.T.T. auf RAI uno verfolgt und mit boshaften kleinen Bemerkungen über Realitäten kommentiert.

Eine halbe Autostunde von dem entfernt, was die meisten von uns unter Zivilisation verstehen, hat sie drei großartige Frauen großgezogen, eine Tochter verloren, war meinem Vater Heimat und Zuflucht, wurde früh Witwe, überlebte elf ihrer dreizehn Geschwister. Sie betrieb eine Pension, bewirtschafte einen Bauernhof, stopfte eine Menge Mäuler und hatte trotzdem immer Zeit für die Menschen, die zu ihr kamen. Sie hatte einige der für mich bewundernswertesten Eigenschaften, die ein Mensch besitzen kann… Gelassenheit, die Kraft und den Mut, die Dinge so zu nehmen wie sie sind, aus dem was man hat, das Beste zu machen. Dankbarkeit für das zu empfinden, was man hat und nicht ständig danach zu streben, etwas Besseres zu bekommen oder zu sein als man ist.

Mit ihr hat die letzte der großen Frauenfiguren meines Lebens Abschied genommen. Sie wird jetzt in einem schlichten Kiefernsarg, so einfach wie ihr gesamtes Leben, auf dem kleinen Friedhof neben der Kirche ausruhen, mit Blick auf die Gipfel der Dolomiten, die ihr gesamtes Leben begleitet haben.





Memorial Day

25 05 2009

Heute ist Memorial Day… der traditionelle Beginn der Sommersaison in Amerika und gleichzeitig der Tag an dem Amerika denjenigen gedenkt, die nicht lebend aus den Kriegen zurückkehrten. Für die Deutschen, die – auch wenn sie es nicht gerne zugeben – ebenfalls einen Hang zur Pathetik haben, oft eine merkwürdige Kombination. Wie kann man denn einerseits einen Tag der Trauer und der Erinnerung an die Gefallenen widmen und zugleich die Picknicksaison eröffnen. Aber beides hat seine Berechtigung… wir feiern, vielleicht unbewusst, die Tatsache am Leben zu sein, ohne diejenigen zu vergessen, die nach amerikanischem Verständnis für den Erhalt unserer persönlichen Freiheit gestorben sind.

Es ist für mich der Tag, an dem ich mich an diejenigen erinnere, mit denen ich seit meinem Ausflug ins amerikanische Militär befreundet bin… einige von ihnen sind in irgendwelchen unwichtigen und unaussprechlichen Sandhügeln gestorben. Für Kriege deren Zweck sich den meisten von ihnen entzogen hat. Sie litten unter Heimweh, Angst, waren traumatisiert und desillusioniert… und haben trotzdem nie den Glauben an ein höheres Ziel und einem Sinn ihrer Aufgabe verloren, so unwirklich mir das erscheinen mag.

Einem von ihnen möchte ich heute etwas sagen… Steve,  rotblond wie seine irisch-schottischen Vorfahren, mit leuchtend blauen Augen, ein hinreißender Kleiderschrank mit gut zwei Metern und zu meinem tiefen Bedauern Berufssoldat. Vermutlich traut sich heute keiner mehr den Colonel des Marine Corps ganz unformell Stevie zu nennen, aber er war die Kindergartenliebe meines Lebens, ich habe keinen Respekt vor seinem martialischen Auftreten und seinen lustigen kleinen Ordenschildchen. Seit rund 20 Jahren ist der bärbeißige Kerl nun schon unterwegs in Sachen Krieg, er hat sich auf den Schlachtfeldern des Golfs hochgedient und in nicht allzu ferner Zeit wird er Brigadegeneral werden – falls er überlebt.

Wir sind zusammen aufgewachsen, haben unsere kleinen Geheimnisse geteilt. Er war der Mann der mir meinen ersten Ring geschenkt hat, selbst gemacht aus Kaugummipapier. Wir haben zusammen Flusskrebse gefangen, er hat mir beigebracht Skateboard zu fahren und ich habe ihm Ketten aus Gänseblümchen umgehängt. Schon damals wollte er nichts anderes tun, als seinem Land zu dienen und eines Tages ein berühmter General zu werden – genau wie die anderen Männer in seiner Familie Soldat zu sein. Und was haben wir deswegen gestritten…

Dieser wundervolle und tiefsinnige Mann, der seinen Traum lebt, zauberhafte Gedichte schreibt und mir meine moralische Unzulänglichkeit sowie meinen Pazifismus mit einem strahlenden Lächeln vergibt… dieser Mann leidet… er leidet wie ein Hund. Er hat in seiner Tasche ein kleines dreckverkrustetes Büchlein, das er seit zwanzig Jahren mit sich herumschleppt. In diesem Buch stehen Namen. Dutzende, vielleicht sind es schon Hunderte. Jeder einzelne Mann, jede einzelne Frau, die in seiner Einheit und unter seinem Kommando gefallen sind, seine persönlichen Freunde aus anderen Einheiten… er listet sie akribisch auf. Er hat Angst auch nur einen von ihnen zu vergessen… zu vergessen, was sie ausgemacht hat, wer sie waren, wie sie lachten, woher sie kamen und wie sie gestorben sind. Jedes Jahr am Memorial Day sucht er sich einen ruhigen Ort und liest diese Namen laut vor, jeden einzelnen.

Vor kurzem hat er mich gefragt, ob ich eines Tages seinen Namen am Memorial Day laut aussprechen werde. Ob ich ihm verzeihen werde, weil er in meinen Augen den falschen Weg geht, ob ich trotzdem verstehe, dass er an das glaubt was er tut. Ob ich ihn vergessen werde…

Stevie…  I will always hate your job and your unbroken faith in military power, but… I will never forget your gorgeous smile, your magnanimity, the pride in your face as you showed me your tatoo, sitting on your lap and feeling very small. Drinking wine cooler on the porch, playing poker, winning your dog tag, missing friends. Countless letters and mails. A warm and loving feeling thinking of you… please take care.

Semper Fidelis my friend, God bless you.

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Großer Tag…

6 02 2009

Heute war der Tag einer bedeutsamen Unterschrift… und ich krieg das Grinsen nicht aus dem Gesicht…





Just my life…

22 12 2008

Um vor Weihnachten noch meine Pflicht als Stöckchenbeworfene zu erfüllen, nehme ich mir heute das etwas eigenwillige und eigentlich viel zu persönliche Doppelstöckchen von der lieben Zeniscalm in the chaos vor…

Mein Leben, mein Stil und ich

  • clothes
  • Schwarz, schlicht und unaufdringlich… mit neongrünen Socken, Korsetts, eigenwilligen Schuhen und Hundehaaren. Und bitte schön immer zusammenpassende Unterwäsche… ist doch grauenhaft, wenn der Rettungssanitäter dir die Klamotten vom Leib schneidet und der verratzte BH passt nicht zu der ausgeleierten Unterhose – No way.

  • furniture
  • Irgendwo zwischen schlicht skandinavischer Pragmatik und Prinzessinnen-Kitsch… ich scheue weder Bauernschränke, Barbiestyle noch grüne Kristallkronleuchter. Aber irgendwie bringen ja erst die seit Jahren unausgepackten Umzugskartons wirklich Romantik ins Haus… man muss nur ein Auge für dieses spezielle Gestaltungselement haben…

  • sweets
  • Vorzugsweise männlich, klug und humorvoll… aber ein Lindt-Häschen kann ein wundervoller Ersatz sein

  • city
  • Charlotte, Berlin, Nürnberg, Brixen – kleine Bergdörfer und die Stuttgarter Provinz

  • drink
  • Neu entdeckt und mit dezenten Kopfschmerzen bezahlt: Honigmet. Ansonsten tiefroter, knochentrockener und handwerklich gut gemachter Rotwein, Kaffee mit viel Milch, Waldmeistersirup… und Wasser, ganz gewöhnliches Leitungswasser

  • music
  • Ganz schwierig… Neue deutsche Härte, Gregorianik, Opernarien, Punk, Southern Rock, es darf auch mal Bluegrass sein… Gelegentlich reißt es mich und ich hab sogar Lust auf Kuscheliges… und manchmal liebe ich Musik um ihres Textes willen.

  • TV
  • Eine Frage der Alternativen… Serien wie Monk, Dr. House, Simpsons sind unverzichtbar… aber ich hab die Glotze auch schon über Monate ignoriert.

  • movie
  • Würde ich gerne, aber will ja immer keiner mit mir hingehen… aber wenn darf es seicht und unterhaltsam sein, etwas Patriotismus, ein bisschen Grusel oder ein schöner Mann reichen mir vollkommen… mehrere hübsche Männer sind natürlich auch genehm.

  • workout
  • Work-was?

    Das 2. Stöckchen ist dann doch etwas schwieriger… aber versuchen wir mal unser Glück

    Acht tiefe Einblicke hinter die Kulissen

  • Ich bin absolut unfähig mir Namen zu merken… deshalb nenne ich meine Patienten immer „Schätzchen“ und die finden das total süß…
  • Immer wenn diese Telefonverarsche mit Paul Panzer und dem kleinen Nils im Radio kommt, schalt ich das Ding leise und red mit mir selber…
  • Anfangs hat mich die amerikanische Militärgeschichte des 18. Jahrhunderts eigentlich nur interessiert, weil die Frauenkleidung der Zeit mir so gut gefällt
  • Wenn ich nachts alleine über die Gänge schleiche und mich grusel, singe ich Opernarien, damit ich mich nicht fürchte…
  • Ich hasse frittierte Kartoffeln, ganz besonders Chips und kann ab und an die Finger trotzdem nicht von Pommes lassen
  • Meine erste große Liebe war kein Mann…
  • Bei jeder Prüfung, die ich jemals an einem 13. des Monats geschrieben habe, habe ich die volle Punktzahl bekommen, sogar in meiner Stochastik-Prüfung… obwohl ich nicht mal ansatzweise wusste worum es eigentlich ging

Das Stöckchen möchte ich so kurz vor dem Jahresschluss nicht wirklich rumwerfen, aber ich wüsste zu gerne wie die Taubenhaucherin, Ms. 63mg und der nette junge Mann von The halls of doom so leben…







38

13 11 2008

Und wie jedes Jahr, ich glaube seit inzwischen 5 Jahren, schreib ich an diesem Tag in mein Blog, auch wenn mir im Moment nicht wirklich zum Schreiben zumute ist… es verändert sich grade viel in meinem Leben und ich hoffe das ich im meinem neuen Jahr zumindest mal herausfinde, in welche Richtung es gehen wird…

… und natürlich wünsch ich euch und mir, dass die Lust an meinem Blog und der Mitteilung meiner weltbewegenden Gedanken wieder finde. Es dürfte auch gerne mal wieder etwas passieren, dass das Erzählen auch lohnt.

Und jetzt singt gefälligst für mich…





Statt Blumen…

9 08 2008

Liebes Insubordinantes Denken,

zu deinem ersten Geburtstag wünsche ich dir von Herzen alles Gute… Du hast mir im vergangenen Jahr unglaublich viel Spaß gemacht, mir viele neue Menschen vorgestellt und mit mir Freud, Leid und alltäglichen Wahnsinn geteilt. In 250 Postings hast du mir zur Seite gestanden, dir wurde 1.178 in das Kommentarfeld gekritzelt und du hast 46,965 Besucher überstanden. Dein bester Tag war der 14. Juli 2008, da wollten dich wirklich dolle viele Leute sehen… und am liebsten lesen die Besucher die Geschichte über „Dralle Weiber„.

Vor genau einem Jahr, im Urlaub im Allgäu hat unsere mehr als wunderbare Beziehung begonnen… etlichen Menschen hat unsere Zusammenarbeit Freude gemacht, manche haben was zum Nachdenken gehabt und der eine oder andere hat vielleicht doch erkannt, dass nicht alle Klischees, die er pflegt, immer so ganz das Wahre sind. Wegen dir habe ich unzählige Mails beantwortet, hatte deinetwegen sogar mal Stress mit Herrn Hase und habe ab und an sogar geweint. Nicht wegen dir, aber manches Thema, das wir geteilt haben, ist diesseits des PCs doch etwas emotionaler.

Ich habe dich durch die Untiefen meiner Unzulänglichkeiten gezerrt, dank dir der Welt ganz besondere Highlights meiner Schusseligkeit präsentiert und war mir auch nicht zu schade, meine tiefempfundene Freude an der menschlichen Dummheit hier zu zelebrieren. Du bist Tagebuch, Fotoalbum, du singst sogar meine Lieder und manchmal tritt mich dein sanftes Leuchten sogar in den Hintern und zwingt mich meine Geschichte und Geschichtchen zu erzählen. Danke… sowohl dir als auch deinen Lesern.

Kisses,
Ivy





Sommerferienprogramm – Österreich

6 08 2008

Natürlich geht es nicht wirklich um das Land Österreich, das alleine schon mehr als nur eine Reise wert ist… es geht um den kulinarischen Himmel auf Erden. Ich bekenne mich klar zu süddeutsch-alpiner Küche! Was will ich auch machen mit einer Oma aus Österreich , einer aus den italienischen Alpen, einer Stiefoma aus Bayern, einer Schwiegermutter aus Franken und Wohnsitz in Schwaben… ich bin von klein auf verdorben für jedwedes durchschnittliches, geschmackloses und fettarmes Essen.

Und heute… heute gibt es extra für Tamlin, der mich ja so außerordentlich nett darum gebeten hat, Zwetschgenknödel. Die von meiner Oma. Die aus Österreich. Helene.

Schritt 1:

Erst gucken wir uns alle Sissi-Folgen an, weinen ein bisschen und legen etwas Walzer auf. Anschließend suchen wir folgende Zutaten zusammen:

Zwei bis drei Handvoll mehligkochende Kartoffeln (Irgendwas zwischen 400 und 500 Gramm), zwei Handvoll Zwetschgen und für jede Zwetschge einen Würfelzucker, 3 Eßlöffel Mehl, 2 Eßlöffel Grieß, 2 Eigelb, etwa 30 Gramm Butter und Salz zum Kochen.

Schritt 2:

Zuallererst kochen wir die Kartoffeln in Salzwasser weich, übrigens ein guter Zeitpunkt um die CD zu wechseln, Falco passt auch gut und ist nicht ganz so nervenzerfetzend wie der ewige Walzer. Anschließend müssen die Kartoffeln geschält und noch WARM zu Kartoffelbrei verarbeiten. Vorzugsweise mit diesem Kartoffelbreimachgerät, ein Erbstück eben jener Oma, aber Menschen ohne großmütterliche Kochtradition können alternativ auch eine Gabel hernehmen. Stichverletzungen sind zwar schmerzhaft, aber nicht tragisch.

Umweltbewusste Menschen, also wir, schmelzen die Butter auf der noch warmen Kochplatte und kippen diese dann mit den restlichen Zutaten in den Kartoffelbrei – Die Zwetschgen und den Würfelzucker kannst du übrigens wieder rausholen – und verarbeiten diese überaus klebrige Pampe zu einem ansehnlichen Brei. Erinnert sich noch jemand an „Deutsches Antenne Polen: In Farbe und bunt? Egal…

Wenn die Finger sich wieder von einander lösen lassen, hat man in etwa die richtige Konsistenz. Notfalls noch zwei Eßlöffel Mehl zugeben… ein überaus lustiger Plan wenn man das Mehl schon aufgeräumt hat und einem grad die Finger zusammen pappen als hätte man mit Sekundenkleber gespielt.

Schritt 3:

Während der Teig sich von den Anstrengungen erholen darf und nachdem man sich das vierte Mal die Hände gewaschen hat, kann man die Zwetschgen vorbereiten: Aufschneiden, Kern raus popeln, Würfelzucker rein und wieder zu klappen. Schafft auch ein Mann. Wenn er das mit dem Messer schon im Griff hat.

Schritt 4:

Jetzt kommt der schwierige Teil: Der Teig muss irgendwie einigermaßen fest an die Zwetschge geklebt werden. Als Anhaltspunkt… Die Menge an Teig ist etwa so groß wie die Zwetschge. Dazu formen wir eine Platte aus dem Teigstückerl und wickelt das möglichst elegant um die Zwetschge herum. Frohes Werken. Anfänger sollten übrigens das Kochwasser für die Knödel erst aufstellen nachdem sie alle Knödel gedreht haben, der Dampf in der Küche wird nach einer halben Stunde wirklich unerträglich

Die Knödel legen wir dann vorsichtig in siedendes Wasser und, erschöpft aber nahe am Ziel, wenden wir uns der Beilage zu: Süße Grieben. Heißt vermutlich anders, aber wir kochen hier nach meiner Oma ihrer Linguistik. Zutaten sind Butter, gern reichlich, denn wir sind in Österreich… Semmelbrösel und Zucker. Und auch hier kann der Mann wieder helfen: Die Butter zerlassen, Brösel drin anschwitzen und mit Zucker abschmecken – Fertig.

Schritt 5:

Wie die meisten Gerichte aus dem Süden, kündigt das Essen seine Fertigstellung selbst an: Die fertigen Knödel schwimmen an der Oberfläche und wollen durch den Schaumlöffel gehoben werden (was das ist haben wir bei den Spätzle ja schon gelernt). Kurz abtropfen lassen, mit den süßen Grieben anrichten und sich von den Bekochten fürderhin anbeten lassen. Sissi forever. Füsse küssen inklusive.





Wikipedias Wilde Weiber

8 07 2008

Als Frau in der Wikipedia sollte man sich bewusst sein… die Wikipedia ist kein Ponyhof. Natürlich, ich schreibe in Themenbereichen in denen man sich von Haus aus keine Freunde schafft… Der Bereich BDSM ist für Löschanträge prädestiniert und Bereiche wie Militärgeschichte und Wein sind doch eher männlich dominiert. Was könnte ich schon wissen, was die Männerwelt nicht weiß… ja, ist klar – ich bin selber schuld, was interessiere ich mich auch dafür und ich erwarte in diesem Zusammenhang auch kein Verständnis.

Aber was ich momentan wikipediaweit beobachte, ist eine Form unterschwelliger Diskriminierung von Frauen, die allgemein wortlos toleriert wird. Es werden Löschanträge auf Begriffe wie Göttin oder Kategorien wie Benutzerin gestellt… Themen aus dem Bereich der Gender Studies werden als Theoriefindung oder bestenfalls Blödsinn abgetan… and so on. Das tut mir, die ich in der Wikipedia oft dank meiner eigenen Themen oft ordentlich eine vor den Latz geknallt bekomme, richtig weh.

In der Wikipedia gibt es vermutlich tausende Artikel zu Pornosternchen… aber der Begriff Göttin hat keinen Platz? Hunderte von Eisenbahnstrecken zwischen Apfelbaum und nirgendwo sind in aller Detailverliebtheit beschrieben… aber wichtige, wenn auch idiotische feministische Theorien sollen verschwinden? Jedes Automodell ist inklusive Sonderausstattung vertreten, aber die Liste weiblicher Gottheiten soll gelöscht werden? Und jeden Tag werden es weniger Frauen, die Lust haben mitzuarbeiten.

Frauen machen nur 10 Prozent der Wikipedia aus und die Diskriminierung von Frauen ist ein Problem, dass die Wikipedia das Wertvollste kostet, das sie kennt – Wissen. Es sitzen hunderttausende interessierter gebildeter Frauen nach ihrem Studium zuhause und langweilen sich in ihrer Familienpause mit Richterin Salesch durch den Tag… sie hätten was beizutragen… und die Wikipedia ist nicht in der Lage ein Umfeld zu schaffen, dass diese Frauen anlockt und zur dauerhaften Mitarbeit motiviert. Statt dessen spielt mann gerne jeden Tag Kindergarten im Metabereich und übt weiterhin eine zum Teil grauenhafte Diskussionskultur, die viele Frauen nicht bereit sind hinzunehmen… sie gehen, samt ihrem Wissen.

Trotzdem, ich mag die Wikipedia und ich möchte mich bei all jenen Männern in der Wikipedia bedanken, die mich bestärken, hart aber fair diskutieren, mich als Autorin respektieren wie jeden anderen Mann, mich korrigieren, zum Lachen bringen und mir gelegentlich auch in den Popo treten. Einer von ihnen hat mit geraten: „Liebes, meld dich einfach unter einem Männernamen an und es wird alles viel einfacher für dich.“ Ich werde das nicht tun, jedenfalls noch nicht… Ich werde brav weiterhin mein kleines rosanes Fähnchen hochzuhalten und auf verlorenem Posten auf die durch und durch weibliche Kavallerie warten.





God bless America!

4 07 2008

Auch wenn Amerika heute geschlossen hat… auf diesem Blog ist ja nie Nacht. Lasst uns diesen patriotischen Tag, den echten und wahren Unabhängigkeitstag, mit einem besonderen Lobgesang beginnen… denn wir alle wissen, was die Welt diesem wunderschönen Land verdankt…

Weißbrot und Demokratie für alle !

God bless Amerika – EAV.

Nachtrag: Auf besonderen Wunsch eines offensichtlich Google-Unkundigen gibts den Text dieses Liedes auch hier zum Mitsingen:

Wennscho – Banjo !

Wir haben zwar fast noch jeden Krieg verlorn,
doch zum Ordnung machen sind wir auserkorn
und wer nicht Cola drinkt und keine Burger frisst
ist in jedem Fall’ ein bloody fucking Terrorist.

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Love Letter

7 06 2008

Mein süßer Herr Hase,

du weißt, ich hab dich dolle lieb und ich finde unser gemeinsames Leben wirklich wunderbar so wie es ist… aber wir müssen uns mal über die Zukunft unterhalten…

Nein Mausebär, nicht wegen Heiraten oder ‘ner größeren Wohnung, nicht mal wann der Hund seinen nächsten Impftermin hat, sondern über die kommenden drei Wochen. Dir ist das nicht wirklich bewusst, aber es ist Fußball. Nicht die Sorte von Fußball, wo es reicht, wenn ich die Tabelle anguck und nicht jedes einzelne Spiel, sondern die andere Sorte. Wie damals vor zwei Jahren. Nur vor zwei Jahren waren wir ja noch nicht so lange zusammen und ich hab auf ein oder zwei Spiele verzichtet, um mit dir Essen zu gehen. Wie gesagt, damals.

Die EM fängt an… heute. Das dir das recht schnuppe ist, weiß ich ja. Ehrlich mein Schatz, dass ist auch völlig okay so. Ich brauch keinen Mann, der mich begleitet oder der neben mir sitzt und mir Tempos anreicht. Ist ja nicht wie bei Sissi, ich weine nicht beim Fußball. Also selten. Und nur heimlich. Ich will damit nicht sagen, dass es mich nicht freuen würde, wenn du mir ein Eis bringst und dich dazu setzt, du bist immer willkommen. Selbst wenn ich dich anfauche, weil du den Spielplan nicht auswendig kannst.

Ich möchte das du weißt, dass ich dich liebe: Die Tiefkühltruhe ist voller Pizza, der Hund frisch gewaschen, deine Lieblingspornos sind sortiert und deine Wäscheschublade ist so vollgestopft, es würde reichen um jeden Tag zwei Hosen anzuziehen. Also mein Schatz, geh mir nicht auf den Keks. Ich guck Fußball.

In Liebe,
Ivy
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P.S.:
Falls du nicht weißt, wieso du mit mir Fußball gucken solltest, hätte ich da eine Idee: