Pornoküken

13 12 2009

Parental Advisory: Dieser Beitrag ist trotz seines Inhaltes für Minderjährige geeignet, unter 12jährige dürften ihn schlicht nicht verstehen. Sollten Sie selbst über 16 sein und diesen Beitrag nicht verstehen, sollten Sie Ihre Kinder lieber von der Schule oder auf der Straße aufklären lassen.

Nachdem ich mich gestern… aus mehr oder weniger wissenschaftlichem Interesse natürlich… mit einer Sparte der Pornographie beschäftigt habe, die mir bislang völlig neu war, möchte ich meine gewonnenen Erkenntnisse mitteilen. Wir reden über den hundsgewöhnlichen Feld-Wald-und-Wiesen-Porno, der mir… einem glücklichen Stern sei gedankt… bislang nicht geläufig war, da ich ausschließlich BDSM-Pornos  angeguckt hab. Nur um die Filmartikel in der Wikipedia zu vervollständigen… is klar. Wer solche nicht kennt, dem sei gesagt… dort wird eher selten das getan, wofür Pornos eigentlich bekannt sind.

Die sogenannten Homemades oder Amateurfilmchen haben es mir bei meiner Studie besonders angetan. Semiprofessionelle Darsteller und Darstellerinnen leben dabei vor der in gediegen gehalteten Wohnwand aus Gelsenkirchener Barock (deutsche Filme) oder im entzückenden pink-goldenen Schlafzimmer (amerikanische Filme) ihr Sexualleben vor einer Kamera aus. Allein die Betrachtung des Hintergrundes, des “Sets”, anhand dessen man das Herstellungsland des Streifens, den sozialen Status und das Bildungsniveau der Darsteller ablesen kann, ist schon eine nähere Beleutung wert…

Apropos… Beleuchtung scheint in einigen Fällen generell nicht ganz einfach zu sein… harte Schlagschatten, die auf die Verwendung eines handelsüblichen Baustahlers hinweisen, kommen doch etwas häufiger vor… ebenso scheint es quasi unmöglich zu sein, eine Frau beim Liebesakt mit ihrem Vibrator (oder sonstiger seltsamer Gegenstände) zu filmen, ohne einen Schatten des Kameramannes ins Bild zu bringen… über Outdooraufnahmen decke ich in diesem Fall aus Pietät einen Mantel des Schweigens… Gesichter oder Popos können bei voller Sonne wirklich grauenhafte Falten schlagen.

Wenn der geneigte Zuschauer dann den etwa 90 Prozent der Filmdauer währenden Akt hinter sich gebracht hat… als BDSMlerin verleihe ich den meisten Aktionen dabei das Prädikat: “Was ich über langweiligen Sex nie wissen wollte” wartet das heißersehnte Finale… zumindest klingen die diversen lautmalerischen Äusserungen der Darstellerinnen so, als wären sie froh und dankbar, wenn der Kerl endlich zu einem Ende kommt. Im Sinne des Wortes.

Natürlich ist es dramaturgisch unabdingbar, dass auch der Zuschauer dieses feuchte Ende erleben kann… wie wir Frauen wissen, einen Orgasmus der im Körper stattfindet, kann man prima vortäuschen… also muss der Protagonist sein bestes Stück der Kamera entsprechend präsentieren… Körperöffnungen wären in jeder Hinsicht kontraindiziert. In vielen Fällen findet das Finale des Films ganz unzeremoniell auf einem gerade verfügbaren Körperteil, vorzugsweise einem der sekundären Geschlechtsmerkmale der Frau statt… aber viele der Kreativen beglücken uns mit einem ganz anderen Abschluß, der sich vermutlich mangels Alternativen ebenfalls recht häufig wiederholt.

Diesem speziellen Ende, respektive den Damen, die solches erst möglich machen, ist auch dieser Beitrag gewidmet. Sie knien sich… in manchen Fällen formvollendet… vor den Herren, der sein bestes Stück wie besessen für einen guten Ausklang vorbereitet. Ganz großes Tennis, wirklich. Die kniende Holde, leicht zerzaust, starrt dabei wie gebannt auf den Ausgangspunkt des zu Erwartenden und… sperrt erwartungsvoll den Schnabel auf.

Die  Assoziation zu Vogeljungen, die begierig die Ankunft der Mutter und vorallem des ersehnten Futters erwarten, überfiel mich aus dem Hinterhalt… war aber so mächtig, dass ich in allen weiteren Filmen nur noch mit Mühe einen Hauch Ernsthaftigkeit an dieser Stelle simulieren konnte. Richtig wirkungsvoll wird es aber erst bei Filmen, in denen drei Darstellerinnen am Ende um ihr Mundvoll Leckerle Papa Vogel betteln… Himmel muß Sex Spaß machen…





Kundenbindung

11 12 2009

Morgens, wenn ich mich nach einer Nacht voller nervenaufreibender Nächstenliebe auf dem Weg nach Hause mache, halte ich üblicherweise an meiner Stammtanke. Ich halte da auch wenn ich eigentlich nichts brauche… einfach nur um etwas Normales zu sehen. Nicht das ich etwa Unterhaltung suche, ich hol einfach meine Zigaretten und will nicht groß reden. Mein Tankwart weiß das und beschränkt sich auf ein schlichtes Grunzen, wenn ich ihm meine EC-Karte gebe.

Gestern früh stelle ich zu meinem Erstaunen fest, dass neben meinen kommunikationsfreien Tankwart ein großer rotblonder Kerl hinter der Theke steht… Er könnte Bobbele Beckers hübscherer Bruder sein… falls je ein solcher gebraucht werden sollte. Mir schwant Übles, als ich sehe, wie mein sonstiger Tankwart sich mit einem breiten Grinsen hinter die Kaffeemaschine verdrückt.

Kaum bin ich in Rufweite der Theke schallt mir ein übermotiviertes “Guten Morgen” entgegen, das ich mit einen Schulterzucken ignoriere und hoffe, damit meine Sprechunlust zu verdeutlichen. Er scheint nicht der geschulteste aller Verkäufer zu sein, denn er fragt tatsächlich, was er an diesem wunderschönen Morgen für mich tun darf. Ich verkneife mir jeden Hinweis darauf, dass er doch einfach tot umfallen könnte – schließlich wird er grade eingearbeitet – und nuschele meine Zigarettenbestellung an ihn hin.

Er tänzelt grazil zum Kippenregal und reicht mir mit einer schwungvollen Geste das Ziel meiner Wünsche und fragt ob er mir noch etwas Gutes tun kann. Ich lege meine EC-Karte auf die Kasse und murmele etwas von “Setz die Drogen ab”. Meine Nackenhaare sträuben sich und ich glaube ich knurre, als er fragt, ob er mir denn beim Tanken helfen könnte. Er strahlt mich unverdrossen an. Rotblonde Locken bewegen sich  im Takt seines nervösen Wippens.

“Aber eine Frau wie Sie, die hat doch bestimmt eine Payback-Karte?” Ich höre leise meinen herkömmlichen Tankwart lachen. Ich fauche seinen neuen Kollegen an und zische etwas von Heilungschancen bei Hyperaktivität, während ich mich krampfhaft an meiner Zigarettenschachtel festklammere.

Ein fröhlich bunter Flyer wird mir zugereicht, auf denen die genauen Vorteile der Payback-Karte erklärt werden, untermalt vom begeisterten Singsang des Juniorverkäufers, von dem ich inzwischen glaube, dass er das Morgengrauen nicht erleben wird. Beherrscht frage ich ihn, ob er  ein fetischistisches Verhältnis zu kleinen bunten Plastikkarten hat – würde ich ja sogar verstehen. Mit einem verwirrten und etwas krampfigen Lächeln aus Bobbeles stahlblauen Augen erfahre ich, dass dies ausschließlich der Kundenbindung dient.

Ich seufze leise und frage ob er schon mal was Scientology gehört hat. Er nickt leicht irritiert und fragt, ob ich denn ein Getränk oder etwas zum Frühstücken bräuchte, um in den Tag zu starten. Noch ehe ich den Mund öffnen kann, um darauf zu antworten, stellt mir mein Stammtankwart wortlos einen Kaffee mit viel Milch vor die Nase und sagt leise zu seinem Kollegen: “Sie ist Stammkundin, sie kann alleine tanken, sie arbeitet nachts, sie redet nicht vor 12 Uhr, sie hasst Paybackkarten und sie kann sehr boshaft sein.”

Ich schenke meinem Tankwart etwas, dass nahe an ein Lächeln grenzt und erkläre dem Jungverkäufer: “Jetzt Schätzelein, lernst du fürs Leben. DAS  ist die Geisteshaltung die Stammkunden schafft… die Payback-Karte kannst samt Kundenbindung dahin packen, wo auch morgens nie die Sonne aufgeht. Einen schönen Tag noch.”





Zeit…

24 09 2009

Nachts betreue ich ein altes Ehepaar, beide weit über 90 Jahre alt… Jedesmal, wenn ich mich auf meinem Rundgang ins Zimmer schleiche, liegen die beiden Hand in Hand im Bett… nach über 70 Jahren Ehe. Sie hatten gute Jahre, ein Haus und eine Existenz aufgebaut, Kinder bekommen und die Zukunft erlebt von der sie mit 16 geträumt haben… Sicher hatten sie schwere Zeiten, haben Krieg, und Gefangenschaft erlebt und den zermürbenden Alltag überlebt… aber sie sind zusammen… Heute wie damals. In guten wie in schlechten Tagen.

Ich hatte eigentlich gedacht, dass ich mit dem Vergehen der Zeit an diesem speziellen Tag besser mit meinen Emotionen zurecht komme, der Schmerz weniger wird oder die Trauer nachlässt… Aber es ist nicht so. Bei jedem Datumseintrag, den ich heute Nacht auf Arbeit mache, tut es weh nicht mit ihm feiern zu können… nicht zu erleben wie er älter wird… nicht zu sehen, wie er sich verändert…

Ich bin so unglaublich neidisch auf die beiden alten Leute…

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Happy Birthday, Mika





Schlampe?

30 07 2009

Ich hab ja schon gelegentlich erzählt, dass ich seltsame Mails bekomme… meist hab ich auch eine Ahnung woher diese Eigenwilligkeiten stammen. Mails die sich ausschließlich auf meine sexuellen Präferenzen beziehen, sind meistens aus dem Umfeld meines Blogs oder eines der Foren, die ich mehr oder weniger regelmäßig beglücke. Genauso wie Fragen zu meiner Lebensweise. Ich bin ja geduldig in solchen Dingen…

Aber das jemand mich als militant-faschistische radikalfeministische Lesbenschlampe bezeichnet ist irgendwie neu. Natürlich weiß ich aus welcher Ecke des Internets das kommt… ich hab damit auch kein großes Problem damit, dass meine Arbeit in der diskussionsfreudigsten Community der Welt hinterfragt und kritisiert… und auch gerne mal falsch verstanden wird….

Aber bei aller Nachsicht… wie kommt man nur auf die Idee mich als Schlampe zu bezeichnen?

…wo ich doch so ein Luder bin.





Ein einfaches Leben…

21 07 2009

Vermutlich gibt es für jeden Menschen einige prägende Gestalten in seiner persönlichen Vita… Nein, ich meine nicht die Idole aus Teenagerzeiten um derenwillen man seine Haare verunstaltet oder die eher historischen Vorbilder, die man sich sucht in dem unbewussten Wissen, deren überragende Bedeutung in dem kleinen Leben das man lebt niemals erreichen zu können. Die Menschen die uns prägen, eine Bedeutung für unser alltägliches Dasein haben, uns Werte vorleben, die unser Handeln und unsere Art zu erleben beeinflußen… sie sind meistens keine  politischen oder ideologischen Lichtgestalten, keine schriftstellerischen Genies oder herausragende Nobelpreisträger…

Neas. Eine Frau, die ihr ganzes Leben in einem kleinen Bergdorf verbracht, die ein extrem einfaches, arbeitsreiches und erfülltes Leben gelebt hat. Tief religiös mit hohen moralischen Normen und dennoch von einer unglaublichen Neugier und Toleranz allem Neuen, Anderen und Fremden gegenüber. Ihr Glaube hat sie nie dazu veranlasst, das Leben anderer zu ver- oder beurteilen – ein Maß an Akzeptanz, das mir zum Vorbild wurde. Und dennoch habe ich nie eine Frau getroffen, die mit soviel Leidenschaft beim Kartenspielen geschummelt hat wie sie – und dabei auch noch so gut war.

PeitlerkofelWenn ich an Neas denke, fallen mir die vielen kleinen Dinge ein, die ich bei ihr gelernt habe. Das Fleisch nicht aus Supermarktregalen stammt, sondern von dem entzückenden kleinen Schwein, das ich gefüttert und gekrault habe. Sie hat mir gezeigt, wie man eine Kuh melkt, wie man die Hühner des Nachbarn verscheucht und wie man Schüttelbrot und Speck macht. Ich habe von ihr gelernt, das Rotwein auch aus schlichten Gläsern hervorragend schmeckt, wenn die Gesellschaft stimmt und eine Stunde auf der Treppe vor dem Haus mit Blick auf die Berge Frieden definiert. Aber… müßige Hände sind des Teufels Spießgesellen – ein Glaube, den sie zu meinem gelegentlichen Leidwesen mit einer der anderen wichtigen Frauen meines Lebens, Sr. M. Consulatrix, geteilt hat.

Ich erinnere mich an den Geruch des Holzfeuers in der Küche und höre ihre Stimme in dem eigenartigen Dialekt des Dorfes. Viele Wörter sind mir heute fremd geworden, aber ich sehe sie vor mir, wie sie mit Nähzeug in der Hand voller Faszination mit einem Enkel auf dem Schoß David Hasselhoffs Abenteuer in der Serie K.I.T.T. auf RAI uno verfolgt und mit boshaften kleinen Bemerkungen über Realitäten kommentiert.

Eine halbe Autostunde von dem entfernt, was die meisten von uns unter Zivilisation verstehen, hat sie drei großartige Frauen großgezogen, eine Tochter verloren, war meinem Vater Heimat und Zuflucht, wurde früh Witwe, überlebte elf ihrer dreizehn Geschwister. Sie betrieb eine Pension, bewirtschafte einen Bauernhof, stopfte eine Menge Mäuler und hatte trotzdem immer Zeit für die Menschen, die zu ihr kamen. Sie hatte einige der für mich bewundernswertesten Eigenschaften, die ein Mensch besitzen kann… Gelassenheit, die Kraft und den Mut, die Dinge so zu nehmen wie sie sind, aus dem was man hat, das Beste zu machen. Dankbarkeit für das zu empfinden, was man hat und nicht ständig danach zu streben, etwas Besseres zu bekommen oder zu sein als man ist.

Mit ihr hat die letzte der großen Frauenfiguren meines Lebens Abschied genommen. Sie wird jetzt in einem schlichten Kiefernsarg, so einfach wie ihr gesamtes Leben, auf dem kleinen Friedhof neben der Kirche ausruhen, mit Blick auf die Gipfel der Dolomiten, die ihr gesamtes Leben begleitet haben.





Life…

10 06 2009

Das Leben fickt jeden… aber es dürfte gerne aufhören meine sexuelle Attraktivität überzubewerten und seine Libido besser kontrollieren…

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Bon Jovi – It’s my life





Memorial Day

25 05 2009

Heute ist Memorial Day… der traditionelle Beginn der Sommersaison in Amerika und gleichzeitig der Tag an dem Amerika denjenigen gedenkt, die nicht lebend aus den Kriegen zurückkehrten. Für die Deutschen, die – auch wenn sie es nicht gerne zugeben – ebenfalls einen Hang zur Pathetik haben, oft eine merkwürdige Kombination. Wie kann man denn einerseits einen Tag der Trauer und der Erinnerung an die Gefallenen widmen und zugleich die Picknicksaison eröffnen. Aber beides hat seine Berechtigung… wir feiern, vielleicht unbewusst, die Tatsache am Leben zu sein, ohne diejenigen zu vergessen, die nach amerikanischem Verständnis für den Erhalt unserer persönlichen Freiheit gestorben sind.

Es ist für mich der Tag, an dem ich mich an diejenigen erinnere, mit denen ich seit meinem Ausflug ins amerikanische Militär befreundet bin… einige von ihnen sind in irgendwelchen unwichtigen und unaussprechlichen Sandhügeln gestorben. Für Kriege deren Zweck sich den meisten von ihnen entzogen hat. Sie litten unter Heimweh, Angst, waren traumatisiert und desillusioniert… und haben trotzdem nie den Glauben an ein höheres Ziel und einem Sinn ihrer Aufgabe verloren, so unwirklich mir das erscheinen mag.

Einem von ihnen möchte ich heute etwas sagen… Steve,  rotblond wie seine irisch-schottischen Vorfahren, mit leuchtend blauen Augen, ein hinreißender Kleiderschrank mit gut zwei Metern und zu meinem tiefen Bedauern Berufssoldat. Vermutlich traut sich heute keiner mehr den Colonel des Marine Corps ganz unformell Stevie zu nennen, aber er war die Kindergartenliebe meines Lebens, ich habe keinen Respekt vor seinem martialischen Auftreten und seinen lustigen kleinen Ordenschildchen. Seit rund 20 Jahren ist der bärbeißige Kerl nun schon unterwegs in Sachen Krieg, er hat sich auf den Schlachtfeldern des Golfs hochgedient und in nicht allzu ferner Zeit wird er Brigadegeneral werden – falls er überlebt.

Wir sind zusammen aufgewachsen, haben unsere kleinen Geheimnisse geteilt. Er war der Mann der mir meinen ersten Ring geschenkt hat, selbst gemacht aus Kaugummipapier. Wir haben zusammen Flusskrebse gefangen, er hat mir beigebracht Skateboard zu fahren und ich habe ihm Ketten aus Gänseblümchen umgehängt. Schon damals wollte er nichts anderes tun, als seinem Land zu dienen und eines Tages ein berühmter General zu werden – genau wie die anderen Männer in seiner Familie Soldat zu sein. Und was haben wir deswegen gestritten…

Dieser wundervolle und tiefsinnige Mann, der seinen Traum lebt, zauberhafte Gedichte schreibt und mir meine moralische Unzulänglichkeit sowie meinen Pazifismus mit einem strahlenden Lächeln vergibt… dieser Mann leidet… er leidet wie ein Hund. Er hat in seiner Tasche ein kleines dreckverkrustetes Büchlein, das er seit zwanzig Jahren mit sich herumschleppt. In diesem Buch stehen Namen. Dutzende, vielleicht sind es schon Hunderte. Jeder einzelne Mann, jede einzelne Frau, die in seiner Einheit und unter seinem Kommando gefallen sind, seine persönlichen Freunde aus anderen Einheiten… er listet sie akribisch auf. Er hat Angst auch nur einen von ihnen zu vergessen… zu vergessen, was sie ausgemacht hat, wer sie waren, wie sie lachten, woher sie kamen und wie sie gestorben sind. Jedes Jahr am Memorial Day sucht er sich einen ruhigen Ort und liest diese Namen laut vor, jeden einzelnen.

Vor kurzem hat er mich gefragt, ob ich eines Tages seinen Namen am Memorial Day laut aussprechen werde. Ob ich ihm verzeihen werde, weil er in meinen Augen den falschen Weg geht, ob ich trotzdem verstehe, dass er an das glaubt was er tut. Ob ich ihn vergessen werde…

Stevie…  I will always hate your job and your unbroken faith in military power, but… I will never forget your gorgeous smile, your magnanimity, the pride in your face as you showed me your tatoo, sitting on your lap and feeling very small. Drinking wine cooler on the porch, playing poker, winning your dog tag, missing friends. Countless letters and mails. A warm and loving feeling thinking of you… please take care.

Semper Fidelis my friend, God bless you.

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Frivolitäten

20 05 2009

Ein interessantes Wort… frivol… aufgetaucht in der Blogrolle des ebenfalls interessanten Blogs Goethe der Woche… aber was bedeutet frivol eigentlich? Und vor allem… hab ich das auch? Eine Frage, die mich die ganze Nacht beschäftigt hat… zu meiner Entschuldigung, ich hatte Nachtwache und da macht man sich eigenartige Gedanken, wenn man nachts alleine durch dunkle Gänge schleicht.

Meine erste Assoziation ist ganz klar die schwäbische Hausfrau, die meint durch den Verzicht eines Höschens unter einem bodenlangen Rock bereits den Gipfel anrüchiger Mode erreicht zu haben… Ich trage auf Partys auch bodenlange Röcke… würde aber nie auf den Gedanken kommen, das sei frivol. Mein lackglänzendes Partyoutfit hat eindeutig mehr Ähnlichkeit mit einem Tschador als mit einem schamlosen Outfit, allein der Gedanke an unbedeckte Schultern und halsferne Ausschnitte lässt mich in dem Zusammenhang gruseln.

Nachdem ich klugerweise meinen Assoziationen nicht immer vertraue, habe ich das mal recherchiert… natürlich bei Wikipedia, der ersten Adresse für kaum 18jährige Pornodarstellerinnen… und dort wird mir erklärt:

Mit Frivolität bezeichnet man eine mit sexueller Anspielung versehene Mehrdeutigkeit meist schlüpfrigen Charakters.

Aha. Sehr aufschlussreich und kein Stück weiterhelfend, außer dem Verdacht das frivoles Verhalten tatsächlich etwas mit Schlüpfern zu tun hat…  aber was bitte bedeutet in dem Zusammenhang Mehrdeutigkeit? Und wenn es eine Bedeutung haben sollte… bin ich denn mehr als eindeutig in meinen sexuellen Anspielungen? Wenn ja, sollte ich das wohl dringend ändern… Mehrdeutigkeit ist was für Politwissenschaftler, aber sicher nicht für schlichte Sexisten wie mich.

Unverdrossen mache ich mich auf die Suche nach Synonymen, vielleicht findet sich ja da ein Hinweis darauf, was denn unter frivol zu verstehen ist: Ausgelassen, leichtfertig, lasziv, anrüchig, willig, ungehörig, schlüpfrig. Jetzt kommen wir der Sache schon näher…

Obwohl… ausgelassen bin ich eher selten, Leichtfertigkeit ist auch nicht meins. Lasziv kann ich zwar buchstabieren, wärs auch sicher gerne mal, aber lassen wir das. Anrüchig… klingt gut, hat was von Mata Hari, aber nachdem die auch lasziv war, kann das wohl nicht wirklich auf mich zutreffen – Schade eigentlich.

Willig… aber bitte doch gerne… ich liebe willige Männer, unwillige fast noch mehr, da kann ich durchaus ungehörig werden… hmm… ja, ich mach gelegentlich Dinge, die sich sogar ganz sicher nicht gehören, allerdings gebe ich zu bedenken, dass diese Ungehörigkeit sich ausschliesslich aus der gesellschaftlichen Vorstellung dessen definiert, das von derselben als akzeptabel empfunden wird – in einer anderen Galaxie sieht man das möglicherweise völlig anders…

SchlüpfrigUnd am Ende taucht wieder dieses Wort auf… schlüpfrig… ist das ein schlüpfrig im Sinne von feucht, glitschig, nass? Dann könnte ich vielleicht ja doch eine Meinung dazu haben… oder zumindest eine weitere Assoziation, die sich aber gesellschaftskonform als etwas unangemessen erweisen dürfte… Wenn es um die Wäsche geht – den guten alten Schlüpfer – dann will ich gar nicht drüber nachdenken, was mir dazu für Bilder in den Kopf kommen… Ein Grund wieso diese Frivol-Sache nach dieser Herleitung auf mich nicht zutreffen kann, erschliesst sich aber daraus… meine Leidenschaft für Dessous… ich würde in etwas, dass man als Schlüpfer bezeichnet, nicht mal begraben werden wollen. Ganz sicher nicht.

Womit am Ende eine Frage bleibt… was ist frivol denn nun eigentlich? Ist das womöglich so etwas ähnliches wie Bielefeld? Fragen über Fragen, die sich für das sinnfreie Philosophieren auf dunklen Gängen zwischen schlafenden alten Damen in geblümten Schlüpfern hervorragend eignen. Vielen Dank auch.





Home, sweet home

16 05 2009

Nach langer Suche hab ich es tatsächlich geschafft eine geeignete Wohnung für mein Hundchen und mich zu finden… meine Familie zeigt sich wenig erstaunt darüber, dass es mir gelungen ist, die wahrscheinlich unattraktivste Wohnung in einem uralten Haus in einer der schrägeren Ecken Stuttgarts aufzutreiben. Das in dem Haus neben dem stinkigen Hund und mir auch noch einige Menschen mit sehr eigenwilligen und unaussprechlichen Namen wohnen, schräg gegenüber die AntiFa ihr Hauptquartier hat und um die Ecke nicht nur eine etwa aus den 1820ern stammende Kneipe samt ihrem Inventar angesiedelt ist, sondern auch ein entzückendes kleines Bordell seinen Sitz hat, macht das ganze Wohnlage irgendwie… ähm… romantisch… auf eine kubanisch-heruntergekommene Art…

KubaDas meine Mom zu der Wohnung meinte: “Naja… irgendwie passt sie zu dir… und vermutlich nur zu dir”, tut meiner Freude keinen Abbruch. Sie denkt allerdings, das ein Wohnumfeld in dem viele Ausländer wohnen eher suboptimal ist… sie hat sich weitere Bemerkungen nach meinen Hinweis auf meine Staatsbürgerschaft klugerweise verkniffen… das sie so ihre eigenen Ansichten dazu hat, das man freiwillig im Erdgeschoß in einer “terroristenverseuchten Gegend” lebt, konnte sie allerdings nicht verheimlichen. Auch nicht das sie drei Meter hohe Räume, die mit insgesamt nur einem Heizkörper beheizt werden, eher unwirtschaftlich findet. Das die komplette Wohnung renovierungsbedürftig ist, brauche ich an dieser Stelle wohl kaum zu erwähnen…

Diese Wohnung ist schlicht perfekt für jemanden wie mich… sie fühlt sich genauso an, wie einer dieser seltsam dümmlichen Mischlingshunde und der ungewöhnlich eigenwilligen Männer an denen mein Herz immer hängenbleibt. Ich glaube wir werden uns mögen…





Mäuschen

6 05 2009

Ich schlendere durch den Park und wie so oft trödelt der Merlin-Hund gefühlte zwei Kilometer hinter mir her… ein Spaziergänger kommt mir entgegen und ebenfalls wie so oft, versuche ich die Aufmerksamkeit meines Tagträumers auf sein Frauchen zu lenken…

Ivy: “Mäuschen… Mauschen!”
Merlin: …
Ivy: “MÄUSCHEN!!!”
Spaziergänger: Meinst du mich?
Ivy: <wird rot und zeigt auf den Hund> Ähm… nein… ich meine ihn.

<Der angesprochene Hund schert sich einen Scheißdreck um sein Frauchen in Erklärungsnöten und wühlt sich begeistert durch das Unterholz>

Spaziergänger: Schade eigentlich. Aber Mäuschen ist ein netter Name für ein Pony.
Ivy: Er ist ein Hund. Und er heißt Merlin.
Spaziergänger: Da hat man dich beim Hundekauf aber ganz schön verarscht.
Ivy: Er ist wirklich ein Hund. Hund. Hund.
Spaziergänger: Na, mach dir nix draus… für ein Pony ist Merlin auch ein ziemlich cooler Name.








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