Ein Gedicht, Herr Bee, ein Gedicht

4 08 2009

Dieses wunderschöne Gedicht… das in einzigartiger so Weise perfekt zu meinem Headerbild passt… hat der entzückende Herr Bee von Zynaestesie auf meinen kleinen, am Rande gehegten, Wunsch geschrieben… und ich bin hingerissen, wie immer wenn es um Liebesgeschichten und neongrüne High Heels geht…

Frau Schmidt und Herr Blentzke
oder Das Glück folgt auf dem Fuße

.
Ganz allein, Beziehungswaise –
noch zu haben war die leise,
unaufdringliche Frau Schmidt.
Fand sie sich auch ab damit?
Keinesfalls. Doch war sie schüchtern,
dachte also, kalt und nüchtern:
sollte sich ihr Plan auch lohnen,
kämen wohl Investitionen
für das Schuhwerk in Betracht.
Und so tät Frau Schmidt zur Nacht
in der Oper, auf den Bällen
sich auf hohe Hacken stellen,
erst nur mäßig, doch zu später
Stunde vierzehn Zentimeter.
Dass auch Männer um sie warben,
trug sie sie stets neonfarben,
giftig grün und lackbewehrt –
was Herrn Blentzke gar nicht stört,
da es solche Stiefel waren,
deren Anblick er seit Jahren
innig suchte und nun fand.
Schließlich schlang ein zartes Band
er zu dieser Fußbekleidung,
die zur bessren Unterscheidung
grün wie eine Ampel glühte,
dass das Herz ihm jäh erblühte.
Denn Herr Blentzke mag nicht Schürzen,
Wäsche will den Blick nicht würzen,
Strumpf und Hose, Wolle, Seide,
Gold und Silber und Geschmeide,
nichts, was ihm zur Lust gereicht.
Er ist ganz auf Grün geeicht.
Was Frau Schmidt knieabwärts ziert,
dies hat ihn konditioniert.
Und vor lauter Liebesschmerz
fasste Blentzke sich ein Herz,
wartete drei Wochen schon,
sprach: « Le cœur a des raisons… »
Sie verstand es. Und genau
wurde sie Herrn Blentzkes Frau.
Seit dem Tag, der ihm hienieden
dieses größte Glück beschieden,
schwelgt Frau Blentzke ganz in Muße
und lebt gut auf großem Fuße.
Doch die Stiefel, jene glatten,
grünen, hohen, für den Gatten
trägt sie diese nun ausschließlich,
denn sie zeigten sich ersprießlich,
und sie nimmt es lächelnd hin:
Absatz fördert den Gewinn.

.

Leuchtend grünen Dank an Bee





Towel Day

25 05 2008

Heute gedenken wir mit dem inzwischen unverzichtbaren Handtuchtag dem wundervollen Douglas Adams und seiner von mir innig geliebten Buchserie: “Per Anhalter durch die Galaxis“… ihm verdanken wir nicht nur die Kugelschreibertheorie und die Kenntnis des großen grüner Arkelanfalls, sondern auch das überlebensnotwendige PAL-Feld…

Ihm zu Ehren einen Pangalaktischen Donnergurgler

und ein Bild von unserer zauberhaften Cachebegleitung Uwe vom Magerquark-Blog

Das Bild wurde ohne Erlaubnis gestohlen… Danke





Dieter Nuhr – Gibt es intelligentes Leben?

18 12 2007

Storyboard: Dieter Nuhr reist um die Welt… auf der Suche nach der Intelligenz. Dabei sieht er auch noch lecker aus, auch wenn er im Prinzip erfolglos bleibt.

 

Meine Meinung: Das Buch ist unterhaltsame schnelle Lektüre fürs Frühstück, man sollte Nuhrs Stimme dabei im Hinterkopf haben, sonst versteht man die Ironie nicht wirklich… aber ich würde gerne mit Dieter Nuhr frühstücken, egal ob sein Buch jetzt wirklich super klug oder super lustig war. Manche Männer müssen nicht reden um mich zu überzeugen…

Ich danke Uwe für dieses Buch





Maeve Binchy – Irische Freundschaften & Sommerleuchten

10 12 2007

Wie… schon wieder zwei auf einmal ? Sorry, aber die passen halt so gut zusammen und die lagen jetzt schon ewig in der Gegend herum, ohne das sich jemand erbarmt hätte, sie zu lesen… also hab ich das erledigt, damit die Bücher endlich zu Ebay dürfen.

Irische Freundschaften

Storyboard: Das Buch handelt von zwei Mädchen, die sich während der Kriegsverschickung der Bombenkinder von England nach Irland kennenlernen und die es schaffen diese Freundschaft ins Erwachsenenleben hinüber zu retten. Elizabeth ( England ) nach Violett ( Irland ) meistern gemeinsam die typischen Lebenskrisen: Ehe, Schwangerschaft, Studium.

Meine Meinung: Etwas betulich, aber insgesamt positiv geschrieben… Irland scheint ein nettes Land zu sein. Tiefschürfend ist was anderes, für die Badewanne zu wenig Erotik, aber für einen halb verdösten Nachmittag auf der Couch passt es schon.

Sommerleuchten

Storyboard: Verpenntes kleines irisches Dörfchen, reicher Amerikaner will ein Hotel aus einem alten Hof machen und alle kriseln...

Meine Meinung: Maeve Binchy schreibt echt gut, aber für mich müssen diese Romane mit 800 Seiten einfach echt packen. Ich mag irische Dörfer und ich hab nicht gegen betuliche Gutmenschlerei… aber es ist nicht wirklich meine Richtung. Alles in allem wieder keine Badewannenbuch ( da fehlt wieder so ein bisserl Sex ) aber für eine halbe Nacht aufbleiben reicht mir die Spannung nicht… es bleibt Teebegleitlektüre für die faulen Couchtage.





Patricia Cornwell – Postmortem & Cause of Death

3 12 2007

Zwei Bücher auf einmal – Ivy wird faul… aber das erste habe ich schon mal gelesen und das andere hatte ich direkt nach dem Kauf an meine Mum ausgeliehen, wo ich es jetzt nach 7 oder 8 Jahren aus dem Bücherregal gefischt habe. Die hatte die tatsächlich hinter anderen Büchern versteckt. Also hab ich jetzt beide nochmal, bzw. erstmals gelesen.

Storyboard: Postmortem (1990) – Der erste Band der Reihe um die leitende Gerichtsmedizinerin im Bezirk Richmond, Virgina Kay Scarpetta. Als Einzelgängerin und Frau muss sie sich in einer Männerwelt von Polizisten und FBI-Agenten durchsetzen. Dabei reicht es ihr nicht, nur ihrem Job nachzugehen, sondern sie möchte mehr für die nicht selten grausam zugerichteten Leichen tun, die ihr auf den Tisch kommen. Gemeinsam mit dem mürrischen Polizisten Marino versucht Scarpetta, zum Leidwesen vieler anderer Polizisten sich aktiv in die Ermittlungen einzubringen. Natürlich gerät sie dabei selbst in Gefahr. In ihrem ersten Fall jagt sie einen Mörder, der in schöner Regelmässigkeit Samstag morgens zuschlägt und scheinbar wahllos Frauen tötet. Das Buch bleibt nicht immer unter der Ekelgrenze, aber mit einem starken Magen kann man richtig Spass an den Obduktionsbeschreibungen und der Verfolgungsjagd haben.

Cause of death – Band 6 oder 7 der Scarpetta-Reihe. Die Gute sucht auf gewohnt ungewöhnliche Weise gemeinsam mit Polizist Marino und ihrer Nichte Lucy nach dem Mörder des Gerichtsreporters Eddings, der am Neujahrs Abend im vereisten Fluß nahe einer Schiffverschrottungsanalge gefunden wird. Wie immer hilft es, nicht besonders zimperlich bei etwas eindrücklichen Beschreibungen der Verwesungsstadien zu sein.

Meine Meinung: Der Erzählstil Cornwells ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber sobald man sich an die Ich-Perspektive gewöhnt hat, ist es aussergewöhnlich einfach, sich mit der Protagonistin zu identifizieren. Ich persönlich hab nichts gegen sehr detailnahe Beschreibungen von den kleinen Tieren die sich auf dem menschlichen Körper nach seinem Tod tummeln, aber manches Mal dachte ich schon: Igitt. Aber das war durchaus ein positives Igitt, denn die Beschreibungen der kriminaltechnischen Untersuchungen machen diese Bücher erst so richtig spannend. Kann man lesen… muss man aber nicht, allerdings empfehle ich sehr eindringlich das erste Buch der Reihe zuerst und es wenn möglich in der englischen Originalfassung zu lesen.





Eveline Hasler – Die Vogelmacherin.

24 11 2007

Storyboard: Die Geschichte von Hexenkindern beschreibt zwei, beziehungsweise drei Schicksale der als Hexen verfolgten Kinder Mitte des 17 Jahrhunderts in der Schweiz und Oberschwaben. Ein elternloses, fantasiebegabtes 11-jähriges Mädchen erleidet einen unsinnigen und unnötig grausamen Hexenprozess… nur weil dieses Kind zufällig als schwächstes Glied in einer aufrührerischen Dorfgemeinschaft als Exempel geeignet ist – und behauptet Vögel machen zu können.

Zwei andere Kinder werden der „Buhlschaft mit dem Teufel“ bezichtigt und schliesslich auch verurteilt. Nachdem der Bub für die Hinrichtung noch zu jung ist, werden er und seine Schwester jahrelang im Kloster Buchau am Federsee aufbewahrt – im Wissen was sie erwartet.

Meine Meinung: Nicht nur schwer zu lesen sondern auch schwer zu begreifen.





Heinz Strunk – Fleisch ist mein Gemüse

23 11 2007

Storyboard: Eine Landjugend mit Musik – Er wächst in einer sterbenslangweiligen Reihenhaussiedlung auf… und die Pubertät will einfach nicht zu Ende gehen. Mitte 20, begabter Saxofonist, unbegabter Frauenheld tingelt er mit Tiffanys ( niemals DIE Tiffanys ), einer mittelmässigen Showband übers platte Land, von Schützenfesten zu Silvesterfeiern und trotzdem passiert einfach nichts. Schlechtsitzende Sakkos, ekeliges Essen und Daddelautomaten sind sein Leben… immer mit der enttäuschten Hoffnung im Hinterkopf eines Tages könnte der Durchbruch als Produzent noch kommen.

Meine Meinung: Genial… surreal in seiner Tragik, eine Durchschnittsexistenz in ihrer ganzen Verzweiflung des Alltags und trotzdem zum Schreien komisch. Es kann nicht erfunden sein… wer je auf einem Dorf gelebt hat, erkennt viele der sinnlosen Rituale seiner eigenen Jugend wieder… oder erinnert sich ans Kotzen hinters Bierzelt. Keine belanglose geschönte Jugenderinnerung sondern brachiale Ironie und kein bisschen Augenzwinkern. Ich schätze es gibt Menschen, die dieses Buch lieben und andere, die es hassen… dazwischen ist nicht viel Platz.

Und Uwe… danke für dieses Buch





Michael Byrnes – Relictum

11 10 2007

RelictumStoryboard: Eine Explosion erschüttert den Tempelberg und kurz darauf werden zwei außergewöhnliche Forscher in den Vatikan gebeten, um einen archäologischen Fund, ein Ossarium zu untersuchen. Enthält es tatsächlich die Gebeine Jesu und ist die Auferstehungsgeschichte der Bibel damit widerlegt ?

 

Meine Meinung: In dem ganzen Einerlei historischer „Die Templer haben in Wirklichkeit – Romane“ ist dieser Roman eine Ausnahme. Er erklärt die aktuelle Spannungslage in Jerusalem sehr anschaulich und beschreibt die Lage und den archäologischen Dauerstreit um den Tempelberg verständlicher als die gängigen Nachrichtensendungen. Die historischen Details (Super: Abgrenzung der historischen Bedeutung und Zuordnung unterschiedlicher Begräbnisrituale) und aktuellen Forschungsmethoden finden sich zu einer spannenden, detailreichen und überzeugenden Geschichte zusammen. Die körperliche (biblische) gegen die geistige Auferstehung Jesu zu stellen ist zwar interessant, aber für mich doch eher rhetorisch, viel interessanter finde ich die Tatsache, dass auch die islamische Religion durch eine Änderung der Auferstehungsgeschichte eine grundlegende Änderung erfahren könnte. Für mich eines der unterhaltsamsten und nebenbei auch lehrreichsten Bücher aus der Jesus-Maria-Templer-Ecke.





William Brodrick – Die sechste Klage

11 10 2007

Storyboard: Pater Anselm ist zunächst ein erfolgreicher Strafverteidiger, tritt aber dann ins Kloster ein. Als ein seltsamer Gast in eines der Gästehäuser des Klosters einzieht, wird Anselm von seinem Prior mit Ermittlungen in einem 60 Jahre alten Fall betraut. Die dramatische Geschichte einer Familie und ihrer Verquickung mit dem Nationalsozialismus ziehen ihn immer tiefer in dieDie 6te Klage Auseinandersetzung mit Schuld und Verzweiflung.

 

Meine Meinung: Jaja… wieder so ein Mönch der mehr oder weniger unbeholfen durch einen Krimi stolpert und ihn letztendlich eher zufällig löst. Weit gefehlt, dieser Roman ist kein standardisierter Mönchsthriller, sondern ein handwerklich ausgezeichnet gemachter klassischer Krimi, der sich mit den emotionalen Zuständen der Beteiligten auseinandersetzt und hinter die Kulissen des Offensichtlichen blickt. Die Geschichte bleibt bis zum Ende spannend und glaubwürdig und ist deutlich besser als ich es erwartet habe. Ein echter Geniestreich der mir zufällig auf dem Grabbeltisch begegnet ist…





Dan Simmons – Sommer der Nacht

11 10 2007

Storyboard: Als in der idyllischen amerikanischen Kleinstadt ein Kind verschwindet, freuen sich Mike, Lawrence, Dale, Duane,… Sommer der Nachtgerade auf den Beginn der Sommerferien – wie jedes Jahr. Als ihnen aber ein Soldat aus dem 1. Weltkrieg erscheint, Schatten lebendig werden und der Abdeckereilaster versucht sie zu töten, wird ihnen klar, dass nichts so sein wird, wie in den Jahren zuvor… Alles Unheil scheint von dem alten Schulhaus auszugehen und die Jungs versuchen, nicht ganz ohne Verluste, sich dem Bösem in den Weg zu stellen.

 

Meine Meinung: Ob die Ähnlichkeit mit Stephen Kings „Es“ beabsichtigt sind oder Simmons einfach nur Archetypen bedient ist mir persönlich egal. Mir gefällt die atmosphärisch dichte Schilderung einer Kleinstadt in den 1960er und die Charakterzeichnung der Hauptdarsteller wirklich gut, auch wenn die Geschichte nur langsam an Spannung zunimmt. Am Ende bleiben einige Fragen offen, wahrscheinlich nur Kleinigkeiten, aber ich bin ja da manchmal ein bisschen zickig. Vermutlich wäre es auch ohne den einen oder anderen Handlungsstrang eine prima Geschichte geworden… trotzdem ist für mich ein gelungener Horrorroman mit reichlich Ekelfaktor und wenn man es genau nimmt auch ein gelungener nostalgischer Rückblick auf das Amerika der 60er Jahre.