85 E – Wäsche und mehr…

In Lindau angekommen, gefrühstückt, gebummelt, Enten beobachtet, Häuser angeguckt… irgendwie fand ich das alles für einen Urlaubstag aber sehr unbefriedigend, vorallem weil mein Liebster mich permanent von allen Schuhläden ferngehalten hat – manchmal hab ich den Verdacht, er teilt diese Leidenschaft nicht wirklich. Schöne hohe Schuhe dürfen es schon sein, aber nicht mit in einen Schuhladen wollen. Tzä. Glücklicherweise haben wir ja andere gemeinsame Interessen – Dessous zB. – wobei ich fast glaube, dass er an schöner Wäsche mehr Spass hat als ich. Also habe ich ihn kurzentschlossen in einen der kleinen Wäscheläden auf der Insel gezerrt.

Die Verkäuferin/Besitzerin hat uns an der Türe abgeholt und uns mit einem verschwörerischen Lächeln in den oberen Stock geführt. Oben fanden wir neben einem riesigen Wandregal mit Hunderten kleiner Fächern voll mit den wunderschönen dezent-pastellfarbenen Wäscheschachteln *seufz* auch einen netten, wenn auch leicht verwirrt wirkenden älteren Herrn vor. Meiner Meinung nach ein Vertreter für Bademoden oder sowas, mein Schatz lässt sich aber nicht von der Theorie abbringen, dass es sich um einen Wäschefetischisten handelt, der seine Domina – die Verkäuferin/Besitzerin – besucht hat. Seis drum, die Verkäuferin/Besitzerin hat den kleinen lustigen Mann jedenfalls keines Blickes gewürdigt, was mich zu dem Entschluss brachte davon auszugehen er sei ein atmendes Möbelstück und das er meiner weiteren Aufmerksamkeit wohl nicht bedürfe.

Die Dame fragte mich nach meiner BH-Größe und nachdem ich ihr mit der Größe gantwortet habe, die ich bisher immer gakauft hatte, taxierte sie meine Oberweite „Schätzchen, das ist nie im Leben ihre Größe, das ist unten zu groß und oben zu klein – sie haben ne 85 E.“ Sprachs und warf etwa 27 dezent-pastellfarbene Päckchen auf die Theke. Während der kleine Mann und ich uns noch von dem Schock meiner neuen Größe erholten, begannen die Verkäuferin/Besitzerin und mein Liebster eine Unterhaltung über taugliche Farben und Materialien, während sie BH für BH auspackten und mich schliesslich mit drei ausgewählten Modellen in die Umkleide schickten.

Hellblaue Nadelstreifen fand ich prima – gefallen meinem Männe nicht – Gelbe Streublümchen sind einfach nicht meins und transparent mit Goldstickerei hat dem netten kleinen Mann nicht zugesagt – zumindest habe ich das seinem Naserümpfen so entnommen. Der Rest der Anwesenden einigte sich dann auf schwarz oder weiss, wobei ich immer noch fasziniert war, wie verdammt gut die BHs passten. Die Dame drückte mir ein zartes Etwas aus schwarzem Tüll und einen Bausch weisser Spitze in die Hand und scheuchte mich wieder zum Umziehen, während sie mit meinem Schatz über die verschiedenen BH-Formen gefachsimpelt hat.

Der weisse Spitzenbausch wurde nicht für mich gemacht, aber das schwarze Etwas ist perfekt – bis auf ein klitzekleines Problem… das Fitzelchen Tüll soll 120 € ( in Worten einhundertzwanzig ) kosten. Mit unauffälligen Gesten versuchte ich meinem Liebsten klarzumachen, dass das einfach verdammt viel ist für nen BH, aber er grinstee und sagt, dass das Ding aber ziemlich geil an mir aussähe und nachdem ich ja schliesslich nix zum Geburtstag und zu Weihnachten bekommen hätte, sei das ne passende Entschädigung. Bei der Gelegenheit fällt mir gerade ein, dass er unseren Jahrestag, meinen Namenstag und den Valentinstag auch vergessen hat…

Nachdem er beschlossen hatte, das schwarze Etwas zu erstehen, fiel ihm auf, dass da eigentlich noch eine irgendwie geartete Hose dazu gehört – auch wenn er sonst nicht soviel von kompletter weiblicher Bekleidung hält *grins*. Es entspann sich die umfangreichste Diskussion über Unterwäsche, derer ich jemals Zeuge werden durfte. Der lustige kleine Mann und ich lehnten gemütlich an der Theke und verfolgten gespannt, wie sich mein Schatz und die vermeintliche Domina über französischen Tüll, Wäschefirmen, Strings, Netz, Rioslips und Seitenbreiten ausliessen. Mittlerweile lagen ein Berg von Wäsche – und bei hauchdünnen Stoffen ist ein Berg ne ganze Menge – und mehrere Kataloge auf der Theke… und nach knappen zwei Stunden haben sich die beiden dann auf etwas geeinigt das Kyoto heissen soll, in meiner Größe bestellt werden kann und form- und stoffmässig zu dem sündigen schwarzen Etwas passt. Natürlich passt es auch preislich perfekt zum Oberteil, ein quasi nicht vorhandenes Stück Tüll für umme 100 € ist wirklich ein „perfect match“

Als wir dann zur Kasse gingen, winkte ich dem netten kleinen Mann nochmal zu… ich hatte den Eindruck, er war erleichtert… und war immer noch entsetzt über die Tatsache, dass wir gerade für Wäsche genauso viel ausgeben, wie ich sonst für Schuhe oder ein gutes Korsett raushau – aber mein Schatz wirkte absolut entspannt und grinste vor sich hin, also hoffte ich einfach, dass er weiss was er tut. Mit einem dezent-pastellfarbenen Päckchen, der BH wurde von der Pseudo-Domina noch in Seidenpapier eingeschlagen, verliessen wir den Laden… nicht nur um einen BH reicher, sondern auch endlich mit der Kenntnis einer BH-Grösse, die mir passt wie angegossen… Danke Hase *smile*

3 Gedanken zu “85 E – Wäsche und mehr…

  1. Rosenzuechter schreibt:

    Und ich beharre noch immer drauf – das war ne Domina und der Typ war ihr Spielzeug – naja, ist ja auch wurscht, hauptsache die Domina hat was schönes für uns gefunden 😉 Küssle

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