Ökopolitisches Geschwurbel

Bloggers Unite - Blog Action Day Mein Blog ist unpolitisch – einige klitzekleine Anmerkungen lass ich mir durchgehen – aber prinzipiell glaube ich nicht, dass ein weiteres, kaum leserliches Blog über eine individuelle politische Einstellung die Welt weiterbringt. Ich glaube eher, dass vieles von dem was ich in manchen Blogs über Politik und Gesinnung lese, in keinster Weise dem dahinter stehenden Leben entspricht. Ob es Not tut, sich an jeder Sautreiberei mehr oder weniger kompetent zu beteiligen sei dahingestellt – zu meiner gelebten politischen Einstellung gehört es auch Leute unbehelligt das tun zu lassen, das ihnen am Herzen liegt. Meistens…

…aber heute möchte ich etwas über Umwelt schreiben… ich hab nur keine Ahnung wie man über etwas so grundlegend Normales wie „draussen“ am besten schreibt. Mein ökologisches Sendungsbewußtsein hält sich ebenfalls in Grenzen, ich erwarte, naiv wie ich bin, dass erwachsene Menschen mindestens ähnliche Möglichkeiten besitzen um sich Informationen über ihre Umwelt zu besorgen. Viele tun das auch und meistens macht mich der Gedanke ziemlich zufrieden, denn ich glaube an Kleinigkeiten. Was mich aber zu bissigen und leider auch unüberhörbaren Kommentaren verführt, sind Menschen, die mich mit ökopolitischen Schwurbeligkeiten beglücken und dann

  • für die Weihnachtsplätzchenbäckerei die billigen Eier aus Legebatterien kaufen, weil sie damit auf 100 Vanillekipferl 20 Cent sparen.
  • unkontrolliert Pflegesets im Plastikbeutel verschenken und für sich selbst die tierversuchsfreie Hautcreme holen
  • alles kochen wollen, dass auch nur mal in Nähe ihres Körpers war
  • stundenlang den Backofen aufheizen um dann ein einzelnes Brötchen aufzubacken
  • daran glauben, dass in ihrem Kühlschrank Schockfrosten möglich sein muss

Natürlich sind das nur Lappalien, einzeln ganz sicher nicht verursachend an der Klimakatastrophe – ich würde mich ganz sicher auch nicht umweltsensibel heiligsprechen lassen ( ich krieg auch ab und zu einen Anschiss, weil ich meinen Kaugummi ins Blumenbeet schmeiße, gell ) – aber die Gedankenlosigkeit mit der manche Dinge sogar in Lehrer- und Grünenhaushalten tradiert werden, bringt mich zum Verzweifeln. Sogar noch mehr als der Gedanke Joghurtbecher vor der Verbrennung abzuwaschen…

Und nein… ich meine jetzt nicht die 80jährige Nachbarin, die manche Sachen schon immer so macht, aber dafür die ganze Wohnung mit Kernseife putzt und an anderer Stelle dank der typisch schwäbischen Sparsamkeit einiges an Müll vermeidet. Bei ihr glaube ich tatsächlich an eine ausgewogene Umweltbilanz, ein kleiner kehrwochendurchtränkter und entsprechend sauberer Mikrokosmos.

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3 Gedanken zu “Ökopolitisches Geschwurbel

  1. Wolferl schreibt:

    Genial Grünes!!!!!!

    Alternativer Titel: Die Perversion des Umweltschutzes

    Wir wenden 2kWH an Energie auf um 1kWH zu sparen!
    Nicht immer – aber immer öfter!!!!!

    Bussi

    Wolferl

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  2. Ivy schreibt:

    Mal ehrlich Jungs… ich hab nicht gedacht, dass das jemand liest… aber das grade die einzigen zwei mir bekannten Menschen, die bei diversen Stromerzeugern arbeiten das kommentieren… des isch echt seltsam

    Fühlt euch geherzt – schön dich wiederzusehen, Armin 🙂

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