Gefühlsdoof

IvyEs gibt Männer, von denen nimmt man an, sie seien soweit ganz intelligent, sozial angepasst, kommunikationstauglich… insgesamt einfach brauchbar. Aber irgendwann gelangt man dann zu der Feststellung: Sie sind irgendwie gefühlsdoof. Sie merken nicht, wenn sie dich verletzen, sie merken nicht was du empfindest, sie wissen nicht wie du tickst… mal ehrlich, sie würden erst merken, dass du tot bist, weil die Nachbarn sich über den Geruch beschweren.

Ich bin zu lange Frau um das nicht zu erkennen… aber es tut trotzdem weh. Ich bin grundsätzlich nicht auf Liebe angewiesen, für mich reicht durchaus eine gewisse allumfassende Sympathie, aber als dominanter Part einer Beziehung brauche ich eines unabdingbar: Respekt. Ritualisiert und bewusst. Und wenn ich den nicht bekomme, wenn ich mich nicht so behandelt fühle, wie es meinen Bedürfnissen und Neigungen entspricht, dann leide ich… genau wie jede andere Frau, die nicht das bekommt was sie braucht… sei es Liebe, Anerkennung oder Diamanten.

Natürlich will ich verwöhnt, angeflirtet, begehrt werden… ich mag es durchaus, wenn er den Boden anbetet auf dem ich gehe, ich halte mich für das Beste seit Hundefutter in Tüten und will gelegentlich auch spüren, dass meine Männer das genauso sehen… aber wirklich brauchen – Nein. Ich brauche nur seinen Respekt und eine Art mich zu behandeln, in der ich spüre, dass er genau diesen Respekt empfindet… vor mir als Mensch, als Frau und als Domme. In exakt dieser Reihenfolge.

Wenn ich dann versuche ihm zu sagen, was mir fehlt und er guckt fasziniert sein Handy an… wenn ich ihm schreibe, wie ich mich fühle und bekomme keine Reaktion… wenn ich ihm zweimal die Vorlage gebe ein potentielles Date nicht zu vergessen und er tut es trotzdem, ohne auch nur ein Wort zu sagen… völlig egal ob es aus emotionaler Dummheit oder aus Absicht passiert, dass ist für mich ein gravierender Mangel an Respekt.

Dann kann er eben maximal noch ein guter Fick sein, gefühlsdoof zwar, aber mehr Emotion als einen Orgasmus muss ich ja nicht geben – ich sehe es nicht als meinen Verlust.

4 Gedanken zu “Gefühlsdoof

  1. km21 schreibt:

    Das finde ich interessant. Wieso sollten Männer nicht gefühlsdoof sein? Ein merkwürdiges Wort. Sagen wir lieber – gefühllos. Wieso sollte irgend jemand nicht gefühllos sein? Gefühle sind extrem kritische Angelegenheiten – hinsichtlich der Primäraufgabe von Lebewesen. Regelrechter Luxus mit hohem Risikofaktor! Nach meiner Erfahrung sind Frauen das auch. Nur umgekehrt. Letztlich kann kein Wesen aus seiner Haut. Jeder schenkt das was er selbst am liebsten hat. Kennst Du jemanden, der schenkt, was er nicht ausstehen kann? Auch wenn er weiss, dass der beschenkte diese Sache als heiligstes aller Geschenke betrachten würde?

    Defizite in Beziehungen sind nie einseitig. „Was hat DIE was ich nicht habe?“ Eine beliebte Frage unter Frauen. Mit einer Menge potentieller Antworten, aber vielleicht oft die falsche Frage. „Was fehlt mir/gebe ich nicht, was er bei anderen sucht?“ wäre ggf. besser gefragt. Partnerbeziehungen sind so schwierig, weil sie immer zweiseitige Beziehungen von vollkommen eigenständigen (nicht zwangsläufig selbständigen) Wesen sind. Nur wenn beide Seiten voneinander profitieren, öffnet sich der gefährliche Pfad zur Partnerschaft. Frauen beklagen sich oft über die Gefühllosigkeit von Männern, aber haben sie sich schon einmal Gedanken gemacht, was die Männer eigentlich an sie bindet? Was sie eigentlich geben – abgesehen von dem, was sie selbst gern empfangen würden?

    Einfach nur Frau zu sein reicht im Normalfall für eine Fick. Und ‚Frau zu sein‘ mag ein Pfund in der Waagschale der Beziehung sein, aber keinesfalls mehr als ‚Mann zu sein‘. Vielleicht haben Männer nur eine andere Art, mit ihren Beziehungsproblemen umzugehen?

    „Frauen sind Wesen der Worte, Männer sind Wesen der Aktion.“ sinngemäss nach Vera Birkenbihl in ihrem Vortrag ‚Männer / Frauen – mehr als der kleine Unterschied‘

    Frauen machen sich vermutlich oft zu wenige Gedanken über das, was sie geben und zu viele über das, was sie nicht nicht erhalten. Umgedreht nützt es allerdings auch nichts.

    Ich kenne Frauen, die geben und geben und geben, aber sie geben nichts, was den Partner interessiert. Sie könnten sich die Mühe sparen, ohne dass sich etwas ändern würde. Erfolgreich sind (nach meinen Beobachtungen) die Paarbeziehungen, bei denen die beiden Fragen Geben und Nehmen in einem Gleichgewicht sind. Dieses Gleichgewicht zu erreichen ist die Kunst, die heute selbst mit Trauschein schwer zu erreichen ist. Und meistens ist das – ich kenne es nicht anders – ein schmerzlicher Vorgang.

    Denn der Gleichgewichtszustand in Beziehungen lässt sich nicht berechnen, nur erfühlen. Das Dumme an dieser Geschichte ist, dass immer der andere die wichtigen Gefühle (die Schmerzen) hat, die entstehen, wenn einer das Gleichgewicht aus dem Lot bringt. Es kommt also darauf an, diese Schmerzen (Gefühlsbarometer) dem Partner mitzuteilen. Und da – fatal – liegen Frauen die Schmerzen lockerer auf der Zunge als Männern. Oder – noch fataler – auf dem Gebiet der Zurkenntnisnahme von Schmerzen des Partners sind Frauen überwiegend gefühllos. Männer – am fatalsten – verschliessen sich, wenn sie genügend derartige Erfahrungen gemacht haben.

    Männer, die dabei nicht gestorben sind, suchen das, was ihnen fehlt, in neuen Beziehungen. Die Andere hat also nichts, was die Eine nicht hat. Der Umstand ‚eine andere Frau‘ zu sein, ist in solchen Phasen etwas gewichtiger als der, ‚eine Frau‘ zu sein. Solche Zweitbeziehungen dauern meistens solange, bis sich herausstellt, dass ‚die andere Frau‘ auch nur ‚eine Frau‘ ist und das Gesuchte auch nicht gibt.

    Keine neue Partnerin zu suchen, obwohl man bei der einen nicht das gefunden hat, was die Beziehung rechtfertigt, kommt eigentlich nur vor, wenn noch Hoffnung existiert, oder der Gefühlstod eingetreten ist.

    Es besteht also noch Hoffnung😉

    Liebe Grüsse,
    km-zwei-ein.

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  2. Ivy schreibt:

    Ich finde das Wort gefühlsdoof ganz passend, denn ich glaube nicht, dass der betreffende Mann gefühlskalt ist, sondern eher im Gegensatz steht zu dem, was man so gemeinhin emotionale Intelligenz nennt. Deswegen ganz bewusst dieses Wort, obwohl mir das mit der Kälte auch eingefallen ist…

    Ich habe definitiv festgestellt, was mir fehlt, habe auch festgestellt, dass dieser Mann es mir in dem Umfang nicht geben kann, indem ich es brauche, komme aber zu der Feststellung, dass mich das nur soweit betroffen macht, wie ich es zulasse…

    Nachdem ich in meiner Hauptbeziehung genau den emotionalen Austausch habe, den ich für meine Seele brauche, kann ich dir natürlich recht geben… Ausgeglichenheit ist entscheidend ( Gleichgewicht ist mir als Wort zu weit entfernt von meiner eigentlichen Beziehungsform, die eine bewusste Verschiebung im Machtgefüge anstrebt ). Sollte ich diesen Ausgleich nicht bekommen, finde ich es völlig normal, dies auch zu sagen… und ggf. meinen Anspruch an den lohnenswerten Teil der Beziehung, den Sex, zu knüpfen.

    Und nachdem ich solche Probleme nur in Beziehungen mit Männern kenne… während Frauen keine Probleme haben mir zu sagen wie sie sich mit ihrer Position, ihren Gefühlen und ihrem Anspruch an mich zurechtkommen, schiebe ich es auf die männliche Unfähigkeit emotionale Klugheit an den Tag zu legen… denn als nur ein kleines Wort nötig war, hat er ja nix gesagt😉

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