Ein Wintermärchen…

„Ein Märchen, Tante Ivy, ein Märchen“

s war einmal vor langer, langer Zeit… als Männer noch stark waren und Frauen sich noch anziehen durften wie Frauen… ein wundersames orangefarbenes Schloß in dem zwei sehr kraftvolle, tapfere und große Männer, ein furchteinflössender aber harmloser Zauberer und eine überaus entzückende, bezaubernde und nicht immer ganz so nette Prinzessin ihr Zuhause gefunden hatten.

In einer der klirrendkalten Nächte des Winters begab es sich, dass der mächtige Ritter Torte, dessen Name von all seinen Feinden in zitternder Ehrfurcht nur geflüstert wurde, in voller Rüstung den Speisesaal stürmte, indem sich die mehr als liebliche Prinzessin Ivy und der grimmige Prinz Hase gerade zum Mahl niedergelassen hatten. „Schnell mein Freund und Kampfgefährte, jemand ist in Not“ rief Ritter Torte verzweifelt und erzählte von dem schwarzen Eichhorn, dass er vor dem Schloß im tiefen Schnee auf Nahrungssuche gesehen hatte.

Prinz Hase, dessen finsterer Blick schon ganze Armeen vernichtet hatte, sprang alarmiert auf „Das arme Tier sollte doch im Winter schlafen, nicht nächtens Nahrung suchen müssen“ und während er sich in seine eben erst abgelegte Rüstung quälte, bemühte er sich geflissentlich die pikiert hochgezogenen Augenbrauen der indignierten Prinzessin zu übersehen, die stur und steif behauptete, dass ein Eichhorn zum einen keinen Winterschlaf bräuchte und zum anderen auch sicherlich bis nach dem Essen überleben würde. Nichtsdestotrotz zogen die Männer todesmutig und allen angedrohten Unbilden zum Trotz hinaus in die eisige, finstere Nacht, während der hauseigene Zauberer Merlin zurückblieb, um die wirklich liebenswerte Prinzessin vor allem drohenden Unheil zu beschützen.

Durch die bittere Kälte zogen die beiden tollkühnen Recken hinaus bis vor Tore der Stadt. Dort fanden sie einen Spezereien-Händler, in dessen Fenster auch zu später Stunde noch ein Licht den Weg wies. In der wohlfeil dargebotenen Auslage des Krämers fanden die beiden Helden das lebensrettende Element und nach kurzen Verhandlungen und einem langen gefahrvollen Heimweg, kehrten sie mit einem Säcklein Nüsse in ihr kleines orangefarbenes Schloß zurück.

Kaum dort angekommen, verteilten sie den Inhalt des Sacks sorgfältig und wohlüberlegt um die Wohnstatt des schwarzen Eichhorns in der Hoffnung es möge die Wohltat möglichst rasch finden und so vor dem unausweichlichen Hungertod gerettet werden. Die unglaublich niedliche Prinzessin, die in viele warme Decken gehüllt auf den Söller getreten war um nach den mutigen Kämpfern Ausschau zu halten, war froh die Männer am Fuße des Schloßes zu erblicken und plötzlich wurde ihr ganz furchtbar warm ums Herz… diese großen, beherzten Kämpfer, die sich so rührend um das arme, kleine Tier bemühten… wie glücklich war sie doch diese Beiden um sich zu haben.

Jedesmal, wenn die sensationell schnuckelige Prinzessin danach das leise Keckern der Eichhörnchen in den Baumwipfeln vor dem Schloß hörte, musste sie an diese ruhmreiche Nacht denken und ein sanfter roter Hauch färbte ihre Wangen und lies Wärme in ihrem Inneren aufsteigen, bevor sie sich eilends auf die Suche nach ihrem tatkräftigen Prinzen machte um diesen besinnungslos zu küssen. Aber das ist eine andere Geschichte…

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute… alle… auch das kleine, arme schwarze Eichhörnchen, dass das massive Futterüberangebot im Übrigen zum Erstaunen der überaus hinreißenden Prinzessin gut verkraftet hat…

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3 Gedanken zu “Ein Wintermärchen…

  1. Das schwarze Eichhörnchen schreibt:

    Danke Du edle Prinzessin, jetzt weiss ich, wer meine Retter waren: Ritter Torte und Prinz Hase – das werde ich euch nie vergessen, dass ihr mich und meine 50-köpfige Streitmacht gerettet habt.

    Apropos Prinzessin Ivy, könntest du die beiden nicht mal wieder vorbeischicken? Wir haben schon alles aufgegessen und es ist schon wieder so kalt und schlafen können wir auch nicht weil die Typen im Gemeindehaus immer so lauten Krach machen 😦

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  2. mac schreibt:

    „bezaubernde“, “liebenswerte“, “unglaublich niedliche“, “sensationell schnuckelige“, “überaus hinreißenden“…

    Wie hieß diese Prinzessin noch mal????

    😉

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