Classical Geographic – Italy

or Having pasta with a giggolo

Italien – Land des sensationellen Essens, der wunderbaren Weine und der niedlichen Männer… ach ja, Klassik gabs da auch. Gute, leidenschaftliche und lebensfrohe Musik… also im Prinzip genau wie Essen, Wein und Männer alles in Italien. Wichtig für den Rest der Welt war die handgemachte italienische Musik vor allem, weil die Italiener in ihrer Kirchenmusik die Notation, die Tonleiter, die Harmonielehre und so ziemlich alles andere dezent umstrukuriert haben. Instrumentenbau ist ebenfalls eine der besonderen italienischen Kunstformen – Christofori, Stradivari, Amati… aber heut keinen fehlerfreien Kleinwagen bauen können.

Ein anderes Novum ( um 1600 rum ) – und das kann ich mir nur mit der quasi angeborenen Theatralik der Freunde an der Spaghettifront erklären ist die Erfindung eines multimedialen Happenings… von dem alle, egal ob Darsteller, Musiker oder Zuschauer völlig gefesselt sind… die Oper. Fast jeder Komponist hat das eine oder andere Musiktheater verfasst, die Italiener haben die Szene allerdings beherrscht. Hier fallen die ganz großen Namen: Scarlatti, Puccini, Verdi, Rossini, Bellini und es gab noch etliche mehr… faktisch jeder Italiener hat schon mal eine Oper geschrieben.

Die „normale Klassik“ geht dagegen fast etwas unter, aber dank einiger Neuauflagen sind heute Vivaldis Stücke uns aus Fahrstühlen und Waschsalons sehr vertraut. Andere begnadete Komponisten wie z.B. Boccherini, Ferrabosco oder Dragonetti werden in Großen und Ganzen dagegen kaum beachtet. Traurig, aber keiner hat gesagt das in Italien nur die Sonne scheint…

Und… was Italiener irgendwie auch gut können ist singen… egal ob Gondoliere, Mamma oder Tenor, die singen dauernd. Ich weiß das… wirklich. Eines der geilsten Erlebnisse meines Lebens war die Aida in der Arena di Verona zu fühlen (!)… inclusive Sitzkissen, Wein, Freßkorb, schnuckeligem Italiener und einem der sehr vermissten, kleinen, runden Götter der gesanglichen Olymps: Luciano Pavarotti. Und er muss es natürlich sein, der für sein Land ein Liedchen singt… eines das in Wirklichkeit kein Volkslied ist, sondern echte Klassik ( Eduardo Di Capua, 1898 ) und saumässig italienisch – ‚O sole mio… mit einem breiten Lächeln und… taaadaaa… Bryan Adams

Lehrreiches: Bontempi war kein Orgelbauer, sondern ein kastrierter Komponist, der die erste deutsche Oper schrieb… Bryan Adams ist ein echt lecker Kerlchen… Weder Bellini noch Rossini sind italienische Dessertpezialitäten, aber Fioretto ist eine, allerdings nicht italienisch. Die meisten Pizzerien haben keinen echten Gondoliere der in der Küche singt, sondern einen Koch mit einem deutschen Schulabschluss.

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2 Gedanken zu “Classical Geographic – Italy

  1. The Jester schreibt:

    > Weder Bellini noch Rossini sind italienische Dessertpezialitäten

    Dafür wurde der eine zum Namenspaten für einen Cocktail, der andere für ein Fleischgericht – für sinnliche Naturen auch nicht zu verachten.

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