Tag am Meer

Ich schreib ja selten über Musik… die nicht klassische Musik mein ich jetzt. Gelegentlich verarsch ich mich aber ja auch gern mal selber und häng meine Nase in Dinge rein, die ich eigentlich nicht verstehe… so geschehen mit einem Posting namens Herzensangelegenheit bei msc snds bttr wth you, einem Blog das ich hartgesottenen musikalischen Non-Konformisten unbedingt ans Herz legen möchte.

Wieso um alles in der Welt lese ich etwas über deutschen HipHop, ich kann bei 90 Prozent allen Sprechgesangs sowieso aus dem Stand kotzen, also wieso um alles in der Welt? Es ist sicher nicht die jugendliche Naivität oder der Ton in dem über eine Zeit vor der Steinzeit geschrieben wird… ich mag beides. Es hat mich an etwas erinnert… an DAMALS, eine Ära in der man die Fantas, wie ich dank diesem Posting gelernt habe, nicht ernstgenommen hat…

Damals bekam man morgens um 4 im Dächle noch einen Kaffee, manchmal auch eine Gulaschsuppe und wenn man Glück hatte auch ein bisserl Speed. Nur zum Wachsein – nicht das Wachsein im Stuttgart der ausgehenden 1980er Jahre unbedingt aufregend gewesen wäre – aber ab und an traf man damals interessante Leute in den frühen Morgenstunden. Leute wie einen gewissen Thomas Dürr.

Thomas hatte etwa mein Alter, so ein paar Jahre hin oder her und er war schräg… vorbildlich, schwäbisch und definitiv meilenweit von meiner Art des Schrägseins entfernt. Er sagte von sich, er mache Musik. Machte ich damals auch, machte eigentlich jeder, belanglos soweit. Er sagte er macht Sprechgesang und sei damit ziemlich gut. Ich hab ihm geglaubt. Ich war sogar auf einem oder zwei Konzerten – Turnhallen… für umme… ihr wisst schon.

Spätestens seit Lektionen in Demut höre ich auch, dass er… genau wie ich… älter geworden ist. Jahre verändern einen, sie lassen einen Dinge lernen, Sachen verstehen, die man noch vor einem halben Leben nicht hätte begreifen können. Unser halbes Leben… 20 Jahre… ist eine lange Zeit um sich weiterzuentwickeln, musikalisch und menschlich… zumindest hoffe ich, dass Menschen sich in dieser Zeitspanne weiterentwickeln… tun sie nur leider nicht alle.

Eine Spanne, die sich die schlecht angezogenen HipHopper und Rapper von heute nicht vorstellen können, denn sie waren damals bestenfalls noch nicht mal in der Grundschule… aber ich kann es… ich weiß sogar noch, dass der Kaffee damals wirklich grottenschlecht war und ich den komischen Kerl trotzdem für voll genommen habe. Seine Denke war anders… sein Nicht-Gesinge kommerziell erfolgreich genug um andere ebenfalls dazu zu bewegen. Vielleicht ist das eigentlich Innovative daran. Und mal ehrlich… Tag am Meer ist heute noch gut. Richtig gut.

Genauso habe ich damals eine gewisse Band aus Bietigheim-Bissingen ernstgenommen, die ich bei einem Gig in unserer Sporthalle kennengelernt habe… bei denen habe ich mich auch nicht geirrt. Die waren nicht schräg, aber schwäbisch. Leider.

4 Gedanken zu “Tag am Meer

  1. Sebastian schreibt:

    Sehr schön. Tag am Meer fand ich damals (Gott, ich war ja erst 14 oder so) ein Stück zu abgedreht, aber heute mag ich’s wirklich. Michi Beck noch in seiner schwarzen Phase (ihm sieht man das Alter inzwischen auch deutlich an ^^). Und wer ist jetzt die ominöse Band, von der Du sprichst?

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  2. Ivy schreibt:

    @Simone: Konnte ich nachts um die Zeit einfach nimmer lang suchen, so im Halbschlaf^^… aber es gibt von einigen Liedern supergute Versionen, an die sich heute nur leider kaum einer erinnert… so aus der Steinzeit und so…

    @Sebastian: Kennst du Pur? *breitgrins*

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