Back to the roots

Als ich noch ganz klein war… noch kleiner als jetzt also… hat die Familie mich gelegentlich gefragt, was ich denn mal werden will. Bis zu meinem dritten Geburtstag wollte ich Dinosaurierentdecker werden, aber mit zunehmender Erkenntnis der Lebensrealitäten habe ich mich mangels Dinosauriern mit dreieinhalb entschieden, die geborene Krankenschwester zu sein… und nichts konnte mich davon abbringen. Es hat fast dreißig Jahre gedauert, zu werden was ich sein wollte.

Ich bin übrigens die einzige in meiner Familie, die sich was auf ihr Examen einbildet… in einer Familie in der akademische Grade so häufig sind, wie in anderen Hautausschlag, ist ein nicht-akademischer Berufsabschluss ein einrahmenswertes Wunder – ich durfte am Ende ja dann auch Krankenschwester lernen… nachdem ich der halben Familie lauthals die Pest inklusive obigen Hautausschlag an den Hals gewünscht und endlich des g’schissene Studium überwunden hatte.

Und immer wieder hält mich das Leben – und ich selbst gelegentlich auch – von dem ab, was ich als kleines Mädchen schon tun wollte… manchmal, naja… eher oft… scheine ich auch nicht wirklich so ganz 100prozentig in das Schema des Karbolmäuschens zu passen. Nicht jeder glaubt Frühschicht sei ein intolerables Verbrechen an der Menschheit, vermutlich meint auch nicht jede Pflegekraft die Wirkung von Psychopharmaka an sich selbst testen zu müssen und möglicherweise fragt auch nicht jede Dozentin, wie sich Krankenpflege und Prostitution ähneln… Trotzdem.

Ich habe mich wieder beworben… als hundsgewöhnliche Krankenschwester in einer kleinen Klitsche im Stuttgarter Osten – keine Extras, keine Zusätze… außer der Zusage, mich mal um die PCs der Pflegestation zu kümmern. Für 12 Euro brutto die Stunde. Ab kommenden Montag bin ich wieder Krankenschwester.

Genau das – Nicht mehr und nicht weniger.

7 Gedanken zu “Back to the roots

  1. MuGo schreibt:

    Ich finde es gut, wenn Leute lieber ihrem Traumberuf nachgehen als sich auf einen gut bezahlten Posten schlafen, denn sie hassen!

    Außerdem habe ich größten respekt vor dem Pflegepersonal seitdem ich durch meinen Zivi weiß, dass ich der schlechteste Kranbkenpfleger der Welt bin…^^

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  2. Ivy schreibt:

    Hausbesuche… nur Hausbesuche, aber tatsächlich um die Ecke vom Olgäle, also vermutlich beim Sebastian im Souterrain oder so.

    Vielen Dank ihr Lieben… ich freu mich ja so auf meine Birkenstocks^^

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  3. sv schreibt:

    Gratulation 😀 (ambulanter Dienst?)

    Bei mir war´s Familie-seits umgekehrt: da bin ich die Erste mit nem akademischen Abschluß. Abi machen wollen war schon ein Dramulette 🙄

    Frühschicht ist toll! Wechselschichten sind furchtbar, jedenfalls wenn darin Nachtdienste eingestreut sind. (Drei Jahre Seniorenwaschanlage … seufz)

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