Gentleman alter Schule

Es ist nicht so, dass ich keine weißen Uniformen mögen würden… insbesondere nicht an knapp unter 30-jährigen Marineoffizieren… aber an mir selbst versuche ich doch, diese Form der Vereinheitlichung beruflich weitgehend zu vermeiden. Aber manchmal… wenn ich nicht gerade in der Verwaltung rumhänge und so tue als würde ich irgendwelche staatstragenden Sachen machen… verkleide ich mich mit der properen und vor allem persilweißen Uniform einer Pflegekraft.

In eben eine dieser Wunderwaffen aller Karbolmäuschen gehüllt, besuchte ich vor kurzem einer meiner Lieblingsmänner auf ein Schwätzchen… ein reizender 92jähriger Herr, Preusse, großgewachsen mit entzückend altmodischen Umgangsformen und in einer deutlich besseren körperlichen und geistigen Verfassung als ich. Als ich mich verabschieden will und schon in der Tür stehe, fragt er:

Herr D.: Meine Liebe… was tragen Sie da eigentlich für ein furchtbares Kleidungsstück
Ivy: Einen Schwesternkittel, das trage ich doch oft, wenn ich in der Pflege bin…
Herr D.: Ach wissen Sie, Kindchen… ich sehe immer nur ihr strahlendes Lächeln, da habe ich Ihre Uniform wohl übersehen.
Ivy: Alter Charmeur
Herr D.: Alt ja…

Und als ich gerade mit einem umwerfenden Lächeln die Tür hinter mir schließen will…

Herr D.: …aber nicht alt genug, um das knappe schwarze Höschen unter dem weißen Schürzchen zu übersehen.

4 Gedanken zu “Gentleman alter Schule

  1. Tröte schreibt:

    Die Bonbons des Schwesternlebens, halt. Also, die netten alten Männer mit dem Sinn für’s Schöne, meine ich… Ganz im Gegensatz zu ihren Geschlechtsgenossen mittleren Alters, die einen fragen: „Sind Sie die NACKTschwester? *muhaha*“ – und Du konntest schon nicht mal mehr müde lächeln, als Du das zum 500. Mal gehört hast. Und das ist schon Jahre her… Oder die lieben Angehörigen, die – witzisch, witzisch und mega-originell – beim Essen-ins-Zimmer-tragen das obligatorische „Für mich das Schnitzel mit Pommes und Salat, bitte“ vom Stapel lassen. Bin ich froh, dass ich nur noch entzückende chronisch Kranke um mich habe, die sich einigermaßen benehmen müssen – sie kommen ja immer wieder. Und wer beißt schon in die Hand, die einen füttert? *grins* Grüße, Tröte (blaue Hose, weißer Kittel und zwar jeden Arbeitstag…)

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  2. linus.t schreibt:

    Der Hotdog, denn der füttert die Hand die ihn beisst.

    ähm ja… vielleicht nicht der beste kommentar-einstand meinerseits. aber trotzdem ein sehr schönes blog 🙂

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