Frivolitäten

Ein interessantes Wort… frivol… aufgetaucht in der Blogrolle des ebenfalls interessanten Blogs Goethe der Woche… aber was bedeutet frivol eigentlich? Und vor allem… hab ich das auch? Eine Frage, die mich die ganze Nacht beschäftigt hat… zu meiner Entschuldigung, ich hatte Nachtwache und da macht man sich eigenartige Gedanken, wenn man nachts alleine durch dunkle Gänge schleicht.

Meine erste Assoziation ist ganz klar die schwäbische Hausfrau, die meint durch den Verzicht eines Höschens unter einem bodenlangen Rock bereits den Gipfel anrüchiger Mode erreicht zu haben… Ich trage auf Partys auch bodenlange Röcke… würde aber nie auf den Gedanken kommen, das sei frivol. Mein lackglänzendes Partyoutfit hat eindeutig mehr Ähnlichkeit mit einem Tschador als mit einem schamlosen Outfit, allein der Gedanke an unbedeckte Schultern und halsferne Ausschnitte lässt mich in dem Zusammenhang gruseln.

Nachdem ich klugerweise meinen Assoziationen nicht immer vertraue, habe ich das mal recherchiert… natürlich bei Wikipedia, der ersten Adresse für kaum 18jährige Pornodarstellerinnen… und dort wird mir erklärt:

Mit Frivolität bezeichnet man eine mit sexueller Anspielung versehene Mehrdeutigkeit meist schlüpfrigen Charakters.

Aha. Sehr aufschlussreich und kein Stück weiterhelfend, außer dem Verdacht das frivoles Verhalten tatsächlich etwas mit Schlüpfern zu tun hat…  aber was bitte bedeutet in dem Zusammenhang Mehrdeutigkeit? Und wenn es eine Bedeutung haben sollte… bin ich denn mehr als eindeutig in meinen sexuellen Anspielungen? Wenn ja, sollte ich das wohl dringend ändern… Mehrdeutigkeit ist was für Politwissenschaftler, aber sicher nicht für schlichte Sexisten wie mich.

Unverdrossen mache ich mich auf die Suche nach Synonymen, vielleicht findet sich ja da ein Hinweis darauf, was denn unter frivol zu verstehen ist: Ausgelassen, leichtfertig, lasziv, anrüchig, willig, ungehörig, schlüpfrig. Jetzt kommen wir der Sache schon näher…

Obwohl… ausgelassen bin ich eher selten, Leichtfertigkeit ist auch nicht meins. Lasziv kann ich zwar buchstabieren, wärs auch sicher gerne mal, aber lassen wir das. Anrüchig… klingt gut, hat was von Mata Hari, aber nachdem die auch lasziv war, kann das wohl nicht wirklich auf mich zutreffen – Schade eigentlich.

Willig… aber bitte doch gerne… ich liebe willige Männer, unwillige fast noch mehr, da kann ich durchaus ungehörig werden… hmm… ja, ich mach gelegentlich Dinge, die sich sogar ganz sicher nicht gehören, allerdings gebe ich zu bedenken, dass diese Ungehörigkeit sich ausschliesslich aus der gesellschaftlichen Vorstellung dessen definiert, das von derselben als akzeptabel empfunden wird – in einer anderen Galaxie sieht man das möglicherweise völlig anders…

SchlüpfrigUnd am Ende taucht wieder dieses Wort auf… schlüpfrig… ist das ein schlüpfrig im Sinne von feucht, glitschig, nass? Dann könnte ich vielleicht ja doch eine Meinung dazu haben… oder zumindest eine weitere Assoziation, die sich aber gesellschaftskonform als etwas unangemessen erweisen dürfte… Wenn es um die Wäsche geht – den guten alten Schlüpfer – dann will ich gar nicht drüber nachdenken, was mir dazu für Bilder in den Kopf kommen… Ein Grund wieso diese Frivol-Sache nach dieser Herleitung auf mich nicht zutreffen kann, erschliesst sich aber daraus… meine Leidenschaft für Dessous… ich würde in etwas, dass man als Schlüpfer bezeichnet, nicht mal begraben werden wollen. Ganz sicher nicht.

Womit am Ende eine Frage bleibt… was ist frivol denn nun eigentlich? Ist das womöglich so etwas ähnliches wie Bielefeld? Fragen über Fragen, die sich für das sinnfreie Philosophieren auf dunklen Gängen zwischen schlafenden alten Damen in geblümten Schlüpfern hervorragend eignen. Vielen Dank auch.

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5 Gedanken zu “Frivolitäten

  1. salzwasser schreibt:

    Was für ein schlüpfriges Thema!

    Übrigens – können die Schlüpfer, in denen du dich nicht begraben lassen möchtest, was extrem frivolles besitzen. Oder gar erotisches. Das kommt immer auf die Perspektive und den Betrachter an 😉

    Ich glaube frivol bedeutet, dass man den sexuellen Spieltrieb mehr freien Lauf lässt und Frivolität äußert sich wohl in verschiedenen Dingen. Auf mich wirkt eine Lady, die KEINEN Schlüpfer unter ihrem ewig langen Rock trägt genauso frivol, wie die aufreizende Dame in herrlichen Dessous, die an der Stange tanzt. Und die Dame ist dabei viel weniger frivol – denn frivol ist für mich auch ein Gefühl. Ein schamhaft besetztes irgendwie. Die Dame, die zum ersten Mal nichts drunter trägt, schämt sich vielleicht auf aufregender Weise dabei und sitzt mit roten Wangen im Bus 😉 , das IST frivol. Während die Dame an der Stange schulterzuckend ihre Kohle einsammelt und dann nach Hause geht, weil sie einfach nur ihren Job erledigt hat. Das ist langweilig.

    Interessantes Thema

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    • Ivy schreibt:

      Und wenn ich ja für was Verständnis habe, dann doch eindeutig für die eigenwillige Wahrnehmung von Dingen, die erotisierend wirken… auf einige besondere Menschen 😉

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  2. bee schreibt:

    Der Lateiner nannte die frivolitas noch etwas Läppisches, ja Armseliges, das dann erst im neueren Französisch seine heutige Bedeutung annahm: etwas mehrdeutig Schlüpfriges. (In beidem liegt ja eine Wertung, wenngleich nach leicht verschiedenen Gesichtspunkten.) Eine Frivolität ist nun also das, wodurch beispielsweise frau da und dort schlüpfrig zu werden droht bzw. verspricht – womit wir unter Ausnutzung der Mehrdeutigkeit auch ein treffendes Beispiel geliefert hätten.

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  3. Geheimrat schreibt:

    … wobei schlüpfrig zu werden verspricht doch den deutlich größeren Reiz hat!

    Da weilt Mann ein paar Tage an der See – und dann passiert so etwas. Ein ganzer Artikel über eine von mir gewählte Beschreibung eines, hier zitiere ich gerne, „entzückenden“ Blogs. Doch frivol ist nicht nur die von Dir zunächst assoziierte „schwäbische Hausfrau“. Ich fand Salzwassers Frivol-Interpretation sehr schön – möchte aber noch anmerken, dass ich frisch-frivol schrieb. Und somit, meines bescheidenen Erachtens nach, den Begriff positiv besetzt habe! Denn wie bläst der Volksmund so schön: frisch, frivol, fröhlich, frei! Oder sehr ähnlich, zumindest 😉

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