Schlampe?

Ich hab ja schon gelegentlich erzählt, dass ich seltsame Mails bekomme… meist hab ich auch eine Ahnung woher diese Eigenwilligkeiten stammen. Mails die sich ausschließlich auf meine sexuellen Präferenzen beziehen, sind meistens aus dem Umfeld meines Blogs oder eines der Foren, die ich mehr oder weniger regelmäßig beglücke. Genauso wie Fragen zu meiner Lebensweise. Ich bin ja geduldig in solchen Dingen…

Aber das jemand mich als militant-faschistische radikalfeministische Lesbenschlampe bezeichnet ist irgendwie neu. Natürlich weiß ich aus welcher Ecke des Internets das kommt… ich hab damit auch kein großes Problem damit, dass meine Arbeit in der diskussionsfreudigsten Community der Welt hinterfragt und kritisiert… und auch gerne mal falsch verstanden wird….

Aber bei aller Nachsicht… wie kommt man nur auf die Idee mich als Schlampe zu bezeichnen?

…wo ich doch so ein Luder bin.

9 Gedanken zu “Schlampe?

  1. bee schreibt:

    Militant-faschistisch, hachgott… natürlich ist das nicht fein, aber warten wir mal die nächste Bundestagswahl ab. Und das mit der sexuellen Orientierung – man weiß ja, dass ein schief gewickelter Ödipus immer ein guter Nährboden für Homophobie ist. (Bei mir war’s der spannende Augenblick, als man mich als Mann identifizierte und mich nicht länger eine dumme Dreckvotze hieß, sondern als Scheißschwuchtel titulierte; der Grad der Erheiterung stieg rapide an.)

    Aber die Schlampe, richtig. Als Schlamp, Schlëmp oder Schlumpe ist sie, in Kaspar von Stielers Der Teutschen Sprache Stammbaum und Fortwachs 1691 erstmals belegt und über Adelung bis ins DWB gedrungen, eine „weibsperson, die nachlässig, unordentlich, schmutzig in ihrem äuszeren ist“. Eine fœmina pannosa, physisch längst jenseits von Gut und Böse. Das ist rasch erklärt. Nun bedeutet slampen im Mittelhochdeutschen „schlaff herunterhängen“, in etwa auf einen Rock bezogen, im siebenbürgischen Sächsisch fand Georg Karl Frommann früh den „schlotternden, unordentlich herabhängenden Weiberrock“. (Das slampieren auf dem slamp, einem unmäßigen Gelage, ist übrigens anders gelagert; schlampfen ist die unmanierliche Nahrungsaufnahme, vorwiegend mit schlürfendem Geräusch, weil man die slempe, das breiige Zeugs auf dem Teller, nicht mehr salonfähig durch die verbliebenen Zähne bekommt.) Daraus entwickelte sich beispielsweise der Schleppsack, den Johann Schöpf im Idiotikon des Tirolischen ausmachte: pars pro toto. Was dem Herrn bis auf den Grund hängt, hängt ihm nicht ohne Grund. Bei der Frau denke man sich etwa das Bindegewebe der Brust, das alterungsbedingt dem Weg der Schwerkraft folgt.

    Die sexuelle Konnotation, die der neuhochdeutschen Schlampe erst seit dem frühen 20. Jahrhundert vereinzelt anhaftet, ist folglich ein Analogon für die Unfähigkeit der Testikelträger. „Da ist nichts mehr los unterm Rock“, findet der Frustrierte, mithin ist die Schlampe, so unordentlich sie erscheint, eine sexuell unattraktive Person, bei der sich der Blick in die Wäsche gar nicht erst lohnt. (Man denke an einen Rentner, der im fleckigen Feinripp auf dem Balkon hockt und vor sich hinstinkt. Da stößt Alkohol einfach an seine Grenzen.) Von gesteigerter Aktivität in Bezug auf dies und jenes keine Spur. Bedauerlich für den Suchenden, hier kommt er jedenfalls nicht zum Schuss.

    Luder hingegen ist jenes Stückchen Fleisch, das, gleichwohl mit Hautgout verlottert, jedes Tier lockt, das sabbernd ankommt und sich darin verbeißen will. Worauf es zur Belohnung für seine Dummheit ein paar Luftlöcher in den Pelz bekommt.

    Nota bene: wer nicht gekonnt beleidigt, beleidigt nur sich selbst 😉

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