Statt Kirchgang…

Früher… also wirklich ganz früher… als in einem Kloster am Bodensee versucht wurde, mir die Grundbegriffe christlichen Glaubens zu indoktrinieren, musste ich sonntags… und ich meine jeden Sonntag… um 7 Uhr aufstehen. Immerhin war das eine halbe Stunde später als sonst, so dass die Nonnen dafür den Begriff  „Ausschlafen“ verwendeten. Für mittpubertäre Mädchen eher nicht nachvollziehbar, aber der Frühmesse fernzubleiben, hätte einen irreversiblen Schaden an meiner unsterblichen Seele verursacht… völlig abgesehen von den daraus resultierenden wunden Knien, die 100 Strafrosenkränze so mit sich bringen. Und ich hab – Gott sei mein Zeuge – unter der Woche schon genug Zeit auf Knien verbracht um für meine versäumten Klavierübungsstunden in der Kapelle zu büßen…

Heute… in sicherer emotionaler Entfernung… denke ich manchmal zurück: Der eisig kalte Steinboden…der undefinierbare Geruch vergangener Gebete… klamme Finger die nichts zu tun haben als die Perlen des Rosenkranzes zu zählen… dumpfe Stille die sich über die Gedanken legt und ein Verstand der nicht in Komtemplation versinkt, sondern in einem Status verzweifelter Langeweile auf die Schritte der Nonne und das Drehen des Schlüssels im Schloß der Kapellentüre wartet… Der Begriff christlicher Erlösung bekommt in diesem Rahmen eine völlig neue Bedeutung.

Glücklicherweise kann man Botschaften auch anders transportieren…

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