Ohne Worte

scrabble-tilesDa gibt es einen Text, den sollte ich schreiben. Nein, ich muss ihn schreiben. Müssen muss ich zwar gar nichts, aber ich will. Und wenn ich was will, dann muss ich. Aber ich kann nicht. Und nicht können, heisst nicht wollen. Aber ich will doch. Oder möchte ich nur und muss nicht wirklich? Die inhärente Logik meines Wollens. Der Inhalt ist doch schon da, er ist ein Gefühl in mir, ein Wissen und Verstehen in meinem Kopf, aber die Wörter wollen sich nicht so benehmen wie sonst. Schreiben passiert einfach, Worte tropfen selbstverständlich auf Papier, reihen sich in Sätze ein. Sie bilden kleine Konglomerate aus geblubberten Gedanken – Texte, mühelos.

Nicht diesmal.

Vielleicht hilft äussere Ordnung den Wörtern sich etwas mehr zu bemühen und sich endlich wie Sprache zu benehmen: Die Küche und die Fenster sind geputzt, die Vorhänge gewaschen, sogar das Fräuleinwunder hat jetzt einen aufgeräumten Schrank. Aber die Buchstaben tanzen in meinem Geist. Verweigern sich mir. Andere Worte könnten ihnen auf die Sprünge helfen: Andere Texte bahnen sich schamlos ihren Weg an meinen nicht formulierten Gedanken vorbei, formen sorgenfrei ein weiteres Kapitel einer Geschichte. Mein Konzept aber bleibt unkonkret, eine Heisenbergsche Unschärfe des noch nicht geschriebenen Denkens. Möglicherweise ist meine Wortklauberei auch einfach nur spazieren und kommt bald zurück. Morgen vielleicht. Morgen versuch ich es mit Kant. Ich kann, weil ich will, was ich muss.

Sag was du denkst - tu ich ja auch.

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