10 Fucking Days – Fuck It

In den USA und in ersten Ansätzen auch hier gibt es eine … wie sagt man das nur … spirituelle oder geistige Bewegung deren Ziel es ist die Menschen dazu zu bringen, öfter mal Fünfe grade sein zu lassen und sich selber ein bisschen besser zu finden. Bezeichnenderweise ist die Kernthese: „Fuck it!“ sinngemäß Scheiss drauf!. Soweit ich das verstanden habe – spirituell-esoterische Themen sind nicht so mein Ding – geht es darum los zu lassen, sich zu entspannen, Fehler zu akzeptieren und zu erkennen, das man nicht alles und schon gar nicht jedem alles recht machen kann. Kurz: Innere Freiheit. Eine Abart des „Nein sagen lernen.“ Oder so … oder ähnlich. Ach, fuck it.

Ist es wirklich so schwierig, das man dazu Hilfestellung in Form von Büchern, Seminaren, Filmen und Musik braucht? Es stört mich nicht auf der Terrasse zu sitzen, mir die Füsse von einem willigen Mann streicheln zu lassen, während sich in der Küche das Geschirr stapelt. Es ist nur eine Frage der Prioritäten, das Geschirr läuft nicht weg, der Mann vielleicht schon. Es juckt mich nicht ein dreckverkrustetes Kind vom Spielplatz weg mit in den Kaufladen zu nehmen, andere Mütter haben mit Sicherheit schon Schlimmeres gesehen. Mir fehlt entschieden das „Was-sollen-die-Nachbarn-denken“-Gen, denn ich mache auch in einer schwäbischen Kleinstadt die Rollläden erst dann auf, wenn ich wach bin.

Oh ja, ich kann toben, wenn der Kuchen nicht so backt, wie ich das will. Von einer Privatfehde mit meinem Rechner mal ganz zu schweigen. Mein notorischer Kontrollzwang macht mich verrückt, ich versinke in tiefschwarzen Grübeleien wenn mich etwas beschäftigt. Vor Feiern kann ich panisch werden, weil ich alles wunderschön haben will, inklusive mich, was eine echte Herausforderung ist. Und, wenn ich ehrlich bin … ich will nicht darauf verzichten. Ich liebe es. Es ist lebendig. Ich will mich aufregen, traurig sein, träumen, laut werden, Haare raufen (als ob das nötig wäre) und Sachen an die Wand werfen… aber nur aus den Gründen, die ich sinnvoll finde.

Fuck it sagen zu lernen ist super, aber ich brauche mehr … die selbst gewählte Ausgewogenheit zwischen ausufernder Emotionalität und meinem ureigenen Pragmatismus. Innere Freiheit mit Gelassenheit zu finden ist eine tolle Sache, aber für mich habe ich sie schon gefunden und sie liegt ganz sicher nicht alleine in der Ruhe.

imagesfuck

3 Gedanken zu “10 Fucking Days – Fuck It

  1. mell schreibt:

    Ich suche noch und gefühlt würde ich sagen das ich da ohne Anleitung niemals fündig werde.
    Ich weiß einfach nicht wie das geht. Dabei wäre es wirklich schön wenn da mal sowas wie innere Gelassenheit kommen würde.
    Immerhin bin ich schon 38 da sagen ja einige das so langsam der Lebenabschnitt kommt in dem man einfach nur genießt und nicht mehr so flatterig ist.
    Ist wie mit dem Wein den ich nicht mag, von dem mein Vater behauptet das man ihn erst zu schätzen weiß wenn man älter ist.
    Wann ist denn älter?
    Ich sitze nicht mal auf dem Sofa und schreibe in Ruhe einen Kommentar, weil meine Schwiegereltern jeden Moment rein kommen könnten und mich beim faul sein überraschen.
    Ich hätte da gerne ab und an diese „fuck it“ Einstellung.
    Also was denkst du ? Wird das noch oder brauch ich ein Buch?

    Gefällt mir

    • Ivy schreibt:

      Es liegt vielleicht am Wein… ich liebe den schon seit ich Alkohol trinke. Wein braucht Gelassenheit. Aber ich glaube nicht das dich das weiterbringt, genauso wenig wie die Bücher. Die sind nicht gemacht für Frauen mit einer Handvoll Kindern und Schwiegereltern an Bord. Was mir zu echter Einsicht verholfen hat, war ein Schild:

      „Gute Mütter haben klebrige Fußböden, unaufgeräumte Küchen, Berge von Dreckwäsche, schmutzige Backöfen, – und glückliche Kinder“
      Lesen, Verstehen und danach Handeln … und immer wieder anschauen!

      Gefällt 1 Person

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