10 Fucking Days – Fuck Censorship

Vor allem Nachrichten, künstlerische Äußerungen und Meinungsäußerungen sind Gegenstände der Zensur. Die Zensur dient dem Ziel, das Geistesleben in religiöser, sittlicher oder politischer Hinsicht zu kontrollieren. Diese Kontrolle wird damit begründet, man wolle oder müsse schutzlose oder schutzbedürftige Gesellschaftsgruppen vor der schädlichen Wirkung solcher Inhalte bewahren. – Wikipedia

„Fuck“ ist ein zensiertes Wort. Es ist unsittlich. Es piepst. Es schadet mir. Und ich bin eine schutzbedürftige Person, die vor solchen Dingen bewahrt werden muss. Ja, genau. Seit meiner frühesten Kindheit ist mir Zensur ein Gräuel. Denkverbote führen zu nichts. Sie machen die Welt nicht besser. Repressive Systeme haben uns eindrucksvoll bewiesen, dass sich das Denken seinen Weg bahnt, auch gegen die restriktive Unterdrückung entsprechender Meinungen. Zensur führt meiner Ansicht nach zu eingeschränktem Denken, zu einem Leben in der Box. Und das will ich nicht. Nicht für mich, aber auch nicht für andere.

Das Problem mit der freien Meinungsäusserung ist meist nur, dass diese andere Meinung der eigenen nicht entspricht. Es scheint so, als wären Menschen im Allgemeinen nicht in der Lage andere so sein, so reden und so leben zu lassen, wie sie es möchten. Oft schlüpfe ich in die Rolle des Advocatus Diaboli, nehme eine Meinung an, die nicht die meine ist, taste mich in diesem Denken umher, suche nach Argumenten und versuche zu verstehen. Oft genug passiert es mir dann, das ich sage: „Das ist deine Meinung, die darfst du gern behalten, aber behalt sie doch um Himmelswillen einfach für dich.“ Ich tue mich gelegentlich auch schwer damit, mich einer Mehrheitsmeinung zu unterwerfen, wenn ich der Ansicht bin, das diese falsch ist. Andere Meinungen nicht nur zu tolerieren, sondern auch zu akzeptieren ist ein Lernprozess … einer der sehr lange dauern kann.

Allerdings bin ich mir im Klaren, dass es Dinge gibt, die nicht zwingend für alle Altersgruppen ohne angemessene begleitende und schützende Erklärungen verfügbar gesagt, gezeigt und gemeint werden müssen. Aber ich betrachte es als gesellschaftliches Versagen, das dieses Schutzbedürfnis nicht durch eine  konsensuelle Ächtung, sondern durch die Gesetzgebung erfolgen muss. Diese Vorstellung der allumfassenden sittlichen, politischen und religiösen Kontrolle ist eine Illusion. Sei es bei Kinofilmen, Papas Pornosammlung oder bei öffentlichen Radiosendern. Foxtrott – Uniform – Charlie – Kilo.

 

10 Fucking Days – Romantic Poetry

Halb zog sie ihn, halb sank er hin … Ja, auch Goethe hatte seine Momente und genau genommen nicht zu knapp. Aber was beschreibt der gute Mann da eigentlich? Die Liebe. Lustvoll, körperlich und leidenschaftlich. Eines der zentralen Themen der Literatur, der Musik, der Kunst, der Menschheit. Wundervoll. Aber selten offensichtlich. Und noch seltener mit dem klaren und eindeutigen to fuck oder dem deutschen Äquivalent ficken bezeichnet. Unterhaltsamerweise oft begleitet von legitimierender Kritik an den jeweiligen bestehenden Systemen und Moralvorstellungen.

Wenn „Herzen im Einklang schlagen“ hatte der Autor denn wirklich immer nur das idyllische Händchen halten auf dem Rosen umrankten Bänkchen im Sinn? Glaubt wirklich jemand, dass die Liebe, wie sie in der verklärten Darstellung beschrieben wird, sich nur auf das Austauschen verschämter Blicke beschränkte? Bereits die von mir gern gelesenen hochmittelalterlichen Tagelieder beschreiben eine Welt wie wir sie in erotischen Angelegenheiten kennen: Die Nacht erscheint den Liebenden immer zu kurz. Und zwar nicht weil sie im Mondenschein zärtliche Liebesschwüre ausgetauscht haben. Oh nein, sie hatten ganz banalen Sex und hätten da auch gerne noch etwas mehr davon.

Meiner Ansicht nach lohnt es sich durchaus mal die an der Oberfläche glatt gebügelt wirkende Poesie mit erotisch wachem Geist zu lesen… man findet, egal ob im Kaiserkleide, in Toggenburg oder auf Julias Balkon wunderbare Umschreibungen, Andeutungen und Hinweise darauf, dass auch Menschen mit einer durchaus kultivierten Sprache sich gerne mal auf die grundlegenden Elemente der Arterhaltung besinnen. Ganz wie ich, nur das ich dafür keine so schwärmerischen Umwege gehen muss. Nicht weil ich es mit ein bisschen Konzentration nicht könnte, sondern weil es seinen ganz eigenen romantischen Reiz hat, einen schönen Mann ohne Worte soweit zu bringen, dass er leise in mein Ohr flüstert „Fuck me, please.“

10 Fucking Days – Thanks

10 Jahre Bloggen – meiner Meinung nach ein Grund zu feiern. Und nachdem es sich dieses Blog und vor allem die dazugehörige Autorin nicht leisten kann, die Leser auf ein gepflegtes Bier einzuladen, halten wir – das Blog und ich – uns in dieser feierlichen Stunde an die althergebrachten Werte des Bloggens: Ja, damals™, als ich mit dem Bloggen anfing, ging es im Wesentlichen um Worte, Musik war zwar schon verlinkbar, entsprechende HTML-Kenntnisse vorausgesetzt, aber beispielsweise war das Selfie noch nicht erfunden und 140 Zeichen wurden als Einschränkung empfunden. Und wir fühlen uns auch heute noch diesem Medium des Denkens verpflichtet: Der Sprache. In Worte gegossene Schönheit, gedrechselte Gedanken,  illustrierte Fantasien, Expression des Individuums … auch gerne von Musik untermalt. Altmodisch, ich weiss, aber so sind wir nun mal.

Die kommenden 10 Tage widmen wir uns deshalb ganz und gar einem meiner Lieblingsworte. Kein Wort auf dieser Welt ist so universell, wird in so vielen Sprachen verstanden und wurde so umfassend in die Sprachkultur eingebunden wie dieses. Nicht nur als Substantiv, sondern auch als Verb, Interjektion, Attribut, Adverb oder Adjektiv. Und als weltweit verbreitete Tätigkeit. Ja, genau, das einmalige Wort:

Fuck

Meinen bezaubernden und überaus geduldigen Lesenden und diesem wichtigen und wundersam flexiblen Ausdruck widme ich jetzt einfach mal 10 Tage meines Bloggerlebens. Ein Danke-Schön der etwas anderen Art.

 

Another Year

Hot Chocolate – It Started With A Kiss:

Und wieder ein Geburtstag, den ich ohne dich feiere… aber obwohl immer mehr Zeit vergeht, vergesse ich deine Lieder nicht. Wenn ich sie höre, sehe ich dich vor mir… laut singend in der Küche, leise summend auf dem Weg zum Auto oder lächelnd auf der Couch … wo immer du bist, ich hoffe du hörst sie immer noch.

Happy Birthday, Mika – du fehlst mir so.

Sommerferien

Ivy: Jetzt hat der Kindergarten Sommerferien, ist das nicht toll?
Fräuleinwunder: Ja, sehr geil.
Ivy: Was sollen wir in den Ferien machen?
Fräuleinwunder: Können wir bitte zu IKEA gehen?
Ivy: Warum, willst du was kaufen?
Fräuleinwunder: Ich will dort in den Kindergarten, der hat die ganzen Sommerferien offen!

Fräuleinwunders Sommerlied – DaDaDa