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Ich hab keine Ahnung was ich bei meiner heutigen Verfassung schreiben sollte, mein kleines Kieferentzündungsproblem plagt mich sehr, deswegen möchte ich mich heute nicht um den überfälligen letzten Teil der Classical Geographics kümmern… ich halt schon drogenfrei nicht viel von englischer Klassik… aber natürlich muß diese überaus beliebte Serie (jaha… ich weiß… keiner ausser mir und so) mit Anstand zu Ende gebracht werden.

Ich kann die Welt aber jetzt schon mit einer weiteren Serie zur klassischen Musik bedrohen, zu der allerdings noch der Titel fehlt … denn wenn ich leide, soll die Welt das bitte auch tun… hab ich meine Zahnschmerzen erwähnt ? Ich bin sicher meine verehrten regelmäßigen Leser und die fröhlichen Spinner, die mir täglich vor die Füsse gespült werden, können es kaum erwarten…

Nachdem ich gerade in so einer watteweichen Verfassung bin, kann ich dem geneigten Leser auch verraten, dass man mich gebeten hat meine Kochkünste, die ich ja dank meines schwäbischen Sendungsbewußtsein bereits mal zur Verbesserung der Welt eingesetzt habe, öfters mal zu bloggen… werde ich vermutlich auch, Arbeitstitel: Liveblogging from Hells Kitchen. Übrigens… eine nicht genannte Nebenwirkung von Morphinderivaten ist anscheinend ein übersteigertes Selbstbewußtsein gekoppelt mit Vergesslichkeit: Hab ich meine Zahnschmerzen wirklich schon erwähnt?

Ach ja… was ich auch noch mal erwähnen wollte… mir gehen dank des leergefegten Zustandes meines Gehirns die Blog-Themen aus, dank der mich in Panik versetzenden Behandlung morgen früh wird sich dieser Zustand voraussichtlich auch die nächsten Tage nicht wesentlich ändern… falls ich es noch nicht erwähnt habe, ich werde ich dann nämlich immer noch Zahnschmerzen haben… Deswegen nutzt die Chance dieses Blog vor Schlimmerem zu bewahren:

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Classical Geographic – Iberian Peninsula

or: Meet Hemingway… while I practise on the cello

Spanien, Land der heißen Mittagssonne und der ausgesetzten Hunde. Gibt mir nicht viel, zu warm für meine Bedürfnisse, aber es existiert trotzdem ganz offensichtlich und hat einen festen Platz im Ringelreihen des Wettbewerbes um den besten Opernsänger der Welt. Ansonsten… tja, ansonsten. Ach ja, der Flamenco, der Habanera… große Tänzer und leidenschaftliche Musik, aber leider das falsche Genre. Im Nachbarland, dass ich seltsamerweise sehr schätze – Portugal – empfehle ich jedem den Besuch (und das langsame Betrinken) in einer Fado-Bar… göttlicher Schmelz, Sehnsucht in allen Poren und ein viel hemingwayeskeres Gefühl als in Spanien.

Komponistentechnisch hat die Halbinsel nichts gerissen, erwähnenswert Fernando Sor, der Beethoven der Gitarre… kennen vermutlich aber nur eingefleischte Fans, Albéniz hat ein paar herausragende Stücke geschrieben, und ein besonderes Schmankerl ist Pau Casals, ein wirklich begnadeter Cellist – und mal ehrlich… Cellisten kennt man sonst ja fast nie.

Die Sänger… allen voran Montserrat Caballé, die man nicht nur aus der rockigen Hymne Barcelona mit Freddie Mercury kennt (schon wieder Sport), sondern sie hat auch José Carreras entdeckt. Ein weiteres unverzichtbares spanisches Produkt ist Plácido Domingo, dem wir jede Menge publikumswerbend gesungene Klassik mit den drei Tenören, Carreras, Domingo und Pavarotti verdanken.

Asturias von I. Albeniz, Gitarrenumsetzung die mich erblassen lässt… so klingt Spanien

Einmal, nur einmal möcht ich so spielen können: Pau Casals – Bach Suite #1

Barcelona – Freddie Mercurys letztes Konzert mit Monserrat Caballé

Lehrreiches: Gibraltar und Andorra kann man trotz Max Frischs Bemühungen eher vernachlässigen. Neben Paella und Mallorca hat Spanien einen eher geringen Mehrwert, regelmässige Hundeimporte lassen Böses ahnen. Es gibt kaum große Cellisten, ich werd wohl auch keine werden, aber dafür hat es wunderbare Bars in Portugal in denen ich diese Tatsache beweinen kann.

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<<< France … England>>>

Classical Geographic – France

or: Oralistic Passion -Wine, Food and Sex

Ach ja… Frankreich. Ich muss zugeben, als lokalpatriotische Weinbeachterin bin ich mit den Franzosen nicht so ganz einig – Menschen aus fernen Regionen kennen die Problematik vermutlich nicht, aber die Winzerkinder hier wissen ganz genau wo der Feind sitzt… „An der Grenze gibt es nur eine Richtung für den Wein“, deutsche Weine verlassen zumindest an der frankophonen Grenze nur äusserst selten das Land, die Froschfresser Nachbarn haben in diesem Punkt eine eigene Vorstellung von Artenschutz… aber schicken uns ihre Plörre im Unverstand. Okay, ich bin ungerecht – und es geht nicht um Wein…

Ein weiteres etwas sperriges Thema… neben Frankreich im Allgemeinen… ist die ernste Musik. Seltsam, dass ein Land, dass sich in so herausragender Weise dem Savoir vivre verschrieben hat, so wenig eigene Musiker produziert. Vermutlich kommen die vor lauter Liebemachen einfach nicht zum Komponieren – man weiß es nicht. Paris, als Inbegriff der höfischen Pracht Europas war natürlich auch ein Zentrum der klassischen Musik, aber so richtig Innovatives kommt erst Ende der Romantik von den Franzosen, vorher war das alles nur Importware ( aus den Ländern, die heute keinen Wein nach Frankreich schicken dürfen wohlgemerkt ) .

Mit Berlioz beginnen die Franzacken langsam ihre ersten ernstzunehmenden Ausflüge in die klassische Musik, aber richtig krachen lassen es erst Georges Bizet und Maurice Ravel – impressionistische Kunst zum Hören. Der „Bolero“, entgegen vieler Annahmen nicht aus Spanien, ist wohl eines der Standardwerke der Fickmusik – logisch kommt das von den Franzosen. Bizets Carmen und die L’Arlessienne sind werbetechnisch unverzichtbar und stehen auf meiner persönlichen Favoritenliste ganz weit oben, trotz Hip-Hop-Mainstreamverwurstung von Melendiz mit „Fuck you all“.

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Für Anfänger: Carmen – Sesamstraßeninterpretation

Unvergessen: Torvill & Dean revolutionieren den Eiskunstlauf (1984) / Bolero

Lehrreiches: Franzosen trinken aus Prinzip keinen deutschen Wein, können dafür aber kochen und poppen, was immerhin zwei Tugenden sind, die die Autorin zu schätzen weiß. Gitanes Mais schmecken ekelich und sind als Zigarette danach nur für Hartgesottene zu empfehlen. Die französische Krankheit ist ein Synonym für Syphilis, weswegen man das andere Französisch nur mit Pariser üben sollte.

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<<< Upps … Spanien >>>

Classical Geographic – Upps

or „Lost my way in the funny European city states“

Ja, heute wäre normalerweise Klassiktag, aber leider, leider ist was passiert… ich hab recherchiert ( megaprofessionelles Wort ) ob es eigentlich in einem der europäischen Winzlingsstaaten – Nein, nicht Belgien, ich meine Andorra und Liechtenstein und das ganze Kroppzeug – eigentlich klassische Komponisten gab. Natürlich hätte die sich vermutlich ein richtiges Land dann unter den Nagel gerissen, aber ich wollte es halt wissen…

Und dabei ist passiert, was ja meistens passiert, wenn ich mich über eine Sache schlau machen will, dann seh ich da plötzlich eine andere… und noch eine… und dann noch eine… und auf einmal lese ich gebannt und voller atemloser Spannung was im sechsten Buch der Satiren von Juvenal steht und was das alles mit den etruskischen Wandmalereien im Tomba della Fustigazione zu tun hat – ich weiß schon, dass interessiert ausser mir keinen, ich erspar euch auch die Details…

Kurzum – Klassik fällt aus, weil man sich in Europa nicht mal umdrehen kann ohne an irgendeine Landesgrenze zu stoßen… kein Wunder kennt sich hier keiner aus… Gemurkse mit diesen Ministaaten da immer – und Ja… jetzt meine ich auch Belgien, und Dänemark und Holland und Portugal und… und.. und…

Falco zu und mit Amadeus… weil der Mozart heut Geburtstag hätt…

Lehrreiches: Ein Navigationsgerät ist in Europa unerlässlich und jedes Jahr am 27.01. sollte man aus Respekt ein Marillenlikörchen aufs Wolferl trinken… den ohne den allerersten Punk wären alle nach ihm wohl nicht was sie heute sind… nicht mal die Ramones…

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<<< Germany… Upps… France >>>

Classical Geographic – Italy

or Having pasta with a giggolo

Italien – Land des sensationellen Essens, der wunderbaren Weine und der niedlichen Männer… ach ja, Klassik gabs da auch. Gute, leidenschaftliche und lebensfrohe Musik… also im Prinzip genau wie Essen, Wein und Männer alles in Italien. Wichtig für den Rest der Welt war die handgemachte italienische Musik vor allem, weil die Italiener in ihrer Kirchenmusik die Notation, die Tonleiter, die Harmonielehre und so ziemlich alles andere dezent umstrukuriert haben. Instrumentenbau ist ebenfalls eine der besonderen italienischen Kunstformen – Christofori, Stradivari, Amati… aber heut keinen fehlerfreien Kleinwagen bauen können.

Ein anderes Novum ( um 1600 rum ) – und das kann ich mir nur mit der quasi angeborenen Theatralik der Freunde an der Spaghettifront erklären ist die Erfindung eines multimedialen Happenings… von dem alle, egal ob Darsteller, Musiker oder Zuschauer völlig gefesselt sind… die Oper. Fast jeder Komponist hat das eine oder andere Musiktheater verfasst, die Italiener haben die Szene allerdings beherrscht. Hier fallen die ganz großen Namen: Scarlatti, Puccini, Verdi, Rossini, Bellini und es gab noch etliche mehr… faktisch jeder Italiener hat schon mal eine Oper geschrieben.

Die „normale Klassik“ geht dagegen fast etwas unter, aber dank einiger Neuauflagen sind heute Vivaldis Stücke uns aus Fahrstühlen und Waschsalons sehr vertraut. Andere begnadete Komponisten wie z.B. Boccherini, Ferrabosco oder Dragonetti werden in Großen und Ganzen dagegen kaum beachtet. Traurig, aber keiner hat gesagt das in Italien nur die Sonne scheint…

Und… was Italiener irgendwie auch gut können ist singen… egal ob Gondoliere, Mamma oder Tenor, die singen dauernd. Ich weiß das… wirklich. Eines der geilsten Erlebnisse meines Lebens war die Aida in der Arena di Verona zu fühlen (!)… inclusive Sitzkissen, Wein, Freßkorb, schnuckeligem Italiener und einem der sehr vermissten, kleinen, runden Götter der gesanglichen Olymps: Luciano Pavarotti. Und er muss es natürlich sein, der für sein Land ein Liedchen singt… eines das in Wirklichkeit kein Volkslied ist, sondern echte Klassik ( Eduardo Di Capua, 1898 ) und saumässig italienisch – ‚O sole mio… mit einem breiten Lächeln und… taaadaaa… Bryan Adams

Lehrreiches: Bontempi war kein Orgelbauer, sondern ein kastrierter Komponist, der die erste deutsche Oper schrieb… Bryan Adams ist ein echt lecker Kerlchen… Weder Bellini noch Rossini sind italienische Dessertpezialitäten, aber Fioretto ist eine, allerdings nicht italienisch. Die meisten Pizzerien haben keinen echten Gondoliere der in der Küche singt, sondern einen Koch mit einem deutschen Schulabschluss.

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<<< Germany…France >>>

Classical Geographic – Germany

or Why the german 100-Mark-note was kinda slutty

Vermutlich würde mir jetzt der eine oder andere Italiener gerne in meinen anbetungswürdigen Hintern treten, aber leider muss man es so deutlich sagen… Die musikalische Supermacht der Klassik ist unangefochten Deutschland. Keine Nation hat soviele bedeutende Komponisten hervorgebracht die Weltruf geniessen: Bach, Beethoven, Händel, Schumann, Wagner, Brahms, Strauss, Orff… und das sind nur die Megastars.

Mozart hat eine Sonderstellung, den hätten die deutschen Musikhistoriker ganz gerne, allerdings wollen die Schluchtenscheisser von nebenan den nicht wirklich abtreten… aber Anspruch auf Beethoven erheben. Vor diesen ganzen Querelen um Mozart und Beethoven lebte Bach, der ganz sicher den Deutschen und dem Barock zuzuschreiben ist und der übrigens auf manchen Porträts wirklich entsetzlich mopsig aussieht, aber… er war ein Genie, da muss man ja nicht so gut aussehen.

Eine der wenigen komponierenden Frauen ist ganz zufällig auch eine Deutsche: Clara Schumann, die nicht nur mit Robert Schumann verheiratet war, sondern sehr vermutlich auch eine Affäre mit Johannes Brahms hatte. Ja, auch die klassischen Komponisten hatten ihre interessanten kleinen Geheimnisse… Wer sich an den Hundert-Mark-Schein erinnert, die Frau die da so hold lächelte ist Clara höchstselbst…

Und bei der Auswahl Deutschland als musikalische Mentalität beschreiben ? Spontan fällt mir die europäische Nationalhymne ein: ‚Ode an die Freude’… das ist für mich die getragene, verhaltene Musik, die für mich echt deutsch klingt, genau wie das ‚Air‘ von Bach auch so ernsthaft wirkend, die ‚Carmina Burana‘ Inbegriff wuchtiger Klassik, Wagners ‚Ring der Nibelungen‘ ein tragischer Exportschlager … so stellt man sich Deutschland und seine Menschen vor, bevor man es live gesehen hat.

Und um das tragische Element deutscher Musik noch an die Spitze zu treiben – Goethes Faust zu Beethovens Ode an die Freude… von Tanzwut… unangefochten seit Jahren auf meiner persönlichen Top Ten… Du b Das ist Deutschland, oh ja

Originalfassung: Beethoven 9. Symphonie Schlusschor „Ode“

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<<< Austria … Italy >>>

Classical Geographic – Austria

or French disease – Punks die young

Nach unserem kleinen Ausflug in die sexuellen Abgründe des 18ten Jahrhunderts und einem geistigen Schubser die Reise fortzusetzen, sind wir auf unserer Rundreise durch die europäische Klassik bei einer der Großmächte angelangt – Österreich.

Das Erste an was man denkt ist natürlich das Wunderkind und der Punkrocker der Klassik… Wolferl Mozart, aber es gab noch einige mehr… Schubert, Bruckner, die Straußens ( Vater und Sohn ). Das Ganze hat natürlich ein bisserl mehr Esprit, einen Hauch mehr Charme als diejenigen, die wir bis jetzt gehört haben, aber genau so stellt man sich ja auch ein Wiener Caféhaus vor… plüschig irgendwie… und wie wir wissen, alles andere als klösterlich enthaltsam…

Die Schluchtenscheisser Öschis rechnen übrigens Beethoven ( zufällig aus Bonn ) zu ihren Komponisten, weil der ja schliesslich in Wien gejobbt hat. Irgendwie kennen wir das System, den anderen Österreicher legen die ja den Deutschen zur Last… also immer so wie es grad passt. Ich mag mich darüber nicht streiten und halte mich stur an das Geburtsortprinzip.

Die großen Klassiker der lustigen kleinen Alpenrepublik ( damals übrigens Inhaber einiger wunderbarer Urlaubsorte – erinnert sich einer an Sissis Ausflug in die Puszta ? ) wurden erfolgreich durch Gustav Mahler und Arnold Schönberg fortgesetzt… bis heute hat Österreich mit z.B. Ligeti, Cerha und Haas eigene Komponisten im Genre, natürlich kennt die auch fast keiner… Kunstmusik ist heutzutage ja nicht so der Bringer. Falco hat sich da dann doch eher einen Namen gemacht… durchaus im Sinne der Klassisker

Typisch Österreich – da musste ich nicht lange nachdenken… der Walzer natürlich. Musik mit Schmäh… die Alternative wäre Musik mit Schmiss, auch ganz typisch für Österreich… so Richtung Radetzkymarsch… aber da dann doch lieber die gute alte ‚Blaue Donau‘ von Johann Strauß ( Sohn )… naja, nicht ganz… sondern in der Fassung von Juan Garcia Esquivel, dem König des Space Age Pop… und einem Video für ‚2001: Space Odyssey‘-Freaks

Lehrreiches: Das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker wird in 44 Staaten übertragen, Salzburger Nockeln bestehen in Wirklichkeit aus Luft und Kalorien und dank der Familie Mozart gibt es auch einen Marillenschnaps, der nach Mozarts Schwester Nannerl benannt wurde und ganz hervorragend sowohl zu Nockeln als auch zu Mozartkugeln passt.

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<<<Turkey … Germany >>>