Tortenglück

Einer meiner geliebten Männer heiratet bald. Also in einem Monat. Das ist toll und ich freu mich dolle darüber und darauf. Bis auf die Tatsache, dass ich an diesem Tag etwas “Anständiges” anziehen soll. Nicht ganz so gut, aber das gehört halt dazu. Was die Sache echt schwierig macht: Ich habe versprochen, die Hochzeitstorte zu backen. Er und seine Holde hätten es gern klassisch, etwas romantisch und ein wenig altmodisch. Und nicht bunt. Kein Kitsch.

Ähm… ja.

Ich hab echt Angst das ausgerechnet bei ihm zu versemmeln. Wobei Angst trifft es nicht ganz… es ist wohl eher Panik. Inzwischen brauch ich einen Martini, wenn ich nur an die Torte denke. Also jetzt. Da bin ich sehr old school, hysterische Anfälle muss man immer mit klassischen Drinks bekämpfen. Damenhaft und so. Laudanum ist ja leider nicht mehr frei verkäuflich.

Dabei kann ich backen. Meist sogar ziemlich gut. Trotzdem … wenn ich nicht so klamm wäre, würde ich beim Konditor meines Vertrauens anrufen und die Torte bestellen. Aber das würde vermutlich auffallen. Also vielleicht. Insbesondere dann, wenn die Torte nicht an irgendeiner Stelle ein grünes Element vorhält. Eins das einen aus dem Hinterhalt anspringt. Vielleicht tränke ich einfach alle Böden mit reichlich Alkohol. Damit lässt sich gesellschaftlich ja einiges erreichen.

Jetzt wo ich meinen Kummer runter geschrieben habe, geht es mit besser. Ich schenk mir noch ein Gläschen ein und geh Probebacken. Tschakka!

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Go For It, Babe

Das Fräuleinwunder hat als Miniaturprinzessin das Pech mit einer Erziehungsberechtigten ohne jedes modische Bewusstsein aufzuwachsen. Schwarz reicht. Alles drüber hinaus ist verzichtbarer neumodischer Schnickschnack. Nachdem ich mich aber redlich darum bemühe dem Kindchen Toleranz und einen Sinn für freiheitliche, individuelle Lebensführung an zu gewöhnen, darf die junge Dame sich morgens oft die Klamotten selbst aussuchen. Und solange das ansatzweise mit den Aussentemperaturen harmoniert, bin ich da durch und durch liberal.

sex pistolsMir präsentierte sich heute morgen ein 98 Zentimeter großes zeitgeschichtliches Konglomerat, dass mich jedoch wirklich an meiner Montessori-Gutmensch-Haltung zweifeln lässt. Lila Sandalen mit Glitzer aus den 2010ern, eine rote Schlaghose mit psychodelischem Muster aus der Hippieära um 1960, dazu ein schwarzes sehr 1990er Jahre Metal-Shirt und als Krönung ein mit pinkfarbenen Pailleten besticktes Käppi, das ausschaut als wäre es direkt dem Saturday-Night-Fever der 1970er entsprungen. Als sie den Rucksack mit den grünen Tigerstreifen dazu schnappte, den ich in den 1980ern schon mit mir herum schleppte, musste ich doch fragen:

Ivy: Das willst du anziehen?
Fräuleinwunder: <guckt an sich runter> Joah.
Ivy: Das ist das Schrägste was du dir bislang ausgesucht hast. Echt jetzt.
Fräuleinwunder: Ich find es toll.
Ivy: Ganz sicher?
Fräuleinwunder: <guckt nochmal an sich runter> Würde das Sex Pistols T-Shirt besser passen?
Ivy: Nee, dann wären die 70er ja doppelt, geht gar nicht. Aber schön, dass wir wenigstens den selben Musikgeschmack haben.
Fräuleinwunder: Joah. Aber wie man sich gut anzieht weißt du echt nicht.

 

Wellingtons

Gestern gab es Regenstiefel für das Fräuleinwunder. Gestreifte. Alle geistig gesunden Menschen kaufen ihre Wellies im Hochsommer, da drängelt nämlich keiner in der Gummistiefelabteilung. Neben den Streifen haben die Stiefel auch noch eine Anziehhilfe. Und eine Ausziehhilfe. Und Einlegesohlen. Natürlich auch Ersatzeinlegesohlen. Passend dazu Kleiner-mach-Einlegesohlen.

Und … tadaaa … ein sechsseitiges Manual! Wozu braucht man für Gummistiefel bitte ein Handbuch? Es ist ziemlich offensichtlich, dass diese Dinger am unteren Ende des Kindes angebracht werden müssen. Die passen sonst einfach nirgends hin. Wir reden über Geschöpfe, die immerhin bis zur Türklinke reichen wenn sie durch die Wohnung havarieren, da zieht man die Schuhe nicht versehentlich über den Kopf. Die schreien dann nämlich. Das passiert nicht mal mir. Also nicht mehr.

Was mich am meisten an der ganzen Sache stört ist nicht etwa der Baum, der für das Handbuch sterben musste, oder die zwei Tonnen Rohöl, die verbraucht wurden um eine hirnrissige Anzahl Ersatzsohlen herzustellen. Die Ökobilanz verliert immer gegen Matschpützen. Nein, es ist die Tatsache, das die Hersteller nicht wirklich an mich gedacht haben. Tausend Gimmicks, aber nicht mal ein popeliges links oder rechts auf die Stiefel drucken … das hätte nämlich mein Leben wirklich einfacher gemacht.

Dog Tag Day

Vor einem Jahr hatte ich das unbestimmte Gefühl es sei ein guter Plan Tristan ein Dog Tag um den Hals zu hängen und der Welt zu zeigen, das er zu mir gehört.

Dog tag

Es war nicht nur ein guter Plan, es war die beste Idee, die ich je hatte.

Fragen über Fragen

Die liebenswürdige Devote Romantikerin und der/die aller süßeste Prinzessin Ruby haben mich mit dem Liebsten Award bedacht: Vielen Dank dafür. Aber – es gibt immer ein aber, nicht wahr – damit sind ein Popo voller Fragen verbunden. Nachdem die Feierlichkeiten zum Blogjubiläum abgeschlossen sind, werde ich mich diesen mit soviel Würde wie nur irgend möglich stellen.

Liebster Award

Devote Romantikerin:

1.Warum bloggst du?

Ich fing damit mal an um meinen Alltag zu überleben und meine Trauer weg zu schreiben, inzwischen blogge ich einfach nur noch zu meinem Vergnügen, um mich später an Dinge zu erinnern, meiner Tochter, wenn sie alt genug ist, also über 40, mein Blog zu lesen zu geben und manchmal auch einfach um Menschen zu erfreuen, von denen ich weiss das sie hier mitlesen.

2. Die erste Liebesnacht mit deinem neuen Schwarm. Am nächsten Morgen geht die Tür auf und der 50 kg Neufundländer kommt zu dir aufs Bett und schlabbert dich ab. Wie reagierst du?

Begeistert. Echt jetzt.

3. Du wachst morgens an einen Baum gelehnt in Buenos Aires auf und stellst fest, dass du mit Handschellen an eine attraktive unbekannte Person deines favorisierten Geschlechts gekettet bist. Wie geht es weiter?

Ich versuch erst mal heraus zu finden, ob mein Portugiesisch auch für diese Situation angemessen ist, währenddessen öffne ich meine Handschelle mit dem Universalhandschellenschlüssel an meinem Schlüsselbund und fessel die attraktive unbekannte Person meines favorisierten Geschlechts an einen nahe gelegenen Baum und amüsiere mich damit – Geschenke soll man schliesslich dankend annehmen.

4. Aufgeregt bist du unterwegs zu einem hoch interessanten ersten Date. Spontan habt ihr euch zum Baden gehen verabredet. Vor Ort bemerkst du, dass du dein Bikiniunterteil (Männer: Badehose) nicht dabei hast. Mit welchem Spruch ziehst du dich aus der Affäre?

Sorry, aber ich kann nicht schwimmen, dieses Date hätte ich nie gemacht.

5. Auf einer Parkbank findest du ein Buch, dass dein Leben verändert. Was ist sein Titel?

Es ist die Bauanleitung für einen Replikator auf molekularer Ebene. “Tea, Earl Grey, hot”

6. Welche Sucht kannst du einfach nicht lassen?

Nutzloses Wissen.

7. Stell dir vor, du wärst weltberühmt. Wofür?

Würde ich das wollen, wäre ich das sicher schon. Aber wenn es sein müsste, wäre ich lieber Florence Nightingale als George Washington.

8. Du kannst frei wählen, in welchem Land und in welcher Stadt du ab nächste Woche leben wirst. Wo finde ich dich und warum?

Ich bin mit meinem liebsten Submissiven in einem Dorf in der Emilia Romagna, vielleicht in Castelnovo ‘ne Monti. Da fühle ich mich zuhause, es ist warm, es gibt Berge in der Nähe, freundliche Menschen, großartigen Wein und hervorragenden Käse. Mehr brauch ich nicht.

9. Welches Tier fasziniert dich und warum?

Ich mag Enten. Ich weiss nicht warum. Sie sind toll. Und Schnabeltiere, die sind auch toll. Ach… und Warzenschweine sind super.

10. Was tust du am liebsten, wenn du grade nicht am Bloggen bist?

Mit meinem Süssen auf der Terrasse sitzen, Rotwein trinken, mir die Füsse massieren lassen und mit ihn zu philosophieren. Also immer, wenn ich ihn grade nicht küsse.

Ruby

1) Die ist überall gleich: warum bloggst du?
Siehe oben.

2) Der Peinlichste Moment in deinem Leben und warum war er so peinlich (also damals denke ich)?

Damen haben keine peinlichen Momente… und für den Fall das doch, bietet dieser Blog eine Reihe solcher speziellen Geschichten.

3) Wasser … Bier … Whiskey … Vodka oder doch lieber ein Cocktail? Was ist dein Lieblingsgetränk und warum ist es genau das eine?

Rotwein, handgemacht und knochentrocken. Guten Rotwein herzustellen ist eine Kunstform, den Geschmack der Erde, des Fasses, die Arbeit und die Liebe zu spüren ist wundervoll.

4) Deine Körper verwandelt sich in ein menschliches Tier, in was würdest du dich verwandeln und wie siehst du aus?
Ein rosa Plüschkarnickel.

5) Du hast einen Lotto 6er, welche Wünsche würdest du dir erfüllen?

Ein kleines Rustici in der Emilia Romagna mit einem feinen Keller für Wein und Spiele, samt Vespa und ein, zwei riesigen, faulen Hunden… den Rest würde ich Leuten geben, die mit dem Geld Sinnvolleres anfangen können als ich.

6) Es wird Sommer, draußen wird es warm. Welche schmutzige Idee kommt dir als erstes in den Sinn?
Ein Jägerhochsitz.

7) Würdest du dem Teufel deine Seele verkaufen? Und welchen Preis müsste dir der Teufel dafür bieten?
Der Teufel hätte wenig Spass daran… er sitzt nachts an meinem Bett und bewundert mich.

8) Grün … Rot … Gelb … Braun … Weiß … Blau … Deine Obst und Gemüsefarbe ist und warum zieht dich die Farbe so an?
Grün. Apfel-, Limetten-, Basilikumsorbetgrün. Ich weiss es nicht, es ist meine Farbe, schon immer und ohne jeden Zweifel.

9) Schlapfen … Sandalen … Sneakers … Stöckelschuhe … Stiefel … Welcher Schuhtyp bist du und wieso passen sie so gut zu dir?

Alles ausser Steifeln, Schuhe in jeder Form kann man nicht genug haben, aber ich hab ein besonderes Gefühl bei Rocky-Horror-Picture-Show-Schuhen. Vielleicht weil sie so gut zu meinen geliebten Korsetts passen?

10) Wohin soll die Reise gehen? Strand und Meer … Berge und Wälder … Hot in the City … irgendwo wo man sich nur mehr mit Koordinaten orientieren kann … und was würdest du dann dort alles machen?
Es sind immer Berge. Ich würde gerne einfach in Frieden mit dem Fräuleinwunder und meinem Sub dort leben… und spielen :)

Die Regeln des Awards schreiben vor, dass ich mir neue Fragen ausdenke und 3 bis 8 Blogger mit diesem Kettenbrief beglücke. Ich möchte niemanden nötigen 10 Fragen zu beantworten, insbesondere nicht bei dieser Hitze. Aber ich möchte gern den Besitzern dieser Blogs sagen, dass sie meine Tage erhellen:

Das Erwachen/ Sex beyond the 50’s
Alpenreport – Kekskrümel, Kaffee und Kuhweiden
Durch die Zeit
Private Femdom
Know your Gods
Submissives Handeln

Sollte einer von euch das tiefe innere Bedürfnis haben, ein paar Fragen zu beantworten, bitte:
1. Warum bloggst du?
2. Hast du dich irgendwann erwachsen gefühlt? Wann war das?
3. Wenn du dir ein Großbauprojekt aussuchen könntest, in dem du massig Geld verpulvern könntest, was würdest du bauen?
4. Würdest du lieber in die Vergangenheit oder in die Zukunft reisen und warum?
5. Abgesehen von Alltags- bzw. Gebrauchsgegenständen, gibt es etwas, das du immer Zuhause haben musst?
6. Welchen Kurs würdest du im Alter belegen?
7. Was muss man können?
8. Gibt es ein anderes Wort für Synonym?
9. Angenommen du triffst ein höheres Wesen deiner Wahl, was würdest du es fragen?
10. Welche Frage wolltest du schon immer mal beantworten? Tu es.

10 Fucking Days – Bodyparts

Inzwischen hat sich in der Welt herumgesprochen, das man das Wörtchen “Fuck” quasi mit jedem dahergelaufenen Substantiv verknüpfen kann. Gute Sache. Aber es erfüllt mich immer wieder mit geheimer Freude, wenn Fremdsprachler (insbesondere Deutsche, die sind da besonders rege) in englischsprachigen und einschlägigen Chats faszinierende Wortschöpfungen benutzen um gewisse sexuelle Praktiken zu beschreiben. Die sind zwar in Zusammenhang leicht verständlich, stossen aber die Empfänger gerne mal vor den Kopf. Oder verursachen einen Lachflash.

Stellen wir uns mal die Situation vor: Männlicher Submissiver trifft Traumdominante. Sie ist nicht nur perfekt, sondern wohnt auch im Nachbarort. Einziges Problem: Sie spricht kein Deutsch. Kommt vor, tun schliesslich die meisten Leute auf der Welt nicht und schaut man sich die stagnierende Geburtenrate an, scheint Deutsch eh nicht die erotischte aller Sprachen zu sein. Egal. Die Beiden treffen sich also an einem hübschen Ort und möchten Tacheles reden. Wenn er als Schulenglischsprachler nicht einige Regeln im Umgang mit “x-fuck” beachtet, geht das schief.

Aktive und kontrollierte Beschäftigungen heißen Job. Schließlich ist das was Anstrengendes. Es ist äußerst unangemessen eine dominante Dame zu fragen, ob sie Facefuck mag. Bling. Es heißt Blowjob. Ein dominanter Mann dürfte, sofern er weiss, dass das submissive Gegenüber auf Demütigung steht, die Frage stellen, allerdings wäre es höflicher zu eruieren, wer an wem runter geht, sprich: to go down. Da darf man auch bei einer Dame nach haken, ob ihr das Freude macht. Oder ob sie Queening mag. Aber to go down bezieht sich wirklich und wahrhaftig nur auf die Körpermitte, nicht auf die Füße! Wer wissen möchte ob der Partner in spe interessiert ist, fragt mach einem Footjob. Man darf sogar hier alle möglichen Präzisierungen anbringen Toe-, Sole-, Sandaljob. Oder Stepping. Aber nicht Footfuck. Nein, geht gar nicht.

Gerne genommen wird auch der Assfuck, das ist zwar an sich korrekt, aber die Kombination aus gleich zwei verbotenen Wörtern ist nicht ganz der Brüller, noch dazu, wenn ein Mann das fragt, muss die Frau mit Sprachgefühl davon ausgehen, dass er der Aktive sein will. Sollte seine Neugier auf die Verwendung eines Strap-Ons abzielen, dann sollte er lieber nach Pegging fragen. Es heisst nicht Strap-On-Fuck. Echt nicht. Will der Herr einigermaßen höflich herausfinden, wie es bei der Dame so mit den analen Freuden aussieht, versucht er es mit anal play. Aber niemals mit einem Assjob. Dafür beschreiben Boob job und Tit fuck tatsächlich dasselbe… aktiv und passiv sozusagen.

Ein Handjob dürfte sich auch Nicht-Muttersprachlern selbst erklären. Allerdings wird es dann beim ganz normalen to fuck wieder kniffiger. Wenn er direkt wissen, ob sie Sex in seiner klassischen Form mag, kann er beispielsweise nach Penetration fragen, auch nach Intercourse, aber das klingt eher muffig. Sollte sie ihm, nach seiner erfolgreichen Anwendung englischer Vokabeln eh schon anhimmeln, kann er es auch mit love-making versuchen. Das klingt immer kenntnisreicher als: Do you fuck?

Wir hatten wir es vom Mindfuck. Hier mögen Anglophone eventuell etwas mehr Genauigkeiten. Das Wort wird in sehr vielen Zusammenhängen benutzt und ist in einigen Genres ganz unsexuell klar besetzt. Hier kam man sich dafür mit dem Spassfaktor so richtig in Szene setzen… play. Deutsche Gründlichkeit wird bevorzugt: petplay, rapeplay, ageplay, fearplay, roleplay, edgeplay, … auch die Techniken sind verspielt: breathplay, waxplay, impact play, sensation play, needle play, … Und wo ich grade so dabei bin: Das deutsche LLL – Leder, Lack und Latex entspricht nicht dem englischen LLL – Leather, Latex and Lace (Spitze), Lack heißt schlicht PVC und nicht laquer. WTF?

Die hohe Schule der schmutzigen Wörter beginnt auch nicht wirklich bei der korrekten Verwendung des banalen fuck oder bei der multiplen Variante, dem Gangbang, erst wer mit Daisy Chain, K9, Froggy, Chicken head, Pearl necklace, Swaffelen, Snowballing, Shocker, 369, … mitkichern kann, kann die Angebetete sprachlich schwer beeindrucken – oder aber auf immer und ewig vergrätzen.

Good luck!

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